6DAYS Portugal: Italien baut Führung aus – Frankreich übernimmt bei den Junioren

Josep Garcia bei den 2026 FIM 6DAYS in Portugal

Josep Garcia bei den 2026 FIM 6DAYS in Portugal. / Foto: Future7Media

Zwei Tage sind bei den 6DAYS 2026 in Portugal absolviert, und in der World Trophy hat Italien seine Favoritenrolle bislang eindrucksvoll bestätigt. Die Titelverteidiger bauten ihren Vorsprung auf Frankreich auf 3:24 Minuten aus. Während die Italiener in der wichtigsten Mannschaftswertung weiter das Tempo bestimmen, gab es bei den Junioren einen Führungswechsel. Dort nutzte Frankreich die Probleme der italienischen Mannschaft und übernahm die Spitze.

Der zweite Fahrtag rund um Grândola wurde erneut von trockenen, staubigen Bedingungen geprägt. Nachdem die rund 500 Teilnehmer bereits am Montag mehr als 270 Kilometer zurückgelegt hatten, waren die Sonderprüfungen inzwischen deutlich ausgefahren. Besonders für Fahrer auf hinteren Startpositionen wurde es schwierig, bei eingeschränkter Sicht die nötige Geschwindigkeit zu halten.

Großbritannien verliert in allen drei Trophy-Klassen einen Fahrer

Zu den größten Verlierern des zweiten Tages gehörte Großbritannien. Nachdem die Mannschaft am Montag noch auf dem vierten Platz der World Trophy gelegen hatte, musste sie mit Jamie McCanney einen Fahrer aufgeben. Damit waren die Hoffnungen auf einen Podestplatz praktisch dahin.

Noch härter traf es die Briten, dass sie auch in der Junior World Trophy und bei den Frauen jeweils einen Ausfall hinnehmen mussten. Innerhalb eines Tages verschlechterte sich damit ihre Ausgangslage in allen drei Mannschaftswertungen erheblich.

In der World Trophy erwischte es außerdem Polen und Guatemala. Australien hatte bereits am ersten Tag durch den Ausfall von Korey McMahon einen entscheidenden Rückschlag erlitten.

An der Spitze blieb Italien dagegen von größeren Problemen verschont. Alle vier Fahrer beendeten den Tag innerhalb der Top 20 der Einzelwertung. Andrea Verona wurde Zweiter, Morgan Lesiardo belegte Rang vier. Damit sammelten die Titelverteidiger erneut die besten Mannschaftsergebnisse und vergrößerten ihren Vorsprung auf Frankreich um mehr als zwei Minuten.

Die Franzosen hielten mit Zach Pichon, der Tagesdritter wurde, dagegen, konnten den Abstand aber nicht halten. Schweden verteidigte den dritten Gesamtrang, liegt inzwischen jedoch 1:22 Minuten hinter Frankreich.

Für die USA verlief der Dienstag deutlich besser als der Auftakt. Die Amerikaner rückten auf Platz vier vor und haben nur noch 1:13 Minuten Rückstand auf Schweden. Spanien folgt auf Rang fünf.

Frankreich nutzt Italiens Verletzungssorgen

In der Junior World Trophy entwickelte sich der zweite Tag deutlich anders. Italien hatte am Montag noch mit knapp einer Minute Vorsprung geführt, musste die Spitzenposition nun aber an Frankreich abgeben.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Schulterverletzung von Kevin Cristino. Der Italiener war bereits am ersten Tag in der vorletzten Sonderprüfung gestürzt und ging entsprechend angeschlagen in den Dienstag. Zwar kämpfte er sich erneut durch den Fahrtag, konnte aber nicht seine volle Leistungsfähigkeit abrufen.

Frankreich nutzte die Gelegenheit. Thibault Giraudon auf Fantic, Clément Clauzier auf Beta und Romain Dagna auf KTM zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung und drehten den Rückstand in einen Vorsprung von 29 Sekunden.

Dabei verlief auch für die Franzosen nicht alles problemlos. Dagna hatte sich bereits am Montag an der Hand verletzt und musste insbesondere während der ersten Runde mit den Folgen kämpfen. Trotzdem brachte er seine Ergebnisse ins Ziel und trug zum Führungswechsel bei.

