6DAYS Portugal: USA machen Jagd auf Schweden
Grant Davis und das Team USA kämpfen bei den 6Days in Portugal um den Sprung aufs Podium zu schaffen. / Foto: PPC
Können die USA bei den 6DAYS in Portugal doch noch aufs Podium fahren? Nach dem dritten Renntag sieht es jedenfalls deutlich besser aus als noch zu Beginn der Woche. Nur zwölf Sekunden trennen die Amerikaner in der World Trophy vom drittplatzierten Schweden. Ganz vorne bleibt dagegen alles beim Alten: Italien führt weiterhin vor Frankreich und hat zur Halbzeit bereits 3:26 Minuten Vorsprung.
Die 100. Ausgabe der International Six Days of Enduro hat ihre erste Hälfte hinter sich. Am Mittwoch standen erneut rund 260 Kilometer auf dem Programm, wobei die Fahrer diesmal etwas weniger Zeit auf den Sonderprüfungen verbringen mussten als ursprünglich vorgesehen. Wegen eines technischen Problems bei der Zeitnahme wurde der Santo-Andrea-Enduro-Test gestrichen. Statt sechs gingen deshalb nur vier gezeitete Prüfungen in die Tageswertung ein.
An der Spitze der World Trophy änderte das wenig. Italien kontrollierte seinen Vorsprung auf Frankreich und konnte sogar zwei weitere Sekunden herausfahren. Das klingt zunächst nicht besonders beeindruckend, zeigt aber, wie konstant die Italiener bislang unterwegs sind.
Frankreich brachte am dritten Tag immerhin drei Fahrer unter die besten 15 der Einzelwertung. Um Italien noch gefährlich zu werden, reicht das derzeit allerdings nicht. Die Franzosen müssen in der zweiten Veranstaltungshälfte anfangen, größere Zeitgewinne einzufahren.
Drei Amerikaner innerhalb von sechs Sekunden
Deutlich mehr Bewegung gibt es im Kampf um Platz drei. Die USA erwischten ihren bislang stärksten Tag und machten kräftig Boden auf Schweden gut.
Grant Davis, Jonathan Girroir und Dante Oliveira belegten in der Tageswertung die Plätze vier, fünf und sechs. Zwischen den drei Amerikanern lagen gerade einmal sechs Sekunden. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, die sich auch in der World Trophy bemerkbar machte.
„Wir haben heute definitiv Boden gutgemacht und sind wieder näher an Schweden herangekommen“, erklärte Girroir. „Es fühlt sich gut an, als Team so einen Tag abzuliefern. Die Motivation für morgen ist entsprechend groß.“
Dass alle drei Amerikaner auf dem sandigen Untergrund so gut zurechtkamen, dürfte den Schweden nicht gefallen haben. Zwölf Sekunden Vorsprung sind bei noch drei ausstehenden Renntagen schließlich schnell verspielt.
Spanien folgt auf Platz fünf, etwas mehr als sieben Minuten hinter Italien. Finnland liegt auf Rang sechs, gefolgt von Chile, Belgien, Kanada und Mexiko. Auch am Ende der Top Ten geht es eng zu: Kanada und Mexiko trennen lediglich fünf Sekunden.
Frankreichs Junioren behaupten sich trotz italienischem Druck
Während Frankreich in der World Trophy hinterherfährt, sieht es beim Nachwuchs besser aus. Die französische Juniorenmannschaft verteidigte ihre am Vortag übernommene Führung und baute den Vorsprung auf Italien um zwölf Sekunden auf nun 42 Sekunden aus.
Das ist noch lange keine Vorentscheidung. Zumal Italien mit Alberto Elgari derzeit den schnellsten Junior der Veranstaltung stellt.
Allerdings haben die Italiener auch mit Problemen zu kämpfen. Kevin Cristino und Manuel Verzeroli sind angeschlagen, fahren aber weiter und halten ihre Mannschaft im Titelrennen.
„Wir geben nicht auf“, erklärte Elgari. „Wir sind hier, um so gut wie möglich zu kämpfen. Kevin und Manuel haben mit Verletzungen zu kämpfen, leisten aber trotzdem unglaubliche Arbeit.“
Die USA liegen auf Platz drei, inzwischen allerdings drei Minuten hinter Italien. Auf Spanien haben sie einen Vorsprung von 1:43 Minuten. Tschechien komplettiert die besten fünf vor Australien und Chile.
