MXGP Finale 2027: Wo fährt die Schweiz?
Start beim MXGP of Switzerland 2026 in Frauenfeld
Kann Payerne nach fast 30 Jahren wieder einen Grand Prix ausrichten? Die Traditionsstrecke gehört zu den möglichen Schauplätzen für den Schweizer WM-Lauf 2027. Im vorläufigen Kalender ist dafür der 3. Oktober vorgesehen – als Abschluss der MXGP- und MX2-Saison. Ein bestätigter Austragungsort fehlt allerdings noch, und auch im Thurgau wird an einer Lösung gearbeitet.
Damit steht zunächst der Termin, während wesentliche Fragen zur Umsetzung offenbleiben. Für die Teams macht es einen Unterschied, ob die Schweiz tatsächlich das Finale übernimmt oder durch einen Termintausch früher in die Saison rückt. Genau das gehört zu den Möglichkeiten, die derzeit diskutiert werden.
Was spricht für Payerne?
Payerne müsste sich seinen Namen im Motocross nicht erst erarbeiten. Die Veranstaltung hat eine lange GP-Geschichte, die bis zum letzten WM-Auftritt 1998 reicht. Damals gewann Darryl King die Tageswertung der 500er-Klasse vor Joël Smets. Danach verschwand der Standort aus dem WM-Kalender, der Rennbetrieb ging jedoch weiter.
Der Motocross Club des Combremonts richtet dort nach wie vor Veranstaltungen aus. Auch Fahrer wie Gautier Paulin und Jeremy Seewer haben den Kurs ausdrücklich gelobt. 2022 wurde die Strecke nach Angaben der Organisatoren überarbeitet, um sie an heutige Motorräder und Fahrer anzupassen.
Eine reizvolle Strecke wäre also vorhanden. Ob daraus wieder ein Grand Prix werden kann, entscheidet sich allerdings zu einem erheblichen Teil neben dem Kurs.
Das Renngelände liegt bei Combremont-le-Petit, rund 15 Kilometer von Payerne entfernt. Die Flächen und Einrichtungen des Militärflugplatzes stehen damit nicht unmittelbar nebenan zur Verfügung. Für ein heutiges WM-Fahrerlager müsste geklärt werden, wo Teamtrucks, Servicebereiche und die weitere Infrastruktur unterkommen.
Öffentlich belastbare Angaben zu zusätzlichen Flächen oder konkreten Ausbauarbeiten fehlen bislang. Das ist kein Beleg dafür, dass eine Rückkehr unmöglich wäre. Es lässt aber offen, wie weit das Projekt über den Wunsch nach einem Grand Prix hinausgekommen ist.
Im Thurgau hängt viel am Termin
Auch eine erneute Austragung im Thurgau bleibt im Gespräch. Willy Läderach, der die bisherigen Grands Prix in Frauenfeld organisiert hat, arbeitet an einer Fortsetzung. Dort wäre die organisatorische Erfahrung vorhanden, für den vorgesehenen Finaltermin fehlt jedoch ein entscheidender Baustein.
Das Areal der Zuckerfabrik kann Anfang Oktober nicht als Fahrerlager genutzt werden. Frauenfeld wäre deshalb am 3. Oktober in der bisherigen Form keine Lösung. Entweder müsste ein anderes Veranstaltungskonzept her oder ein anderer Termin.
Zu den diskutierten Varianten gehört ein neuer Standort im Thurgau. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Tausch mit Arnheim: Frauenfeld würde im August ausrichten, während das Saisonfinale in die Niederlande wandert. Auch ein längerfristiger Wechsel zwischen Payerne und Frauenfeld wird erwogen. Beschlossen ist bislang keine dieser Varianten.
Die Schweizer Pläne betreffen deshalb mehr als die Frage, welcher Ortsname am Ende im Kalender steht. Payerne müsste die Voraussetzungen für die Rückkehr schaffen, Frauenfeld sein Terminproblem lösen. Erst wenn Standort und Organisation bestätigt sind, lässt sich beurteilen, ob die WM 2027 tatsächlich in der Schweiz zu Ende geht.