Die USA behaupteten Rang drei, liegen allerdings bereits 2:25 Minuten hinter Frankreich. Spanien bleibt Vierter und hat seinen Vorsprung auf Chile, das nun den fünften Platz belegt, auf fast fünf Minuten ausgebaut.

US-Frauen setzen sich weiter ab

In der Women’s World Trophy bleiben die USA das Maß der Dinge. Brandy Richards und Korie Steede belegten erneut die ersten beiden Plätze der Tageswertung und vergrößerten den Vorsprung ihrer Mannschaft auf Australien auf knapp vier Minuten.

Allerdings zeigte auch das australische Trio eine starke Leistung. Danielle McDonald, Madi Simpson und Jessica Gardiner brachten ihre Yamaha-Maschinen auf die Plätze drei, vier und fünf. Damit verhinderten sie, dass die Amerikanerinnen ihren Vorsprung noch deutlicher ausbauen konnten.

Besonders Richards scheint derzeit kaum zu schlagen zu sein. Die KTM-Pilotin gewann am Dienstag sämtliche Sonderprüfungen der Frauenwertung und sicherte sich damit einen weiteren ungefährdeten Tagessieg.

Hinter den beiden führenden Nationen ist bereits eine größere Lücke entstanden. Frankreich liegt auf Rang drei, allerdings inzwischen mehr als 20 Minuten hinter den USA. Gastgeber Portugal folgt mit über zehn Minuten Rückstand auf Frankreich auf Platz vier, Neuseeland komplettiert die Top fünf.

García schlägt Verona trotz Sturz

Während Italien in der Mannschaftswertung dominierte, musste Andrea Verona in der Einzelwertung diesmal Josep García den Vortritt lassen. Der Spanier profitierte von einer besseren Startposition und setzte bereits in der ersten Sonderprüfung die Bestzeit.

Verona antwortete mit dem Sieg im zweiten Test, anschließend lieferten sich die beiden KTM-Piloten ein enges Duell um den Tagessieg. Selbst ein heftiger Sturz in der vorletzten Sonderprüfung brachte García nicht entscheidend aus dem Rhythmus.

Im abschließenden Test war der Spanier erneut der Schnellste und sicherte sich den Tagessieg mit gerade einmal zwei Sekunden Vorsprung auf Verona.

Zach Pichon belegte mit mehr als 27 Sekunden Rückstand auf die beiden Spitzenfahrer den dritten Platz. Dahinter folgten Morgan Lesiardo auf Triumph und Max Ahlin auf Honda.

In der Enduro1-Wertung war García erneut erfolgreich. Lesiardo wurde Zweiter vor Samuele Bernardini auf Honda. Verona gewann trotz seiner Niederlage in der Tagesgesamtwertung die Enduro2-Klasse vor Pichon und Ahlin.

Auch in der Enduro3 gab es einen knappen Kampf um den Tagessieg. Julien Roussaly setzte sich auf Sherco zum zweiten Mal in Folge durch, diesmal allerdings mit nur sechs Sekunden Vorsprung auf Brad Freeman. Hinter dem Beta-Piloten sicherte sich Albin Norrbin auf Husqvarna den dritten Platz. Der Schwede war dabei weniger als eine Sekunde schneller als Alberto Elgari auf TM.

Führungswechsel auch bei den Clubteams

Nicht nur bei den Junioren änderte sich die Reihenfolge an der Spitze. In der Club Team Award-Wertung übernahm Team Italy die Führung von Team Rabaconda und liegt nach zwei Tagen bereits 2:18 Minuten vorne.

Die Missouri Mudders behaupteten den dritten Platz. Dahinter folgen Cymru Wales A und GTBN. Bei den Veteranen führt weiterhin das tschechische Team Motokrosova Skola CZ vor dem Gottbros Team und Cone Valve Team M.C. Sitge.

Nach zwei Tagen auf derselben Strecke wartet am Mittwoch eine neue Herausforderung. Die Teilnehmer wechseln auf einen Rundkurs zwischen Grândola und Santiago do Cacém, der zweimal absolviert werden muss.

Für Italien bietet sich damit die Gelegenheit, seine Führung in der World Trophy weiter auszubauen. Deutlich enger ist die Ausgangslage bei den Junioren, wo Frankreich mit lediglich 29 Sekunden Vorsprung in den dritten Fahrtag startet. Entscheidend könnte dort vor allem werden, wie gut Kevin Cristino mit seiner verletzten Schulter zurechtkommt.