García nimmt Verona weitere elf Sekunden ab
Auch in der Einzelwertung bleibt es spannend. Josep García gewann den dritten Tag mit elf Sekunden Vorsprung auf Andrea Verona und verkürzte damit erneut seinen Rückstand auf den Italiener.
García arbeitet sich seit seinem Zeitverlust am ersten Tag Stück für Stück zurück. Zwar führt Verona weiterhin die Gesamtwertung an, doch der Spanier lässt nicht locker.
„Ich kämpfe immer noch darum, die Zeit zurückzuholen, die ich am ersten Tag verloren habe“, erklärte García. „Es wird nach und nach weniger. Ich werde bis zum Ende alles geben.“
Hinter den beiden war Zach Pichon erneut der schnellste Verfolger. Der Franzose wurde Dritter, musste sich seinen Platz allerdings hart erarbeiten. Grant Davis fehlte als Viertem nur eine Sekunde auf Pichon. Jonathan Girroir belegte Rang fünf, gerade einmal zwei Zehntelsekunden vor Dante Oliveira.
In der Enduro1 holte García einen weiteren Klassensieg. Axel Semb wurde Zweiter vor Max Ahlin. In der Enduro2 blieb Verona auch am dritten Tag ungeschlagen, gefolgt von Pichon und Davis.
Julien Roussaly setzte seine Siegesserie in der Enduro3 fort und baute seine Führung aus. Alberto Elgari und Brad Freeman belegten die weiteren Podestplätze.
USA führen bei den Frauen – Portugal verliert Medaillenchance
In der Women’s World Trophy liefern sich die USA und Australien weiterhin ein enges Duell. Am Mittwoch waren die Amerikanerinnen lediglich fünf Sekunden schneller als ihre australischen Konkurrentinnen.
Der Gesamtvorsprung der USA beträgt damit weiterhin rund vier Minuten. Der größte Teil dieses Polsters stammt allerdings vom ersten Renntag. Seitdem bewegen sich beide Mannschaften auf einem sehr ähnlichen Niveau.
Beide Nationen haben bereits sechs Gesamtsiege bei den 6DAYS auf dem Konto und kämpfen in Portugal um ihren siebten Erfolg.
Frankreich liegt mit deutlichem Rückstand auf Platz drei, hat seinerseits aber fast 18 Minuten Vorsprung auf Neuseeland. Dahinter folgen Chile und FIM Latin America.
Für Gastgeber Portugal verlief der dritte Tag dagegen bitter. Durch den Ausfall einer Fahrerin fiel die Mannschaft vom vierten auf den neunten Platz zurück. Die Hoffnungen auf eine Medaille sind damit praktisch dahin.
„Heute haben wir eine Fahrerin und damit auch unsere Hoffnungen auf ein gutes Teamergebnis verloren“, erklärte Joana Gonçalves. „Es ist bisher sehr schwierig, mit vielen Kilometern und langen Stunden auf dem Motorrad. Aber ich werde weiterkämpfen und mein Bestes geben.“
In der Einzelwertung der Frauen feierte Brandy Richards ihren dritten Tagessieg. Danielle McDonald wurde Zweite und rückte damit auch in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor. Rachael Archer aus Neuseeland belegte den dritten Platz.
Noch drei Tage bis zur Entscheidung
Bei den Clubmannschaften baute Team Italy seine Führung auf Team Rabaconda auf 3:26 Minuten aus. Die Missouri Mudders liegen weiterhin auf Rang drei, während GTBN auf Platz vier vorrückte. Motosport Bozkov 1 komplettiert die Top Five.
In der Veteranenwertung führt Gottbros Team vor Team Motokrosova Skola CZ und Cone Valve Team-M.C. Sitge.
Am Donnerstag geht es für die Teilnehmer erneut auf die rund 260 Kilometer lange Strecke zwischen Grândola und Santiago do Cacém. Zwei Runden stehen auf dem Programm.
Italien kann sich in der World Trophy inzwischen darauf konzentrieren, Fehler zu vermeiden und den Vorsprung zu verteidigen. Frankreich braucht dagegen einen richtig guten Tag, um den Rückstand spürbar zu verkürzen.
Deutlich weniger komfortabel ist die Situation für Schweden. Nach dem starken Auftritt der Amerikaner sind zwölf Sekunden Vorsprung keine besonders beruhigende Ausgangslage für die zweite Hälfte der 6DAYS.
