6DAYS Portugal: Spanien gewinnt, Italien vor dem Titel
Josep Garcia und Team Spain gewannen den fünften Tag der 6Days 2026 in Portugal. / Foto: PPC
Italien steht bei den 6DAYS in Portugal unmittelbar vor der erfolgreichen Titelverteidigung, doch am vorletzten Fahrtag waren andere Nationen schneller. Spanien sicherte sich am Freitag den Tagessieg in der World Trophy, während Frankreich den Rückstand auf die führenden Italiener weiter verkürzen konnte. Vor dem abschließenden Motocross-Test in Sines liegt Italien aber weiterhin komfortabel an der Spitze.
Auch in den übrigen Mannschaftswertungen zeichnen sich die Entscheidungen ab. Italiens Junioren führen vor den USA, während die Amerikanerinnen ihrem siebten Sieg in der Women’s World Trophy entgegenfahren. Spannender bleibt es dagegen in der Einzelwertung, wo Andrea Verona und Josep García nur zehn Sekunden trennen.
Spanien nutzt den Sand, Frankreich holt auf
Am fünften Tag der 100. Ausgabe der International Six Days Enduro mussten die Fahrer noch einmal über 140 Kilometer absolvieren. Aufgrund eines angepassten Zeitplans standen auf der Runde zwischen Grândola und Alcácer do Sal anderthalb Durchgänge mit insgesamt fünf gezeiteten Sonderprüfungen auf dem Programm.
Vor allem die sandigen Bedingungen kamen den Spaniern entgegen. Josep García und seine Teamkollegen erwischten einen starken Tag und sicherten sich den Sieg in der World Trophy mit 47 Sekunden Vorsprung auf Frankreich.
„Wir haben heute als Mannschaft einen richtig guten Job gemacht“, freute sich García. „Bei den weichen Bedingungen haben alle ordentlich gepusht. Ich bin stolz darauf, wie wir gefahren sind und dass wir dieses Ergebnis erreicht haben.“
Für die Gesamtwertung bringt der Tagessieg Spanien allerdings keinen Platzgewinn. Die Mannschaft bleibt auf Rang vier, hat ihre Position vor den USA aber weiter gefestigt.
Wichtiger war das Ergebnis für Frankreich. Die Franzosen nutzten einen vergleichsweise verhaltenen Tag der Italiener, um ihren Rückstand zu verkürzen. Vor dem letzten Renntag fehlen ihnen weniger als drei Minuten auf die Spitze.
Italien begnügte sich am Freitag mit Platz drei und kann damit gut leben. Nach fünf Tagen führt der Titelverteidiger weiterhin die Gesamtwertung an und muss beim abschließenden Motocross-Test vor allem größere Fehler vermeiden.
Dahinter bleibt Schweden auf Podiumskurs. Zwar waren die USA am Freitag eine Sekunde schneller als die Schweden, am dritten Gesamtrang änderte das jedoch nichts.
„Mit nur noch einem Tag vor uns sind wir dem Podium schon sehr nahe“, erklärte Schwedens Max Ahlin. „Meine 6DAYS laufen gut, ich konnte die ganze Woche konstante Ergebnisse erzielen. Jetzt möchte ich das Ganze beim abschließenden Motocross-Test ordentlich zu Ende bringen.“
Die USA liegen weiterhin auf Gesamtrang fünf hinter Spanien.
Italiens Junioren kontrollieren ihren Vorsprung
Auch in der Junior World Trophy geht Italien als Führender in den letzten Renntag. Der Vorsprung auf die USA beträgt zwei Minuten und 52 Sekunden.
Am Freitag war allerdings Australien die schnellste Mannschaft. Die Australier gewannen den Tag vor den USA und Spanien, während Italien mit Rang vier zufrieden war und seinen Vorsprung verwaltete.
Spanien liegt in der Gesamtwertung weiterhin auf Platz drei. Mit fünfeinhalb Minuten Vorsprung auf Australien dürfte der Fokus beim Finale vor allem darauf liegen, den letzten Podiumsplatz abzusichern.
„Unser Ziel war heute, den dritten Platz zu halten“, sagte Yago Dominguez. „Der Sand lag uns nicht besonders, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Jetzt freuen wir uns auf morgen und hoffen, auf dem Podium zu landen.“
USA vor dem siebten Titel bei den Frauen
In der Women’s World Trophy deutet inzwischen alles auf einen weiteren Erfolg der USA hin.
Brandy Richards, Korie Steede und Rachel Gutish ließen auch am fünften Tag nichts anbrennen und gewannen die Tageswertung mit mehr als einer Minute Vorsprung auf Australien.
