Nicolai Skovbjerg macht den Titel vorzeitig klar
Nicolai Skovbjerg ist ADAC MX Youngster Cup Champion 2026
War Nicolai Skovbjerg 2026 vor allem deshalb so schwer zu schlagen, weil er auch aus schlechten Ausgangslagen fast immer noch ein gutes Ergebnis gemacht hat?
Vellahn lieferte dafür noch einmal ein ziemlich gutes Beispiel. Skovbjerg gewann zwar den ersten Lauf, doch in den beiden Sonntagsrennen musste er jeweils aus den Top 10 nach vorne kommen. Genau diese Fähigkeit hatte ihm über die Saison ein komfortables Punktepolster eingebracht – und am Sonntag reichte schließlich Rang drei im zweiten Lauf, um den ADAC MX Youngster Cup 2026 vorzeitig zu gewinnen.
Bis Fürstlich Drehna musste der Däne also nicht mehr warten.
Dabei ging Skovbjerg das Wochenende keineswegs so an, als wolle er seinen Vorsprung nur irgendwie verwalten. Im ersten Lauf am Samstag hielt er sich während der ersten Rennhälfte zunächst zurück, bevor er das Tempo erhöhte und nach vorne ging.
Am Ende stand der Laufsieg vor Gyan Doensen und Levi Townley.
Damit war die Ausgangslage für Sonntag noch komfortabler. Nur der Weg zum entscheidenden Ergebnis wurde etwas länger.
Wieder einmal durchs Feld
Im zweiten Lauf erwischte Gyan Doensen den Holeshot und war vorne schnell weg. Der Niederländer fuhr einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen, während Sebastian Leok auf Rang zwei lag.
Skovbjerg steckte dagegen zunächst innerhalb der Top 10 fest. Wer seine Saison verfolgt hat, dürfte dieses Bild kennen. Seine Starts waren nicht immer seine stärkste Waffe, anschließend fehlte ihm aber selten der Speed, um den Schaden wieder zu reparieren. Auch in Vellahn nicht.
Noch während der ersten Rennhälfte arbeitete sich Skovbjerg bis auf Rang drei nach vorne. Damit änderte sich seine Aufgabe schlagartig. Für den Titel musste er weder Leok noch Doensen einfangen. Er musste einfach nur sitzen bleiben.
Skovbjerg verzichtete auf unnötiges Risiko und brachte den dritten Platz ins Ziel. Doensen gewann vor Leok – und dahinter überquerte der neue ADAC MX Youngster Cup Champion 2026 die Ziellinie.
„Es war eine gute Saison. Meine Starts waren oft nicht die besten, dadurch musste ich mich bis nach vorne kämpfen. Aber ich habe nie aufgegeben und denke, dass ich diesen Titel verdient habe“, sagte Skovbjerg anschließend.
Gerade der erste Teil seiner Aussage beschreibt ziemlich gut, warum er die Meisterschaft schon vor dem Finale entscheiden konnte. Ein schlechter Start wurde bei ihm eben nicht automatisch zu einem schlechten Rennen.
Titel sicher – und trotzdem weiter nach vorne
Noch deutlicher wurde das im dritten Lauf. Die Meisterschaft war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Skovbjerg hätte sich also durchaus einen ruhigen Nachmittag machen können. Zumal er erneut innerhalb der Top 10 aus der ersten Phase des Rennens kam.
Stattdessen begann das gleiche Spiel noch einmal. Skovbjerg arbeitete sich Position für Position nach vorne und nahm sich vier Runden vor Schluss auch noch Nico Stenberg vor. Mit dem Überholmanöver ging er auf Rang zwei.
Doensen war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erreichbar und gewann auch den dritten Lauf Start-Ziel. Mit 2-1-1 holte sich der Niederländer den Veranstaltungssieg, während Skovbjerg nach seinem Sieg am Samstag und den Plätzen drei und zwei Gesamtzweiter wurde. Sebastian Leok belegte Rang drei.
Dass Doensen in Vellahn am Ende mehr Laufsiege holte und die Veranstaltung gewann, ändert an Skovbjergs Wochenende wenig. Der Däne war mit einem anderen Ziel angereist – und hatte dieses bereits nach dem zweiten Lauf erledigt. „Ich bin sehr, sehr glücklich darüber. Jetzt ist der Druck weg und ich würde gerne beim Finale in Fürstlich Drehna nochmal gewinnen.“
Das dürfte die interessanteste Aussicht für das letzte Rennwochenende sein. Denn dort muss Skovbjerg weder Punkte zählen noch darüber nachdenken, ob ein Angriff den möglichen Titel gefährden könnte. Seine Meisterschaft ist bereits eingetütet.
In Fürstlich Drehna kann der neue Champion deshalb wieder genau das machen, was er selbst angekündigt hat: auf Sieg fahren.
