6DAYS 2026: Italien feiert Doppelsieg, Andrea Verona gewinnt Einzelwertung

Italien sichert sich den Gesamtsieg bei den 6Days in Portugal 2026

Italien sichert sich den Gesamtsieg bei den 6Days in Portugal 2026. / Foto: Future7Media

Italien hat die 100. Ausgabe der FIM 6DAYS in Portugal mit einem Doppelsieg abgeschlossen. Nach sechs anspruchsvollen Renntagen sicherte sich die Mannschaft sowohl die World Trophy als auch die Junior World Trophy. In der Frauenwertung setzten sich dagegen die USA durch und holten ihren siebten Titel.

Den Abschluss bildete der traditionelle Final Cross Test, der in diesem Jahr direkt am Atlantik ausgetragen wurde. Am Strand Praia Vasco da Gama in Sines ging es für die Fahrer noch einmal auf die Strecke, bevor die Sieger der Jubiläumsausgabe endgültig feststanden.

Italien verteidigt die World Trophy

Andrea Verona, Morgan Lesiardo, Samuele Bernardini und Matteo Cavallo hatten sich bereits an den ersten fünf Tagen eine komfortable Ausgangsposition erarbeitet. Im abschließenden Motocross-Test ließ das italienische Quartett nichts mehr anbrennen und verteidigte damit den Titel aus dem Vorjahr.

Für Morgan Lesiardo war der erneute Erfolg bei der Jubiläumsausgabe etwas Besonderes.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl. Schon der Sieg im vergangenen Jahr war großartig, aber diesen Erfolg ausgerechnet bei der 100. Ausgabe in Portugal zu wiederholen, ist wirklich etwas Besonderes. Wir haben als Team zusammengearbeitet, um das möglich zu machen. Jetzt freue ich mich darauf, mit Freunden, Familie und unseren Unterstützern zu feiern.“

Frankreich beendete die World Trophy auf dem zweiten Platz. Dahinter entwickelte sich zwischen Schweden und den USA noch einmal ein enger Kampf um die letzte Podiumsposition.

Am Ende behaupteten sich die Schweden mit gerade einmal 24 Sekunden Vorsprung. Die USA mussten sich mit Rang vier zufriedengeben, während Spanien die Top 5 komplettierte.

Junioren kämpfen trotz Verletzungen bis zum Titel

Noch emotionaler fiel der italienische Erfolg in der Junior World Trophy aus. Alberto Elgari, Manuel Verzeroli und Kevin Cristino verteidigten ebenfalls ihren Titel, obwohl zwei der drei Fahrer während der Woche mit Verletzungen zu kämpfen hatten.

Cristino hatte sich bereits am ersten Tag die Schulter ausgekugelt, während Verzeroli mit einer Armverletzung unterwegs war. Beide fuhren trotzdem weiter und hielten Italien damit im Rennen um den Gesamtsieg.

Elgari, der gleichzeitig die Einzelwertung der Junioren gewann, konnte seine Freude im Ziel kaum in Worte fassen.

„Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll. Es ist unglaublich. Wir hatten diese Woche so viele Probleme. Kevin hat sich am ersten Tag die Schulter ausgekugelt, Manuel seinen Arm verletzt. Aber sie haben nicht aufgegeben, wir haben weitergemacht und jetzt sind wir wieder Champions!“

Mit 3:49 Minuten Rückstand belegten die USA den zweiten Platz. Spanien sicherte sich Rang drei vor Australien und Tschechien.

USA holen siebten Titel bei den Frauen

In der Women’s World Trophy gelang den USA ein historischer Erfolg. Brandy Richards, Korie Steede und Rachel Gutish gewannen die Mannschaftswertung zum siebten Mal und sind damit alleinige Rekordsiegerinnen dieser Kategorie.

Das amerikanische Trio hatte die Wertung bereits am ersten Tag übernommen und gab die Führung bis zum Finale nicht mehr ab. Mit 9:23 Minuten Vorsprung fiel der Sieg gegenüber Australien letztlich deutlich aus.

„Sieben Siege zu erreichen und damit den bisherigen Gleichstand mit Australien aufzulösen, bedeutet uns sehr viel“, erklärte Richards. „Dass Korie und Rachel dabei an meiner Seite waren, macht es noch besonderer. Wir wollten diesen siebten Sieg unbedingt für die USA holen.“

Australien blieb trotz des deutlichen Rückstands bis zum letzten Tag der wichtigste Verfolger. Frankreich komplettierte das Podium, gefolgt von Neuseeland und der Auswahl FIM LA.

Andrea Verona gewinnt erstmals die Einzelwertung

Neben dem Mannschaftstitel durfte sich Andrea Verona über einen weiteren Erfolg freuen. Der Italiener gewann erstmals die Gesamt-Einzelwertung der 6DAYS und setzte sich damit gegen Josep García durch.

