Team Deutschland erlebt schwierige Junioren-WM in Jinín

Das Team Germany der Junioren Motocross Weltmeisterschaft 2026 in Jinín

Das Team Germany der Junioren Motocross Weltmeisterschaft 2026 in Jinín. / Foto: IMR

Die FIM Junior Motocross Weltmeisterschaft im tschechischen Jinín hatte für Team Deutschland einiges zu bieten – leider nicht nur positive Schlagzeilen. Starke Leistungen in der Qualifikation, vielversprechende Ausgangspositionen und jede Menge Potenzial wechselten sich mit Stürzen, Defekten und einer schweren Verletzung ab. Am Ende sprang Rang 15 in der Nationenwertung heraus.

Der Samstag machte Lust auf mehr

Der Auftakt verlief durchaus nach Plan. Vor allem Luca Nierychlo sorgte für Aufsehen. Der 85ccm-Pilot fuhr in seiner Qualifikationsgruppe Bestzeit und unterstrich damit eindrucksvoll seine starke Form der vergangenen Wochen.

Auch Max Meyer präsentierte sich in der 125ccm-Klasse stark und qualifizierte sich als Fünfter seiner Gruppe. Bruno Lenarz schaffte als Zehnter der 65ccm-Klasse ebenfalls souverän den Sprung in die Hauptrennen, Matteo Bauten löste das Ticket mit Rang 18.

Bundestrainer Christian Brockel zeigte sich nach dem Qualifikationstag entsprechend zufrieden. „Die vier Fahrer, die wir durchbekommen haben, haben richtig gute Ergebnisse eingefahren.“

Mehr Druck als Gegner

Weniger gut lief es für Finn Lange und Tim Schröter. Beide hatten sich in der EMX125 bereits auf internationalem Niveau bewiesen, konnten ihre Leistung in Jinín aber nicht abrufen. Für Brockel lag das Problem weniger am fahrerischen Können. „Vom Niveau her wäre das auf jeden Fall drin gewesen. Ich glaube aber, dass sie sich selbst zu viel Druck gemacht haben.“

Besonders bitter verlief das Wochenende für Finn Lange. Im Last Chance Qualifier lag er lange auf Qualifikationskurs, ehe nach einer Kollision mit einem anderen Fahrer sein Auspuff beschädigt wurde. Ohne Motorleistung war das Rennen praktisch verloren.

Der Youngster machte anschließend keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Ich bin sehr enttäuscht von mir selbst und es tut mir leid für jeden, der beteiligt war.“

Schock im ersten Lauf

Was am Samstag noch nach einer echten Erfolgsgeschichte aussah, änderte sich am Sonntag innerhalb weniger Augenblicke.

Luca Nierychlo, der tags zuvor mit der schnellsten Qualifikationszeit seiner Gruppe überzeugt hatte, schied bereits kurz nach dem Start des ersten Wertungslaufs aus. Der Deutsche kam in der Anfangsphase zu Fall und musste anschließend medizinisch versorgt werden.

Nach ersten Untersuchungen stand fest, dass er sich unter anderem eine Rückenverletzung sowie eine Fraktur der linken Hand zugezogen hatte. Trotz der Schwere des Sturzes gab es zumindest eine beruhigende Nachricht: Sein Zustand war stabil und neurologische Ausfälle wurden zunächst nicht festgestellt.

Für den 85ccm-Piloten ist die Verletzung dennoch ein herber Rückschlag. Nach seinem Titelgewinn bei den Dutch Masters und einer bislang starken Saison zählte Nierychlo auch international zu den Fahrern, denen in diesem Jahr einiges zuzutrauen war. Entsprechend groß war die Enttäuschung im deutschen Lager, denn mit ihm verlor Team Deutschland früh einen seiner stärksten Hoffnungsträger.

Kämpferisch bis zum Schluss

Auch die übrigen deutschen Fahrer hatten am Sonntag kein einfaches Rennen. Bruno Lenarz hielt sich zunächst in den Top 15, musste im weiteren Rennverlauf aber einige Positionen abgeben. Matteo Bauten wurde nach einem ordentlichen Start durch einen Sturz zurückgeworfen und verlor ebenfalls wichtige Plätze.

Trotz der Rückschläge gaben alle Fahrer bis zum Ziel alles. Das Ergebnis fiel am Ende zwar nicht so aus, wie man es sich erhofft hatte, am Einsatz lag es aber ganz sicher nicht.

Das Ergebnis erzählt nicht die ganze Geschichte

Mit Platz 15 in der Nationenwertung blieb Team Deutschland hinter seinen Möglichkeiten. Gleichzeitig hat das Wochenende gezeigt, dass der deutsche Nachwuchs durchaus das Tempo besitzt, um auf internationaler Bühne vorne mitzufahren.

Die Bestzeit von Luca Nierychlo, die starke Qualifikation von Max Meier und die Leistungen der übrigen Fahrer machten deutlich, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Doch bei einer Junioren-Weltmeisterschaft liegen Erfolg und Enttäuschung oft nah beieinander.

Für Team Deutschland endet die Reise nach Jinín deshalb mit gemischten Gefühlen: sportlich hinter den Erwartungen, aber mit der Erkenntnis, dass das Potenzial für deutlich bessere Ergebnisse vorhanden ist. Jetzt bleibt vor allem die Hoffnung, dass Luca Nierychlo schnell wieder gesund wird und bald auf die Rennstrecke zurückkehren kann.