Smulders liefert, Krug bestätigt – und der Youngster Cup hält, was er verspricht
Scott Smulders gewinnt den ADAC Youngster Cup in Grevenbroich
Der ADAC MX Youngster Cup ist in Grevenbroich genau so in die Saison gestartet, wie man es erwarten durfte: eng, intensiv und ohne echten Spielraum für Fehler. Drei Rennen, drei unterschiedliche Geschichten – und am Ende ein Podium, das direkt eine Richtung vorgibt.
Ganz oben: Scott Smulders. Dahinter Nicolai Skovbjerg. Und mit Jan Krug ein Deutscher, der sein Heimrennen nutzt.
Smulders: Neuer Rahmen, neues Selbstverständnis
Scott Smulders wirkt an diesem Wochenende wie ein Fahrer, der genau weiß, was er tut. Keine unnötigen Risiken, kein Überziehen – stattdessen saubere Rennen und eine Linie, die sich durchzieht. „Ich habe den ganzen Winter extrem hart gearbeitet – und das zahlt sich jetzt aus.“ Der Wechsel zu Sixtyseven Racing scheint für ihn genau der richtige Schritt gewesen zu sein. Nachdem er 2025 noch am Podium vorbeigeschrammt ist, sitzt jetzt vieles. Vor allem dann, wenn es darauf ankommt.
Smulders bringt die Läufe kontrolliert nach Hause, bleibt ruhig und lässt sich auch von Druckphasen nicht aus dem Konzept bringen. Am Ende steht nicht nur der Tagessieg – sondern auch die Red Plate.
Skovbjerg: Nah dran, aber nicht ganz auf seiner Linie
Nicolai Skovbjerg zeigt, dass er sofort wieder eine Rolle spielt. Speed ist da, Präsenz auch – nur läuft nicht alles nach Plan. Vor allem im zweiten Lauf fehlt ihm genau die Phase, in der er normalerweise zulegen kann. Schlechter Start, Rennunterbrechung – und damit weniger Zeit, um sich nach vorne zu arbeiten. „Die letzten fünf Minuten wurden mir genommen – genau dort bin ich eigentlich immer stark.“
Trotzdem bleibt er dran, hält den Anschluss und bringt ein starkes Gesamtergebnis ins Ziel. Kein perfektes Wochenende – aber eines, das zeigt, dass mit ihm zu rechnen ist.
Krug: Heimspiel genutzt
Jan Krug liefert das, was man sich aus deutscher Sicht erhofft hat – und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Gesamtrang drei beim ersten Rennen mit neuem Team, dazu ein Auftritt, der über das ganze Wochenende hinweg stabil bleibt. „Ich habe jede Runde die Leute gehört, die mich angefeuert haben – das hat definitiv geholfen.“
Der Heimvorteil ist spürbar, aber nicht der einzige Faktor. Krug fühlt sich auf der Strecke wohl, kommt schnell ins Fahren und hält das Niveau. Auch dann, als es körperlich zäher wird. „Am Ende war ich schon ziemlich müde, ehrlich gesagt.“ Die Strecke selbst fordert alles. Tiefe Spurrillen, viele Kanten, kaum Ruhephasen. „Man musste die ganze Zeit voll konzentriert bleiben“, so Krug.
Genau das gelingt ihm – und genau das bringt ihn aufs Podium.
Wechsel mit Wirkung
Was auffällt: Sowohl Smulders als auch Krug stehen nach ihrem Teamwechsel direkt vorne. Beide hatten 2025 noch das Nachsehen, beide starten jetzt mit einem Podium in die neue Saison. Smulders wechselt zu von Dörr zu SixtySeven Racing, Krug von SixtySeven zu Dörr Motorsport Triumph Racing – und bei beiden wirkt es, als hätte sich das Gesamtpaket spürbar verbessert.
Der Auftakt liefert damit nicht nur Ergebnisse, sondern auch eine erste Verschiebung im Feld.
Kein Platz für Fehler
Hinter den Top drei zeigt sich ein Feld, das sofort reagiert, wenn jemand nachlässt. Die Abstände bleiben klein, die Positionskämpfe konstant. „Es wird ein hartes Jahr“, bringt es Smulders auf den Punkt. Und genau danach fühlt es sich an. Kein Fahrer, der sich absetzen kann – aber mehrere, die jederzeit vorne reinfahren können.
Ein erster Fingerzeig
Grevenbroich liefert keine endgültigen Antworten, aber einen klaren ersten Eindruck. Smulders setzt das erste Ausrufezeichen. Skovbjerg bleibt dran. Krug bringt sich ins Spiel. Die Saison ist eröffnet – und sie dürfte genau so eng bleiben, wie sie begonnen hat.
