MXoN – Australien ohne Lawrence-Brüder

Das MXoN 2026 könnte ohne Jett (Mitte) und Hunter Lawrence (rechts) stattfinden

Das MXoN 2026 könnte ohne Jett (Mitte) und Hunter Lawrence (rechts) stattfinden

Das Motocross of Nations 2026 könnte eine seiner größten Attraktionen verlieren. Nach den jüngsten Aussagen von Hunter Lawrence werden sowohl er als auch sein Bruder Jett Lawrence beim diesjährigen Nationencup in Ernée nicht an den Start gehen.

Im PulpMX Show Podcast bestätigte Hunter Lawrence, dass sowohl er als auch sein Bruder Jett Lawrence in diesem Jahr auf einen Start beim Nationencup verzichten werden. Damit fehlen dem amtierenden Siegerteam ausgerechnet jene beiden Fahrer, die maßgeblich zu den Erfolgen der vergangenen Jahre beigetragen haben.

Bewusste Entscheidung gegen weitere Rennen

Der Verzicht hat nichts mit Verletzungen oder sportlichen Problemen zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine bewusste Entscheidung nach mehreren Jahren nahezu ohne echte Offseason.

Nach Angaben von Hunter Lawrence wollen die Brüder den gesamten Oktober für Regeneration nutzen. Neben dem Motocross of Nations werden deshalb auch weitere traditionelle Saisonabschlussveranstaltungen wie das Paris Supercross und das AUSX Open ausgelassen.

„Das ist keine Entscheidung für immer, sondern nur für dieses Jahr“, erklärte Hunter. „Wir werden weder Paris noch das AUSX Open fahren und auch keine anderen internationalen Veranstaltungen bestreiten.“

Die Belastung betrifft nicht nur die Fahrer

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Begründung.

Während bei solchen Entscheidungen meist die Fahrer selbst im Mittelpunkt stehen, verwies Lawrence auf die enorme Belastung des gesamten Teams. Über Jahre hinweg seien die Winterpausen extrem kurz ausgefallen. Oft blieben zwischen den Saisons lediglich wenige Wochen, bevor bereits die nächsten Vorbereitungen begannen.

„Unser Team ist an 31 Wochenenden im Jahr unterwegs. Viele haben Familien und Kinder. Irgendwann muss man auch an diese Menschen denken.“

Nach mehreren Jahren mit einem nahezu lückenlosen Renn- und Testprogramm soll nun erstmals bewusst eine längere Pause folgen.

Australien muss umplanen

Für Team Australien kommt die Entscheidung zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Die Australier reisen als zweifacher Titelverteidiger nach Frankreich und galten mit den Lawrence-Brüdern erneut als einer der großen Favoriten auf den Gesamtsieg. Ohne Jett und Hunter verändert sich die Ausgangslage allerdings schlagartig.

Plötzlich müssen andere Fahrer Verantwortung übernehmen, während Nationen wie Frankreich, die USA oder die Niederlande zusätzliche Chancen wittern dürften.

Wer die beiden Brüder im australischen Team ersetzen wird, ist derzeit noch nicht offiziell bekannt.

Ein Signal für den modernen Rennkalender

Die Entscheidung der Lawrence-Brüder wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf ein Thema, das im internationalen Motocross immer häufiger diskutiert wird.

Die Rennkalender werden umfangreicher, die Reisen länger und die Anforderungen an Fahrer und Teams größer. Selbst prestigeträchtige Veranstaltungen wie das Motocross of Nations sind offenbar nicht mehr automatisch gesetzt, wenn die Belastung über Jahre hinweg immer weiter steigt.

Für die Fans in Ernée ist die Nachricht dennoch eine Enttäuschung. Mit Jett und Hunter Lawrence fehlen zwei der größten Stars des Sports – und Australien verliert einen großen Teil jener Mannschaft, die in den vergangenen Jahren Geschichte geschrieben hat.