Paul Bloy: Mit US-Erfahrung zum Heimrennen nach Stuttgart
Paul Bloy geht als Lokalmatador beim Supercross Stuttgart an den Start. / Foto: Weber Werke
Fünf AMA-Supercross-Rennen, Starts vor mehr als 60.000 Zuschauern und ein Krankenhausaufenthalt: Paul Bloy hat bei seinem USA-Abenteuer einiges erlebt. Am 6. und 7. November kehrt der 23-Jährige beim ADAC Supercross Stuttgart auf die deutsche Supercross-Bühne zurück. Mit neuem Motorrad, einem vertrauten Team und Erfahrungen, die ihm bei seinem Heimrennen helfen sollen.
Für den Fahrer des AMC Biberach war die Teilnahme an der AMA Supercross-Westküstenmeisterschaft ein wichtiger Schritt. Bloy trat gegen die internationale Konkurrenz an und schaffte bei allen fünf Rennen, die er in den USA bestritt, den Sprung unter die schnellsten 40 Fahrer. Damit qualifizierte er sich jedes Mal für das Abendprogramm.
Gerade sein erster Auftritt machte Hoffnung auf mehr. Im Hoffnungslauf lag Bloy aussichtsreich und hatte die Chance, sich für das Finale zu qualifizieren. Doch ein Sturz beendete diese Möglichkeit. In den folgenden Rennen kamen weitere Schwierigkeiten hinzu. Zunächst verletzte er sich am Handgelenk, später war er in einen größeren Unfall verwickelt, der sogar einen Krankenhausbesuch erforderlich machte.
Trotz dieser Rückschläge fällt seine persönliche Bilanz positiv aus. Sportlich und mental habe ihn der Aufenthalt deutlich weitergebracht. Vor allem das hohe Niveau der Konkurrenz und die Intensität der Rennen hätten ihm gezeigt, worauf es im internationalen Supercross ankommt.
60.000 Zuschauer und ein anderes Rennniveau
Die amerikanische Supercross-Szene unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von den europäischen Veranstaltungen. Die Rennen sind länger und körperlich fordernder, das Fahrerfeld ist stark besetzt und auch die Atmosphäre in den Stadien hinterlässt Eindruck.
Bloy erlebte ausverkaufte Footballstadien mit mehr als 60.000 Zuschauern. Die Geräuschkulisse war selbst unter dem Helm deutlich wahrnehmbar. Gleichzeitig bot ihm die Zeit in den USA die Gelegenheit, sich einiges von den etablierten AMA-Piloten abzuschauen.
Dabei ging es nicht ausschließlich um die Ergebnisse. Auch der Alltag als Rennfahrer in den USA brachte neue Erfahrungen mit sich. Bloy lebte gemeinsam mit einem Freund aus Deutschland, der ihn als Mechaniker unterstützte, bei seinem amerikanischen Teamchef James Cole.
Die beiden Deutschen wurden eng in das Teamleben eingebunden und konnten sich weitgehend auf Training und Rennen konzentrieren. Der Kontakt zur amerikanischen Mannschaft besteht weiterhin. Mitte September reiste Bloy erneut nach Phoenix, um dort ein Rennen zu bestreiten und zu trainieren. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, sich mit seinem bisherigen Teamchef auszutauschen.
Zurück zu S-Tech Racing und auf die KTM
Für die kommende Hallensaison hat sich Bloy bewusst gegen eine weitere vollständige AMA-Supercross-Saison entschieden. James Cole hatte ihm eine Rückkehr angeboten, doch die Terminüberschneidungen mit seinen europäischen Plänen ließen sich nicht sinnvoll vereinbaren.
Stattdessen möchte sich der 23-Jährige auf die Supercross-Veranstaltungen in Stuttgart und Dortmund konzentrieren. Dafür kehrt er zu S-Tech Racing zurück, einer Mannschaft, für die er bereits früher gefahren ist.
Mit dem Teamwechsel geht auch ein Markenwechsel einher. Bloy wird künftig auf einer KTM antreten und hofft, seine in den USA gesammelten Erfahrungen auf den europäischen Strecken umsetzen zu können.
Zweimal ins Finale – und diesmal weiter nach vorne
Das ADAC Supercross Stuttgart hat für Bloy einen besonderen Stellenwert. Als Fahrer des AMC Biberach zählt die Veranstaltung in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle zu seinen Heimrennen. Entsprechend hoch sind seine Erwartungen an das Wochenende.
Sein Ziel ist klar: An beiden Abenden möchte er das Finale erreichen. Bereits 2025 gelang ihm das, allerdings war er mit seinen anschließenden Leistungen nicht zufrieden. Diesmal soll es nicht bei der Finalteilnahme bleiben, sondern auch im entscheidenden Rennen besser laufen.
Gleichzeitig weiß Bloy, dass gerade im Supercross kleine Fehler schnell große Auswirkungen haben können. Eine Erkenntnis aus den vergangenen Monaten ist deshalb, sich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Mit einer etwas lockereren Herangehensweise möchte er in Stuttgart das Beste aus seinen Möglichkeiten machen.
Ob sich die Erfahrungen aus der AMA Supercross-Westküstenmeisterschaft bereits beim Heimrennen in bessere Ergebnisse umsetzen lassen, wird sich am 6. und 7. November zeigen.
ADAC Supercross Stuttgart 2026 – Tickets
Für die Veranstaltung werden Eintrittskarten in den Kategorien Gold, Silber und Bronze angeboten. Die Preise beginnen bei 27 Euro für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, 37 Euro für Jugendliche und 51 Euro für Erwachsene. ADAC-Mitglieder erhalten zehn Prozent Rabatt auf Silber-Tickets.
Alle regulären Eintrittskarten beinhalten den Zugang zum Fahrerlager. Neu ist der sogenannte Holeshot Pass für 25 Euro zusätzlich zum Veranstaltungsticket. Damit können Besucher die Halle bereits eine Stunde vor der offiziellen Öffnung betreten und sich frühzeitig im Fahrerlager umsehen.
Weitere Informationen und Tickets gibt es unter www.supercross-stuttgart.de/tickets.
