KTM stellt vierköpfiges 250er-Werksteam für die USA auf

KTM geht 2027 mit einem vierköpfigen Team in die 250er US Meisterschaften

KTM geht 2027 mit einem vierköpfigen Team in die 250er US Meisterschaften

Vier junge Fahrer, zwei Neuzugänge und ein eigener Teammanager: KTM baut sein amerikanisches 250er-Werksprogramm für 2027 kräftig aus. Neben Julien Beaumer und dem aus der MX2-Weltmeisterschaft kommenden Sacha Coenen werden künftig auch Ryder DiFrancesco und Daxton Bennick für Red Bull KTM Factory Racing antreten. Damit schickt der österreichische Hersteller gleich vier Fahrer in den Kampf um die Titel in der AMA Supercross-, Pro Motocross- und SMX-Meisterschaft.

Besonders interessant ist dabei die neue Aufgabenverteilung innerhalb der Mannschaft. Nathan Ramsey übernimmt die Führung des 250er-Programms, während Ian Harrison weiterhin für die 450er verantwortlich ist. KTM trennt die Betreuung der beiden Klassen damit organisatorisch deutlicher voneinander und erweitert gleichzeitig sein Fahreraufgebot.

Dass der Hersteller dafür gleich zwei Fahrer verpflichtet, die bereits 2026 zu den stärkeren Nachwuchspiloten in den USA gehörten, zeigt, wie ernst es KTM mit seinen Titelambitionen meint.

DiFrancesco und Bennick bringen Ergebnisse mit

Ryder DiFrancesco dürfte unter den beiden Neuzugängen derzeit die größeren Erwartungen wecken. Der 21-jährige Kalifornier beendete die SMX-Weltmeisterschaft 2026 als Vizemeister und belegte in der Pro-Motocross-Meisterschaft den fünften Platz. Im 250SX-Westküstenchampionat wurde er Vierter.

Seinen ersten Podestplatz im professionellen AMA Supercross hatte DiFrancesco gleich beim Saisonauftakt in Anaheim eingefahren. Weitere Podiumsplatzierungen im Verlauf des Jahres bestätigten, dass er inzwischen regelmäßig mit den Spitzenfahrern mithalten kann.

Auch Daxton Bennick bringt eine erfolgreiche Saison mit. Der 20-Jährige aus North Carolina wurde Dritter in der 250SX-Ostküstenmeisterschaft und erreichte beim ersten SMX-Playoff in Columbus seinen ersten Podestplatz in der 250SMX-Klasse.

Für Bennick bedeutet der Wechsel zugleich eine Rückkehr zu einer vertrauten Marke. Bereits während seiner Amateurkarriere gehörte er zur KTM Orange Brigade. Nun bekommt er die Gelegenheit, seine Entwicklung im offiziellen Werksteam fortzusetzen.

Beide Neuzugänge werden auf der KTM 250 SX-F Factory Edition antreten.

Sacha Coenen vor einer neuen Herausforderung

Aus europäischer Sicht dürfte vor allem der Wechsel von Sacha Coenen für Aufmerksamkeit sorgen. Der Belgier verabschiedet sich nach seinem dritten Platz in der MX2-Weltmeisterschaft 2026 aus dem Grand-Prix-Fahrerlager und beginnt seine amerikanische Karriere direkt im KTM-Werksteam.

Für den 19-Jährigen wird insbesondere das AMA Supercross eine neue Herausforderung. Während er seine Geschwindigkeit im Motocross bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat, muss er sich an die amerikanischen Strecken, das Rennformat und die intensive Konkurrenz in der 250er-Klasse gewöhnen.

Dass KTM ihn nicht allein in dieses Abenteuer schickt, könnte dabei durchaus hilfreich sein. Mit DiFrancesco, Bennick und Julien Beaumer stehen drei Fahrer an seiner Seite, die bereits Erfahrung im amerikanischen Supercross gesammelt haben.

Beaumer geht 2027 in seine vierte Saison mit Red Bull KTM Factory Racing. Der 20-Jährige hat seinen Vertrag bereits über das kommende Jahr hinaus verlängert und ist damit der dienstälteste Fahrer innerhalb des neuen 250er-Aufgebots.

Zwei Klassen, zwei Teammanager

Mit Nathan Ramsey bekommt die 250er-Mannschaft einen eigenen Verantwortlichen. Der ehemalige AMA-Profi soll sich vollständig auf die vier Nachwuchsfahrer konzentrieren, während Ian Harrison die 450er-Werksmannschaft betreut.

Auch dort hat KTM für 2027 ein interessantes Fahrerduo zusammengestellt. Neben dem amtierenden SMX-Weltmeister Jorge Prado wird Lucas Coenen antreten, der wie sein jüngerer Bruder Sacha aus der Motocross-Weltmeisterschaft in die USA wechselt.

Damit umfasst das amerikanische KTM-Werksaufgebot künftig sechs Fahrer. Auffällig ist dabei die Mischung aus etablierten AMA-Piloten und europäischen Grand-Prix-Fahrern. Während Prado bereits über amerikanische Rennerfahrung verfügt, stehen die Coenen-Brüder vor einer deutlich größeren Umstellung.

Die Aufteilung auf zwei Teammanager dürfte angesichts dieses Aufgebots sinnvoll sein. Schließlich unterscheiden sich nicht nur die Motorräder, sondern auch die Anforderungen an die Fahrer. Gerade die beiden belgischen Neuzugänge werden während ihrer ersten vollständigen AMA-Saison intensive Betreuung benötigen.

Saisonstart am 9. Januar in Anaheim

Der erste gemeinsame Auftritt des neuen 250er-Werksteams ist für den 9. Januar 2027 geplant. Dann beginnt die AMA Supercross-Meisterschaft traditionell im Angel Stadium von Anaheim.

Mit DiFrancesco, Bennick und Beaumer verfügt KTM bereits über drei Fahrer, die wissen, was sie auf amerikanischen Supercross-Strecken erwartet. Wie schnell Sacha Coenen den Anschluss findet, dürfte dagegen eine der interessanteren Fragen zum Saisonbeginn werden.

An Fahrern mit Potenzial mangelt es KTM jedenfalls nicht. Die größere Herausforderung wird darin bestehen, aus vier jungen Einzelkämpfern eine Mannschaft zu formen, die über eine komplette Saison hinweg um Meisterschaften fahren kann.