Der Spanier hatte die Einzelwertung zuvor fünfmal in Folge gewonnen. In Portugal musste er sich jedoch Verona geschlagen geben.

Dabei war der letzte Motocross-Test noch einmal ausgesprochen eng. In der World-Trophy-Gruppe lagen die vier schnellsten Fahrer innerhalb von weniger als zwei Sekunden.

Dante Oliveira gewann den abschließenden Test mit vier Zehntelsekunden Vorsprung auf Verona. Dahinter folgten seine amerikanischen Teamkollegen Grant Davis und Jonathan Girroir.

Für die Gesamtwertung reichte Veronas Leistung dennoch aus, um seinen ersten Einzelsieg bei den 6DAYS perfekt zu machen.

„Unglaublich, einfach unglaublich. Es war bis zum Ende ein Kampf. Jetzt zum ersten Mal die Einzelwertung zu gewinnen und gleichzeitig mit Italien die World Trophy zu holen, ist fantastisch“, erklärte Verona.

Josep García beendete die Einzelwertung auf Platz zwei, während Zach Pichon aus Frankreich Dritter wurde. Grant Davis und Morgan Lesiardo komplettierten die ersten fünf Positionen.

Vier Zehntelsekunden entscheiden die Enduro3

Auch in den einzelnen Hubraumklassen gab es einige bemerkenswerte Entscheidungen.

Josep García sicherte sich trotz der verpassten Gesamtwertung den Sieg in der Enduro1. Morgan Lesiardo wurde Zweiter, während Max Ahlin mit 23 Sekunden Rückstand auf Lesiardo den dritten Platz belegte.

In der Enduro2 setzte sich Andrea Verona vor Zach Pichon und Grant Davis durch.

Besonders knapp wurde es in der Enduro3. Nach sechs Renntagen trennten Brad Freeman und Julien Roussaly gerade einmal vier Zehntelsekunden. Der Brite auf Beta behielt die Oberhand und sicherte sich damit den Klassensieg vor dem Franzosen. Albin Norrbin aus Schweden wurde Dritter.

Bei den Junioren gewann Alberto Elgari die Einzelwertung mit mehr als drei Minuten Vorsprung auf Toby Cleveland aus den USA. Clément Clauzier aus Frankreich belegte Rang drei.

In der Frauen-Einzelwertung dominierte Brandy Richards. Die Amerikanerin gewann mit 5:39 Minuten Vorsprung auf die Australierin Danielle McDonald, die damit ihr bislang bestes Ergebnis bei den 6DAYS erreichte. Korie Steede komplettierte das Podium vor Madi Simpson und Rachael Archer.

KTM gewinnt Herstellerwertung, Rabaconda die Clubwertung

Auch die Herstellerwertung ging an Red Bull KTM Factory Racing. Andrea Verona, Grant Davis und Josep García sicherten der österreichischen Marke den Sieg vor TM MOTO Boano Factory und Honda Racing.

In der Club Team Award-Wertung setzte sich Team Rabaconda durch. Nach sechs Tagen betrug der Vorsprung auf die Missouri Mudders 1:40 Minuten.

Colton Shields sprach anschließend von einer besonders schwierigen Woche.

„Es fühlt sich unglaublich an, diese Wertung zu gewinnen. Die Woche war hart und die Bedingungen waren ziemlich heftig. Wir mussten sowohl mit unseren Motorrädern als auch mit unseren Kräften sehr sorgfältig umgehen.“

Die Missouri Mudders gewannen zwar den abschließenden Renntag, konnten den Gesamtrückstand aber nicht mehr aufholen. Mit GTBN auf Rang drei und Hough Legacy Racing auf Platz vier gingen sämtliche ersten vier Positionen der Clubwertung an amerikanische Mannschaften. Chile Junior 2 belegte Rang fünf.

Die Veteranenwertung gewann das Gottbros Team vor Team Motokrosova Skola-CZ und Cone Valve Team M.C. Sitge. Bei den Frauen-Clubteams setzte sich das Rogershill Women’s Team durch.

In der Einzelwertung der Clubfahrer gewann der Italiener Manolo Morettini vor Jhak Walker und Will Sievenpiper.

Die Dunlop GEOMAX Challenge entschied Simone Cagnoni für sich. Dylan McDonald belegte den zweiten Platz vor Jaden Dahners.

Mit den Entscheidungen am Strand von Sines endete eine Jubiläumsausgabe, die den Fahrern nach Angaben der Veranstalter einiges abverlangte. Für Italien dürfte sie besonders lange in Erinnerung bleiben: Zwei Mannschaftstitel und der erste Gesamtsieg von Andrea Verona machten Portugal 2026 zu einer ausgesprochen erfolgreichen 6DAYS für die italienische Mannschaft.