Talviku beschert SHR Motorsports den ersten Gesamtsieg seit 2022
Ein glücklicher Jörgen Matthias Talviku nach dem Gesamtsieg für das SHR Motorsports Team
Vier Jahre musste SHR Motorsports auf diesen Moment warten. In Vellahn beendete Jörgen-Matthias Talviku die lange Durststrecke des Yamaha-Teams – und das auf die deutlichste Art, die im ADAC MX Masters möglich ist.
Drei Läufe, drei Holeshots, drei Siege.
Der Este holte auf der Vellahner Heide das Punktemaximum und feierte damit seinen ersten Gesamtsieg im ADAC MX Masters. Für die Mannschaft von Steffen Hünecke hatte dieser Erfolg allerdings noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Zuletzt hatte Valentin Guillod im Jahr 2022 einen Masters-Gesamtsieg für das Team eingefahren.
Man hatte also lange darauf gewartet. Entsprechend groß war die Freude bei Hünecke, der nach dem Wochenende vor allem hervorhob, was ein solcher Erfolg mit der gesamten Mannschaft macht. Ein Sieg ist schließlich nicht nur die Bestätigung für den Fahrer, sondern auch für Mechaniker, Helfer und alle anderen, die hinter dem Team stehen.
Und diesmal gab es an dem Ergebnis auch nicht viel herumzurechnen.
Von Beginn an schnell
Schon im Training deutete Talviku an, dass ihm die Strecke des MC Vellahn liegt. Er setzte die Bestzeit und sicherte sich damit den Acerbis Best Qualifier.
Im ersten Lauf folgte direkt der Holeshot. Talviku übernahm die Führung und kontrollierte das Rennen, bis der schwere Sturz von Maximilian Spies für einen vorzeitigen Abbruch sorgte. Nach zehn gefahrenen Runden wurde das Ergebnis gewertet.
Damit hatte Talviku seinen ersten Laufsieg im ADAC MX Masters in der Tasche. „Schon beim ersten Blick auf die Strecke am Freitag hat sie mir sehr gut gefallen“, sagte er später. Dazu passte auch die Yamaha von Beginn an: „Mein Motorrad hat von Anfang an sehr gut gelegen und ich hatte viel Spaß beim Fahren.“
Das war am Samstag bereits zu erkennen. Dass daraus ein perfektes Wochenende werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand wissen.
Am Sonntag ging es genauso weiter.
Talviku zog auch im zweiten Lauf den Holeshot und bestimmte anschließend das Rennen von vorne. Während sich Roan van de Moosdijk erst aus dem Mittelfeld auf Rang zwei arbeiten musste, konnte der Este vorne seinen Rhythmus fahren.
Zweiter Start, zweiter Sieg.
Spätestens damit war Talviku nicht mehr nur der Mann, der am Samstag seine Masters-Siegespremiere gefeiert hatte. Er war der Fahrer, den an diesem Wochenende niemand schlagen konnte.
Im letzten Lauf bekam er allerdings mehr Druck. Van de Moosdijk lag bereits in der zweiten Runde hinter ihm und blieb über längere Zeit dran. Für den Niederländer ging es dabei um die vorzeitige Titelverteidigung, entsprechend musste er irgendwann entscheiden, wie viel Risiko ein möglicher Laufsieg noch wert war.
Talviku musste sich darüber keine Gedanken machen. Er blieb vorne, während van de Moosdijk in der Schlussphase etwas herausnahm. Talviku gewann auch den dritten Lauf. 1-1-1. Mehr ging nicht.
Ein Sieg, auf den SHR lange warten musste
Für Talviku war Vellahn der bisher größte Erfolg seiner ADAC MX Masters-Saison. Bei SHR Motorsports dürfte dieser Sonntag aber noch aus einem anderen Grund hängen bleiben.
Der letzte Gesamtsieg des Teams stammt aus 2022. Damals war Valentin Guillod der Mann, der die Yamaha von Steffen Hüneckes Mannschaft zum Sieg fuhr.
Seitdem war SHR immer wieder im Masters-Fahrerlager vertreten und vorne dabei, der nächste Gesamtsieg ließ aber auf sich warten. Bis Vellahn.
Hünecke war nach dem Erfolg entsprechend zufrieden. Dabei ging es ihm weniger darum, vier Jahre ohne Sieg groß aufzurechnen. Viel wichtiger war für ihn der Effekt auf die Mannschaft. Wenn ein Team lange auf so einen Moment hinarbeitet, kann ein Sieg einiges auslösen.
Denn im Fahrerlager sieht man am Wochenende vor allem Fahrer und Mechaniker. Dahinter steckt aber deutlich mehr Arbeit. Motorräder müssen vorbereitet, Teile organisiert, Sponsoren betreut und die Einsätze finanziert werden. Wenn am Ende irgendwann wieder ganz oben auf dem Podium gestanden wird, weiß auch der Rest der Mannschaft, wofür man den ganzen Aufwand betreibt.
Genau diese Wirkung hob Hünecke nach Vellahn hervor.
Und vielleicht war gerade die Art des Erfolgs wichtig. Talviku gewann nicht aufgrund eines einzelnen starken Laufs oder weil die Ergebnisse der Konkurrenz zufällig passend zusammenfielen. Er war vom Qualifying bis zum letzten Lauf vorne dabei. Best Qualifier. Drei Holeshots. Drei Laufsiege. Deutlicher kann man einen Gesamtsieg kaum einfahren.
Passte Vellahn einfach perfekt zu Talviku?
Talviku selbst machte aus einem Grund für seine starke Vorstellung kein Geheimnis. Die Mischbodenstrecke gefiel ihm vom ersten Moment an, das Motorrad funktionierte und mit den drei Holeshots konnte er sich viel Arbeit ersparen.
„Meine drei Holeshots haben mir das Leben erleichtert, und ich konnte konstant schnell fahren. Meine Fitness ist auch auf einem guten Stand“, erklärte er.
Da kamen also einige Dinge zusammen. Trotzdem muss man drei Starts erst einmal gewinnen. Und wer danach jedes Mal vorne wegfährt, muss das Tempo auch über die Distanz halten können.
Vellahn war deshalb mehr als nur ein guter Tag für Talviku. Mit dem Punktemaximum schob er sich gleichzeitig auf Rang drei der Meisterschaft nach vorne. Vor ihm liegen der frischgebackene Champion Roan van de Moosdijk und Tom Koch.
Beim Finale in Fürstlich Drehna wird sich zeigen, wie viel von diesem Schwung Talviku mitnehmen kann.
Für SHR Motorsports ist eine andere Sache bereits erledigt: Das Warten auf den nächsten Gesamtsieg hat nach vier Jahren ein Ende.
