Renaux vor Wechsel zu De Carli? KTM-Gerüchte werden konkreter
Statt Blau, könnte Maxime Renaux im kommenden Jahr Orange tragen
Der Fahrermarkt für die Saison 2027 kommt langsam in Bewegung. Einer der spannendsten Namen dabei ist Maxime Renaux. Der Yamaha-Pilot wird seit einigen Wochen immer wieder mit Red Bull KTM in Verbindung gebracht. Nach Informationen aus dem MXGP-Fahrerlager könnte es den Franzosen allerdings nicht nach Mattighofen, sondern direkt ins De-Carli-Werksteam ziehen.
Offiziell bestätigt ist bislang nichts. Doch die Hinweise verdichten sich.
Gespräche sollen bereits stattgefunden haben
Renauxs Vertrag mit Yamaha läuft zum Saisonende aus. Damit gehört der MX2-Weltmeister von 2021 zu den begehrtesten Fahrern auf dem Markt.
Nach übereinstimmenden Hinweisen aus Frankreich soll es zwischen Renaux und dem De-Carli-Team bereits erste Gespräche gegeben haben. Eine Einigung gibt es derzeit zwar noch nicht, doch das Interesse scheint auf beiden Seiten vorhanden zu sein.
Bereits im vergangenen Jahr wurde Renaux intensiv mit Ducati in Verbindung gebracht. Am Ende entschied er sich jedoch dafür, seinen Vertrag bei Yamaha zu erfüllen. Nun könnte sich ihm erneut die Chance auf einen Tapetenwechsel bieten.
Coenen-Zwillinge könnten Platz machen
Ein möglicher Wechsel hängt auch mit der Zukunft von Lucas und Sacha Coenen zusammen. Beide werden seit Monaten mit einem Wechsel in die USA zur Saison 2027 in Verbindung gebracht. Im Fahrerlager gilt dieses Szenario inzwischen als sehr wahrscheinlich.
Sollten die Brüder tatsächlich den Schritt in die AMA SuperMotocross Championship wagen, müsste das De-Carli-Team gleich zwei Fahrer ersetzen. Renaux wäre dafür einer der naheliegendsten Kandidaten.
De Carli gilt als die Referenz
Innerhalb der KTM-Struktur genießt das Team von Claudio De Carli seit Jahren einen besonderen Ruf.
Hier wurden Weltmeister geformt. Antonio Cairoli feierte dort seine größten Erfolge, Jorge Prado gewann unter De Carli seine Titel und auch Simon Längenfelder holte 2025 im italienischen Team den MX2-Weltmeistertitel. In dieser Saison führen Lucas Coenen in der MXGP und Sacha Coenen in der MX2 die Weltmeisterschaften an – ebenfalls unter der Leitung von De Carli.
Dass dieses Team innerhalb von KTM einen besonderen Stellenwert besitzt, machte zuletzt ausgerechnet Jeffrey Herlings deutlich.
Herlings: Wer gewinnen will, muss zu De Carli
Nach seinem Grand-Prix-Sieg in Agueda sprach Herlings ungewöhnlich offen über seine Zeit bei KTM.
Der Niederländer erklärte, dass er innerhalb der österreichischen Werksstruktur irgendwann das Gefühl hatte, dort nicht mehr um Weltmeisterschaften kämpfen zu können. Aus seiner Sicht sei das De-Carli-Team innerhalb von KTM die erste Adresse.
Nach Einschätzung des fünfmaligen Weltmeisters verfügt die italienische Mannschaft über die stärkste Struktur und das beste Gesamtpaket. Wer mit KTM Titel gewinnen wolle, müsse dort fahren.
Solche Aussagen verleihen den aktuellen Gerüchten um Renaux zusätzliche Brisanz.
Frischer Anlauf auf den WM-Titel?
Sportlich würde der Wechsel durchaus Sinn ergeben. Renaux hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass er das Tempo besitzt, um Grand Prix zu gewinnen. Verletzungen und Rückschläge warfen ihn jedoch regelmäßig zurück, sodass der Angriff auf den MXGP-Weltmeistertitel bislang ausblieb.
Ein neues Umfeld könnte genau der Impuls sein, den der Franzose für den nächsten Schritt braucht.
Noch ist Geduld gefragt
Bislang hat keine der beteiligten Parteien den möglichen Wechsel bestätigt. Solange keine Verträge unterschrieben sind, bleibt das Thema Teil der sogenannten „Silly Season“.
Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass Renaux und KTM ernsthaft über eine Zusammenarbeit sprechen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, würde sich einer der stärksten Fahrer der MXGP-Klasse jenem Team anschließen, das viele im Fahrerlager derzeit als Maßstab innerhalb der KTM-Struktur ansehen.