Damit wuchs ihr Gesamtvorsprung auf über sechs Minuten. Sollte das Trio den abschließenden Motocross-Test ohne größere Probleme überstehen, wäre es bereits der siebte Titelgewinn der Amerikanerinnen in dieser Wertung.
Australien bleibt Zweiter, Frankreich liegt auf Rang drei und hat seinerseits rund 20 Minuten Vorsprung auf Neuseeland. Dahinter folgen FIM Latin America und Kanada.
Dass auch am fünften Tag noch einiges schiefgehen kann, musste Kanadas Shelby Turner feststellen. Nach vier Tagen ohne Sturz erwischte es die Triumph-Pilotin ausgerechnet in den sandigen Sonderprüfungen.
„Es war eine harte Woche. Bis heute hatte ich es geschafft, nicht zu stürzen, aber der Sand hat mich dann doch erwischt“, berichtete Turner. „Zum Glück ist nichts passiert. Jetzt kann ich langsam an die Ziellinie morgen denken.“
Pichon gewinnt erstmals einen 6DAYS-Fahrtag
Während sich in den Mannschaftswertungen einige Entscheidungen abzeichnen, ging es in der Einzelwertung am Freitag ausgesprochen eng zu.
In den fünf Sonderprüfungen gab es fünf unterschiedliche Bestzeiten. García eröffnete den Tag mit einem Testsieg, anschließend waren Andrea Verona, Zach Pichon, Grant Davis und Brad Freeman jeweils einmal die Schnellsten.
Den Tagessieg sicherte sich am Ende Zach Pichon. Der Franzose auf TM MOTO war über alle fünf Prüfungen hinweg am konstantesten und setzte sich mit vier Sekunden Vorsprung gegen García durch.
Für Pichon war es nicht nur der erste Tagessieg dieser Woche, sondern überhaupt sein erster bei den 6DAYS.
„Ich hatte heute richtig Spaß im Sand“, erklärte der Franzose. „Ich habe nicht viele Fehler gemacht und konnte mit der Bestzeit in der dritten Prüfung einen kleinen Vorsprung herausfahren. Dass ich jetzt zum ersten Mal einen 6DAYS-Tag gewonnen habe, macht mich natürlich besonders glücklich.“
Brad Freeman belegte Rang drei vor Andrea Verona und Grant Davis.
In der Gesamtwertung bleibt Verona allerdings vorn. Der Italiener führt vor dem letzten Tag mit nur zehn Sekunden Vorsprung auf García.
Ob dieser Abstand beim abschließenden Motocross-Test ausreicht, dürfte eine der spannendsten Fragen des Finaltages werden.
Freeman übernimmt die Führung in der Enduro3
Auch in den einzelnen Klassen gab es noch Bewegung.
In der Enduro1 war García einmal mehr das Maß der Dinge. Der KTM-Pilot gewann mit 50 Sekunden Vorsprung auf den Australier Angus Riordan, während Max Ahlin Dritter wurde.
Pichon sicherte sich neben dem Gesamttagessieg auch den Erfolg in der Enduro2. Verona folgte auf Rang zwei vor Grant Davis.
In der Enduro3 setzte Brad Freeman ein deutliches Zeichen. Der Beta-Pilot war 43 Sekunden schneller als Julien Roussaly und übernahm damit vor dem letzten Tag die Klassenführung vom Franzosen. Albin Norrbin wurde Dritter.
Bei den Frauen setzte Brandy Richards ihre Siegesserie fort. Die Amerikanerin gewann auch den fünften Fahrtag und ist damit in dieser Woche weiterhin ungeschlagen. Danielle McDonald belegte Platz zwei vor Lucy Barker.
Rabaconda führt die Clubteams an
In der Club Team Wertung hat Rabaconda die besten Aussichten auf den Gesamtsieg. Die Mannschaft liegt nach fünf Tagen drei Minuten und acht Sekunden vor den Missouri Mudders.
GTBN folgt mit mehr als sechs Minuten Rückstand auf Rang drei, Hough Legacy Racing belegt Platz vier. Damit könnten die USA bei den Clubteams sämtliche ersten vier Positionen besetzen.
Bei den Veteranen führt weiterhin das Gottbros Team vor Motokrosova Skola CZ und dem Cone Valve Team-M.C. Sitge.
Nach fünf langen Fahrtagen fällt die endgültige Entscheidung nun am Samstag beim traditionellen Final Cross Test in Sines.
Für Italien geht es darum, die Führung in der World Trophy und bei den Junioren ins Ziel zu bringen. Die USA stehen bei den Frauen vor ihrem siebten Titel, während Verona und García in der Einzelwertung noch einen letzten Kampf vor sich haben.
Gerade dort könnte es bei nur zehn Sekunden Unterschied noch einmal richtig eng werden.
