MXGP of Trentino Bericht und Ergebnisse MXGP Klasse

MXGP of Trentino Bericht und Ergebnisse MXGP Klasse / Foto: SevenOnePictures

Der anspruchsvolle Track in Trentino provozierte wieder reichlich Fehler der Fahrer und besonders ein Startchaos mischt die MXGP-Klasse durch. Am Ende war es Jorge Prado, der seinen ersten Saison-Sieg feiert.

Fehlerfreier Sonntag von Prado

Dabei war es Prado, der am Tag zuvor im Quali-Rennen durch ein rutschendes Vorderrad wichtige Punkte verspielte. Am Sonntag hingegen nutzte der Spanier seine exzellente Starttechnik, um seine GasGas mit einem 1-3-Ergebnis ganz oben aufs Podium zu stellen.

Prado war nach dem Sieg sichtlich gerührt und verdrückte einige Tränen, als er davon sprach, dass er hoffe, dass sein Großvater noch viele Rennen von ihm sehen kann. Ein Zeichen dafür, wie viel ihm dieser Sieg bedeutet. Hier sein Statement:

„Ich bin sehr glücklich über den Sieg! Ich hatte ein wenig mit der Strecke zu kämpfen, daher war dieser Sieg sehr wichtig für mich. Ich hatte zwei perfekte Starts auf meiner MC 450F. Im ersten Lauf konnte ich einen Vorsprung herausfahren und das Rennen einfach durchziehen. Im zweiten Durchgang habe ich versucht, dasselbe zu tun, ohne Fehler zu machen, und wurde Dritter. Ich bin wirklich glücklich mit diesem Ergebnis.“

Startsturz bringt Chaos

Prado sprach an anderer Stelle davon, dass im zweiten Moto Kontrahent Herlings einfach zu schnell gewesen sei. Eine Tatsache, von der der Niederländer 2023 noch weit entfernt war, teilweise, wie in Hawkstone oder in der Schweiz, erschreckend weit.

Doch in Trentino, auf diesem schwierigen und extrem rutschigen Geläuf, brillierte Herlings mit der jeweils schnellsten Rennrunde. Ob der zigfache Weltmeister nicht sogar den Tagessieg geholt hätte, wenn es nicht zu einem Startcrash gekommen wäre, der hier noch mehrfach erwähnt wird? Als es am Sonntag für die MXGP-Piloten zum ersten Mal durch die erste Kurve ging, riss der stürzende Romain Febvre sowohl Herlings als auch Seewer und Tom Koch mit.

Herlings sattelte dabei wohl als Zweitlangsamster sein orangenes Ross wieder auf, denn nach der ersten Runde wurde er als 27. gelistet, Seewer gar nur als 31, Koch auf 25 und Febvre bereits als 21. Nundenn, der Niederländer prügelte mit seiner Factory KTM teilweise derart schnelle 51er Rundenzeiten aufs rutschige Parkett, dass selbst die Mannen an der Spitze neidisch wurden. Durch die schwierige Strecke reichte es am Ende doch „nur“ bis zur neunten Position im Ziel.

Comeback des alten Herlings?

Das war auch der Grund, warum der 28-Jährige als Laufsieger im zweiten Moto am Ende nur Dritter auf dem Podium wurde. Dabei zeigte er den Zuschauern, warum es sich immer lohnt zu einem Grand Prix zu kommen. Nur auf sieben gestartet, kämpfte Jeffrey sich nach vorn. In den USA würde man sagen: „He was lurkin“. Herlings selbst beschrieb es als Beast Mode, und das war es auch!

Ein Beispiel: Zur Rennmitte war er auf drei liegend bei Renaux und Prado angekommen. Innerhalb von nur wenigen Kurven fuhr er an ihnen vorbei und schraubte in der Folge seine Rundenzeiten zu diesem Zeitpunkt als Einziger unter die 1:50er Grenze. Ein eindrucksvoller Sieg von Herlings udn Ansage für die Zukunft!?

