Riola als Realitätstest – was die Fahrer wirklich sagen
Start der MXGP Klasse in Riola Sardo
Der MXGP of Sardegna hat wieder genau das geliefert, was man von diesem Wochenende erwartet – und gleichzeitig genau das offengelegt, was sonst oft zwischen den Ergebnissen verschwindet. Riola zwingt die Fahrer zu Ehrlichkeit. Im Fahrerlager, aber vor allem sich selbst gegenüber.
Die Aussagen nach dem Wochenende gehen deshalb alle in eine ähnliche Richtung. Weniger Ausreden, mehr Einordnung.
Zwischen Anspruch und Realität
Jeffrey Herlings bringt es ziemlich direkt auf den Punkt: „Ich hatte das Gefühl, dass ich wieder der Beste vom Rest war.“ Gleichzeitig schiebt er nach: „Er (Lucas Coenen) war an diesem Wochenende einfach besser.“
Diese Kombination zieht sich durch viele Stimmen. Herlings sieht Fortschritt – „ich habe das Gefühl, dass ich näher gekommen bin“ – bleibt aber realistisch: „Ich muss einfach noch ein bisschen mehr Speed finden.“
Ähnlich klingt es bei Tom Vialle, nur aus einer anderen Perspektive: „Ich bin besser gefahren, als es das Ergebnis zeigt.“ Tempo und Starts seien da gewesen, aber „ich habe zu viele Fehler gemacht – und im Sand kostet dich das extrem viel Energie.“
Wenn das Gefühl fehlt
Ein Thema, das immer wieder auftaucht: fehlendes Vertrauen ins Bike. Calvin Vlaanderen beschreibt das sehr klar: „Ich hatte das ganze Wochenende Probleme, mich wohlzufühlen und wirklich pushen zu können.“ Erst eine Änderung am Fahrwerk bringt eine Verbesserung: „Für den zweiten Lauf haben wir den Dämpfer gewechselt und ich habe mich besser gefühlt.“
Auch Valerio Lata geht in eine ähnliche Richtung: „Ich habe nie richtig meinen Flow gefunden.“ Gerade im Sand sei das ein Problem: „Ich muss einen Weg finden, mehr nach vorne zu kommen.“
Kleine Schritte, die zählen
Andere nehmen genau aus solchen Bedingungen etwas mit. Alberto Forato spricht trotz Sturz von einem „positiven Wochenende“ und davon, „einen kleinen Schritt nach vorne gemacht“ zu haben.
Ruben Fernandez bewertet sein Wochenende ähnlich nüchtern: „Ich bin konstant geblieben und habe Fehler vermieden.“ Gerade unter diesen Bedingungen sei das entscheidend gewesen.
Auch Brent Van Doninck sieht Fortschritt – trotz Verletzung: „Zwei von drei Starts waren sehr gut – das ist definitiv positiv.“ Gleichzeitig bleibt der Anspruch: „Es war okay, aber wir wollen mehr.“
Wenn Speed da ist – aber nicht reicht
Ein wiederkehrendes Muster zeigt sich vor allem im MX2-Feld. Guillem Farres bringt es auf den Punkt: „Die Geschwindigkeit ist da, aber ich habe es nicht über das ganze Wochenende zusammenbekommen.“
Camden McLellan erlebt ein ähnliches Wochenende: „Ich habe es mir selbst schwer gemacht.“ Gute Starts, aber immer wieder zurückgeworfen. „Ich musste mich von ganz hinten nach vorne kämpfen.“ Grund dafür könnte seine schmerzende Schulter gewesen sein.
Auch Mathis Valin bestätigt das Bild: „Die Geschwindigkeit war da, ich war nah am Podium.“ Aber kleine Probleme – in seinem Fall schon früh im Rennen – verändern den gesamten Verlauf.
Sand verzeiht nichts
Was Riola so besonders macht, zeigt sich vor allem in den Aussagen zu Fehlern und deren Folgen. Romain Febvre beschreibt es konkret: „Der Sturz hat mich keine Position gekostet, aber viel Energie.“
Tim Gajser erlebt ein Wochenende, in dem genau das mehrfach passiert: „Ich bin zweimal gestürzt und musste mich von hinten nach vorne arbeiten.“
Auch Pauls Jonass nennt es beim Namen: „Typisch Riola – hier ist es immer hart.“
Die Spitze fährt ein anderes Rennen
Während viele mit sich selbst beschäftigt sind, wird vorne ein anderes Niveau gefahren. Herlings bringt es auf seine Art auf den Punkt: „Ich konnte das Tempo mitgehen, aber nicht über die Distanz halten.“ Und dann kommt der Vergleich, der hängen bleibt: „Selbst jemand wie Jett Lawrence hätte heute wahrscheinlich Probleme gehabt, dranzubleiben.“
Das ist nicht übertrieben – sondern zeigt, wie hoch das Level aktuell ist.
Entwicklung unter Druck
Trotz allem sind es genau diese Wochenenden, die Entwicklung sichtbar machen. Simon Längenfelder spricht davon, „wirklich stolz“ auf die eigene Leistung zu sein, nachdem das Team viel Arbeit ins Setup gesteckt hat.
Kay Karssemakers beschreibt den Prozess: „Wir bauen uns jede Woche weiter auf.“ Das Ziel sei klar: „Der nächste Schritt ist die Top 5.“ Auch Janis Reisulis sieht vor allem das Positive: „Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen.“
Mehr als nur ein Ergebnis
Was bleibt, ist kein klassisches Rennwochenende mit klaren Linien. Riola liefert eher Zustände als Ergebnisse.
Einige Fahrer sind nah dran, andere kämpfen noch mit grundlegenden Themen. Viele haben das Tempo – aber nicht die Konstanz. Und fast alle wissen ziemlich genau, woran es liegt.
Oder wie es Jeremy Seewer knapp zusammenfasst: „Wir müssen weiter hart arbeiten, um uns zu verbessern.“
