Simon Längenfelder verlässt Frankreich mit einem blauen Auge
Simon Längenfelder kämpfte beim MXGP of France mit mittelmäßigen Starts
Der MXGP of France entwickelte sich für Simon Längenfelder zu einem jener Wochenenden, an denen am Ende weniger das Ergebnis als vielmehr die Schadensbegrenzung zählt.
Auf der engen und technisch anspruchsvollen Strecke von Lacapelle-Marival tat sich der amtierende Weltmeister über weite Strecken schwer, seine eigentliche Geschwindigkeit in entscheidende Positionen umzusetzen. Trotzdem reist der KTM-Pilot weiterhin mit dem Red Plate des WM-Führenden zum kommenden Grand Prix nach Teutschenthal.
Und genau das dürfte nach diesem Wochenende fast wichtiger sein als die Platzierung selbst.
Starts werden zum Problem
Bereits am Samstag deutete sich an, dass Frankreich für Längenfelder kompliziert werden könnte. Ein mäßiger Qualifying-Start zwang den Deutschen früh zu zusätzlichen Zweikämpfen auf einer Strecke, die kaum echte Überholmöglichkeiten zuließ.
Genau dieses Problem zog sich anschließend auch durch den Sonntag.
Zwar präsentierte sich Längenfelder im ersten Lauf deutlich verbessert und arbeitete sich bis auf Rang drei nach vorne, wurde aber zum Ende von Camden McLellan überholt. „Nicht ganz einfach dieses Wochenende. Ich hatte Probleme mit den Starts, daran müssen wir weiter arbeiten“, erklärte Längenfelder nach dem Rennen.
Gerade in Lacapelle-Marival wurde deutlich, wie schnell schlechte Ausgangspositionen zum echten Nachteil werden konnten. Die Strecke blieb über weite Teile extrem einspurig, alternative Linien entstanden kaum.
Sturz kostet wichtige Punkte
Im zweiten Lauf schien Längenfelder zunächst erneut auf Kurs Richtung Top Fünf zu liegen. Lange bewegte sich der Deutsche stabil innerhalb der Spitzengruppe, ehe ein kleiner Fehler kurz vor Rennende weitere wichtige Punkte kostete.
Beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve verlor Längenfelder kurz die Kontrolle und ging zu Boden. Dadurch verlor er nicht nur Zeit, sondern auch noch eine Position an Teamkollege Sacha Coenen. „Mit meinem Fahren war ich eigentlich zufrieden. Nur der Sturz gegen Ende des zweiten Laufs war frustrierend“, sagte der KTM-Pilot.
Mit den Platzierungen vier und sieben reichte es am Ende dennoch zu Rang fünf in der Tageswertung.
Coenen nutz seine Chance nicht
Viel entscheidender dürfte allerdings der Blick auf die Meisterschaft sein. Denn während Längenfelder in Frankreich wichtige Punkte liegen ließ, konnte auch sein Widersacher Sacha Coenen die Situation nicht entscheidend nutzen und verlor ebenfalls wichtige Zähler.
Aus drei Punkten Rückstand wurden nach dem Rennen in LaCapelle-Marival acht Punkte, die die beiden KTM-Piloten inzwischen an der Spitze der MX2-WM trennen.
Teutschenthal rückt in den Fokus
Viel Zeit zum Nachdenken bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Wochenende wartet mit dem MXGP of Germany in Teutschenthal das wichtigste Rennen der bisherigen Saison für den Deutschen. Und trotz des schwierigen Frankreich-Rennen dürfte die Ausgangslage kaum spannender sein.
Mit dem Red Plate im Gepäck reist Längenfelder nun zum MXGP of Germany nach Teutschenthal. Dass ein deutscher Fahrer als amtierender Weltmeister und aktueller Spitzenreiter der MX2-Klasse zum Heimrennen antritt, gehört im deutschen Motocross inzwischen eher zu den Ausnahmen als zur Normalität.
Entsprechend groß dürfte die Aufmerksamkeit im Talkessel ausfallen. „Deutschland als nächstes – das wird cool“, sagte Längenfelder mit Blick auf das kommende Wochenende.