Hier sein Statement: „Im ersten Lauf hatte ich einen guten Start, aber ich glaube, Romains Vorderrad ist weggerutscht und ich bin einfach in ihn hineingefahren. Im zweiten Lauf lag ich zu Beginn zwischen Platz 8 und 10, aber dann habe ich den ‚Beast‘-Modus aktiviert. Defensiv zu fahren hat nicht immer funktioniert. Also dachte ich mir: ‚Lass uns zum alten Jeffrey zurückkehren‘ und pushen: Ich habe gezeigt, wozu ich fähig bin. Wir haben an diesem Wochenende ein paar Punkte verloren, aber ich hoffe, dass ich sie in ein paar Wochen in Portugal wieder aufholen kann.“

Yamahas Freude & Sorge

Punkte gewonnen hingegen hat Maxime Renaux, zumindest auf Herlings. Der Tageszweite startete jeweils gut und arbeitete sich gewohnt aggressiv nach vorn. Dabei bleibt seine Fahrweise weiterhin bei „wie kann der so schnell sein“ bis spektakulär. Yamaha wird wohl noch viel Freude mit ihm haben.

Diese hat, mit Verlaub, Jeremy Seewer mit Sicherheit nicht. Jeder weiß, Jeremy weiß, Yamaha weiß, alle wissen, wie schnell der Schweizer sein kann. Soweit so gut, die wahre Gefahr für alle anderen ist beim Schweizer aber seine unglaubliche Konstanz der letzten Jahre. Es gibt keinen Fahrer, der so viele Rennen ohne Ausfälle hintereinander absolviert hat wie er. Außer zu Saisonbeginn in Argentinien, wo er mit einem spektakulären Abflug Instagram zum Glühen brachte.

Dies scheint ihm allerdings noch immer in den Knochen zu hängen, wie er selbst sagt: „Ich hatte gestern einen guten Tag. Er war solide. Mein Speed war da und ich fühlte mich gut, aber uns fehlen im Moment die Starts und das macht es schwierig. Ich habe das Gefühl, dass ich den Speed habe, vielleicht bin ich nicht bei 100 Prozent, aber ich weiß, dass ich gut genug bin, um unter die ersten Drei zu kommen… aber es war alles andere als einfach, denn nach den Stürzen, die ich in diesem Jahr hatte, fühlt sich mein Körper leer an, ich habe nicht die Energie, um um Siege zu kämpfen.“

Wie zuvor geschrieben war der Schweizer im Startcrash verwickelt und kam nur als 16. ins Ziel. Rang fünf im zweiten Lauf ging schon eher in die richtige Richtung.

Was geschah noch?

Quali-Sieger und Start-Crash-Verursacher Romain Febvre wurde mit einem 13-4-Ergebnis am Ende Siebter der Tageswertung. Spannend war es vor allem im ersten Lauf hinter der Spitzengruppe. Durch die Stürze der drei Top-Piloten Febvre, Herlings und Seewer waren es andere, die hinter der spanischen Doppelspitze Prado/Fernandez für Unterhaltung sorgten. Ben Watson, Benoit Paturel, Mattia Guadagnini, Valentin Guillod und Alberto Forato boten sich Rundenlange kämpfe.

Diverse Überholmanöver und entsprechende Versuche ergaben einen spannenden Kampf um die Plätze ab der vierten Position des ersten Motos, den am Ende Guadagnini vor Forate, Vlaanderen und Guillod gewann.

Die Deutschen

Gleich eins, zwei, drei, vier Deutsche nahmen die Reise auf sich, um sich kurz hinter dem Brenner der internationalen Konkurrenz zu stellen. Am besten davon kam trotz seines unverschuldeten Startsturzes im erste Heat Tom Koch weg. Nahezu als Letzter nahm der Kosak-Pilot das Rennen wieder auf und wurde schon als 25. nach der ersten Runde gewertet. Danach fuhr der Thüringer bis auf Rang 19 von insgesamt 40 Fahrern vor und damit nur drei Plätze hinter Seewer!

Lauf zwei sprang ebenfalls die 19. Position heraus. Max Spies (28.) und Marc Scheu (34.) blieben ohne Punkte, Paul Haberland stürzte im ersten Lauf und reiste verletzt ab. Henry Jacobi reiste dank Schulterproblemen und einer Covid-Erkrankung gar nicht erst an. Gute Besserung beiden.

Ergebnis MXGP of Trentino

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