Längenfelder will den nächsten Grand-Prix-Sieg

Simon Längenfelder möchte in Uddevalla wieder ganz oben auf dem Podium stehen

Simon Längenfelder möchte in Uddevalla wieder ganz oben auf dem Podium stehen

Simon Längenfelder hat in Uddevalla bereits am Samstag geliefert. Der Deutsche gewann das Qualifying Race beim MXGP of Sweden, während WM-Leader Guillem Farres nach einem Sturz ohne Punkte blieb. Nur wenige Stunden zuvor hatte Längenfelder im Gespräch mit Lisa Leyland und Paul Malin erklärt, warum seine Saison nach einem starken Auftakt ins Stocken geriet und weshalb ihm Podestplätze inzwischen nicht mehr reichen.

Der KTM-Pilot sucht den nächsten Sieg am Sonntag. Seinen letzten Wertungslauf gewann er in Sardinien.

Nach vier Podien folgten sechs schwierige Grands Prix

Längenfelder startete mit vier Podien aus den ersten vier Veranstaltungen in die Saison. In Argentinien gewann er beide Sonntagsrennen. Danach verlor die Nummer 1 jene Konstanz, die ihn zu Beginn ausgezeichnet hatte.

„Es war wirklich schwierig, all diese kleinen Probleme zu verstehen“, sagte der Deutsche. Das Niveau in der MX2 sei hoch. Guillem Farres, Sacha Coenen und Camden McLellan nennt er als Konkurrenten, die auf unterschiedlichen Böden schnell sind.

Vor allem Farres hat ihm eine Stärke genommen, auf die er sich im vergangenen Jahr verlassen konnte. Hartboden mit tiefen Spurrillen gehörte 2025 zu den Bedingungen, unter denen Längenfelder häufig Vorteile hatte. Der Spanier ist dort inzwischen ebenfalls schnell.

Im zweiten Moto fehlte oft die Antwort

Die Probleme folgten über mehrere Wochenenden einem ähnlichen Muster. Im ersten Lauf fand Längenfelder meist noch seinen Rhythmus, im zweiten Moto verlor er Positionen und Zeit. In Montevarchi lag er zeitweise außerhalb der Top Ten. Nach dem Rennen wusste er selbst nicht genau, an welcher Stelle er ansetzen sollte. „Ich kam rein und war extrem enttäuscht, wusste aber nicht wirklich, was ich ändern sollte.“

Arco und Teutschenthal zählen laut Längenfelder nicht zu seinen bevorzugten Strecken. Schwieriger war für ihn, dass die Probleme anschließend blieben. Aus einem schwachen Wochenende wurden mehrere.

Marc de Reuver kam in Portugal dazu

Bis zum ersten Portugal-GP organisierte Längenfelder einen großen Teil seiner Arbeit auf dem Motorrad selbst. Einen Fitnesstrainer hatte er, einen festen Trainer an der Strecke dagegen nicht.

Seit Portugal arbeitet Marc de Reuver mit ihm. Der Niederländer kümmert sich nicht ausschließlich um fahrerische Details. Gerade nach schlechten Rennen hilft er Längenfelder, die Ursachen einzuordnen und den Kopf für den nächsten Einsatz freizubekommen.

Parallel änderte der KTM-Pilot die Abstimmung seines Motorrads. Nach verschiedenen Versuchen kehrte er zum Setup aus der Saison 2025 zurück. „Jetzt sind wir wieder auf einem Niveau, auf dem ich sagen kann: Okay, mein Motorrad funktioniert gut.“

Wechsel innerhalb der KTM-Struktur erforderte Anpassung

Auch die Arbeit innerhalb von KTM hat sich verändert. Längenfelder verbrachte zuvor vier Jahre im De-Carli-Team und wechselte anschließend auf die österreichische Seite des Factory-Programms. Die Abläufe unterscheiden sich nach seiner Aussage deutlich. In seiner neuen Umgebung musste er sich stärker selbst mit Training, Tests und der Weiterentwicklung des Motorrads beschäftigen.

Inzwischen funktioniert die Zusammenarbeit besser. Nach sechs Grands Prix ohne Podestplatz schaffte Längenfelder bei drei der vergangenen vier Veranstaltungen wieder den Sprung unter die ersten Drei.

Die Starts funktionieren wieder

Schon vor Uddevalla lief es samstags deutlich besser. Drei der vergangenen vier Qualifying Races hatte Längenfelder gewonnen. In Lommel verhinderte Camden McLellan die laufende Serie. Auch aus dem Gatter kommt Längenfelder wieder regelmäßig vorne weg. Damit erspart er sich in der Anfangsphase Zeitverlust und Überholmanöver durch das Feld.

Die größere Baustelle liegt über die komplette Renndistanz. „Sie sind alle schnell. Das bis zum Ende zusammenzuhalten, ist schwierig“, erklärte Längenfelder. Gerade die tiefen Löcher und Wellen in Lommel verlangten ihm in den letzten Runden viel ab.

Am Samstag in Uddevalla funktionierte es erneut. Mit seinem Sieg erhöhte der Deutsche seine Bilanz auf vier gewonnene Qualifying Races aus den vergangenen fünf Veranstaltungen.

Farres findet kaum einen Untergrund, der ihm nicht liegt

Noch vor dem Rennen sprach Längenfelder ausführlich über seinen direkten WM-Rivalen. Triumph habe innerhalb kurzer Zeit ein starkes Programm aufgebaut. Auch die Entwicklung des Motorrads bewertet er positiv.

Farres bereitet ihm vor allem wegen seiner Vielseitigkeit Probleme. Der Spanier ist im Sand schnell und kommt auf Hartboden zurecht. Eine klare Schwäche kann Längenfelder bei seinem Konkurrenten derzeit kaum ausmachen.

Im Qualifying Race nahm das Wochenende für den WM-Leader jedoch eine andere Richtung. Farres stürzte und blieb ohne Punkte, während Längenfelder den Sieg holte und damit wichtige Zähler in der Weltmeisterschaft aufholte.

Heute beginnt die Rechnung neu. Farres wird in den beiden Wertungsläufen alles daransetzen, den Deutschen wieder hinter sich zu halten und den Schaden vom Samstag zu begrenzen.

Zwei Uddevalla-Siege machen das Ziel klar

Längenfelder verbindet gute Erinnerungen mit der schwedischen Strecke. Zweimal gewann er bereits in Uddevalla. Auch deshalb formulierte er vor dem Wochenende ein klares Ziel. „Von der Konstanz her bin ich mit dem Podium zufrieden, aber ich will diesen Sieg wirklich.“

Ein weiterer Podestplatz würde seine Entwicklung der vergangenen Wochen bestätigen. Darum geht es ihm inzwischen aber nicht mehr. Nach drei schwierigen Monaten und zuletzt starken Qualifying Races fehlt der Sieg über die volle Renndistanz.

Heute bekommt Längenfelder zwei Chancen darauf. Farres startet nach seinem Nuller vom Samstag mit schlechter Startposition unter Zugzwang – und der Deutsche weiß spätestens seit dem Qualifying Race, dass sein Tempo in Uddevalla für Platz eins reicht.

Ergebnis Qualifying Race MXGP of Sweden 2026 – MX2