Bürgermeisterin verteidigt Miravalle: „Montevarchi verdient diesen Grand Prix“
Silvia Chiassai Martini mit den italienischen Fahrern des MXGP of Italy in Montevarchi. / Foto: IMR
Während der MXGP of Italy an diesem Wochenende in Montevarchi ausgetragen wird und rund um die Veranstaltung auch kritische Stimmen zu hören sind, lohnt sich ein Blick auf die andere Seite der Geschichte. Denn für die Stadt selbst ist die Rückkehr der Motocross-Weltmeisterschaft vor allem ein Erfolg, auf den viele Jahre hingearbeitet wurde.
In einem Interview, das bereits eine Woche vor dem Grand Prix geführt wurde, sprach Bürgermeisterin Silvia Chiassai Martini über die Bedeutung der traditionsreichen Miravalle-Strecke und die Anstrengungen, die notwendig waren, um die Weltmeisterschaft zurück nach Montevarchi zu holen.
Eine Strecke mit fast 100 Jahren Geschichte
Für Chiassai Martini ist Miravalle weit mehr als nur eine Rennstrecke. Die Anlage gilt als fester Bestandteil der Stadtgeschichte und reicht nach ihren Angaben fast 100 Jahre zurück.
Bereits die ersten Motocross-Enthusiasten hätten damals begonnen, im Waldgebiet von Montevarchi einen Kurs anzulegen. Seitdem entwickelte sich die Strecke zu einem wichtigen Treffpunkt der lokalen Motorsportszene und zu einem Aushängeschild der Region.
Gerade deshalb sei es für die Stadtverwaltung nie infrage gekommen, die Anlage aufzugeben.
Mehrfach stand die Zukunft auf dem Spiel
Die Bürgermeisterin berichtete, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Vorschläge aufkamen, das Gelände anderweitig zu nutzen oder die Strecke ganz aufzugeben. Für sie sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass Miravalle erhalten werden müsse. Die Strecke gehöre zur Identität Montevarchis und repräsentiere einen Teil der lokalen Kultur, den man nicht verlieren dürfe.
Entsprechend habe die Stadt den Motoclub und dessen Verantwortliche über Jahre hinweg unterstützt.
Die Rückkehr der Weltmeisterschaft als gemeinsames Ziel
Eines der großen Ziele der vergangenen Jahre war die Rückkehr der Motocross-Weltmeisterschaft nach Montevarchi.
Seit 2006 hatte die Serie nicht mehr auf der Miravalle-Strecke gastiert. Gemeinsam mit Motoclub-Präsident Simone Vanzi und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern arbeitete man darauf hin, den Grand Prix wieder in den Kalender zu bringen.
Kurz vor dem Rennwochenende sprach Chiassai Martini deshalb von einem Traum, der für viele Menschen in Montevarchi und dem gesamten Valdarno nun Wirklichkeit werde.
Mehr als nur Motorsport
Für die Bürgermeisterin beschränkt sich die Bedeutung des Grand Prix nicht auf das Renngeschehen. Mit der Weltmeisterschaft rückt die Region für ein Wochenende in den Fokus der internationalen Motocross-Szene. Neben den sportlichen Aspekten sieht die Stadt darin auch eine Chance, Montevarchi und das Valdarno weit über die Grenzen Italiens hinaus zu präsentieren.
Zum Rahmenprogramm gehörte unter anderem eine öffentliche Fahrervorstellung im Stadtzentrum, bei der sich die italienischen MXGP- , MX2- und EMX-Piloten den Fans präsentierten und über ihren Weg in den Profisport berichteten.
Monatelange Vorbereitung hinter den Kulissen
Die Durchführung eines MXGP-Laufs bringt erhebliche organisatorische Herausforderungen mit sich. Nach Angaben der Bürgermeisterin werden mehr als 10.000 Besucher für das Rennwochenende erwartet.
Entsprechend umfangreich fielen die Vorbereitungen aus. Freiwillige Helfer, Vereinsmitglieder, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und zahlreiche weitere Beteiligte arbeiteten über Monate hinweg an der Veranstaltung.
Chiassai Martini nutzte das Interview daher auch, um allen Beteiligten ausdrücklich zu danken.
Ein anderer Blick auf Montevarchi
Unabhängig von den aktuellen Diskussionen über Infrastruktur, Staub oder die Bedingungen auf der Strecke zeigen die Aussagen der Bürgermeisterin, welchen Stellenwert Miravalle für die Region besitzt.
Für viele Fans mag Montevarchi vor allem eine weitere Station im MXGP-Kalender sein. Für die Stadt selbst ist die Rückkehr der Weltmeisterschaft dagegen das Ergebnis jahrelanger Arbeit, zahlreicher Investitionen und des festen Willens, eine traditionsreiche Motocross-Strecke zu erhalten.
Genau deshalb wird dieses Wochenende in Montevarchi nicht nur als Motorsportveranstaltung gesehen, sondern auch als ein besonderer Moment für die gesamte Region.
