Mitch Payton verrät: Jeffrey Herlings hätte fast den Sprung in die USA gewagt
Jeffrey Herlings stand lange auf der Wunschliste von Mitch Payton
Jeffrey Herlings zählt zu den erfolgreichsten Motocross-Fahrern seiner Generation. Mehrere Weltmeistertitel, unzählige Grand-Prix-Siege und eine Karriere, die fast ausschließlich in Europa stattfand. Doch genau das hätte offenbar auch ganz anders laufen können.
Wie Pro-Circuit-Kawasaki-Teamchef Mitch Payton nun verriet, versuchte er bereits vor 15 Jahren, den Niederländer in die USA zu holen.
Payton wollte Herlings für sein Team
Wenn Mitch Payton über Fahrer spricht, hören viele im Fahrerlager genau hin. Der Amerikaner gilt seit Jahrzehnten als einer der erfolgreichsten Teammanager und Talentscouts des Sports. Payton blickte im Rahmen des mit Jonathan McCready geführten Interviews auf einige Personalien zurück, die nie zustande kamen. Dabei fiel überraschend auch der Name Jeffrey Herlings.
„Ich wollte Jeffrey 2011 unbedingt haben“, erklärte der Teamchef.
Damals galt Herlings bereits als eines der größten Talente des internationalen Motocross. Der Niederländer hatte sich in der MX2-Weltmeisterschaft etabliert und galt als kommender Superstar der Szene.
Zu einem Wechsel nach Amerika kam es jedoch nie.
Supercross wurde zum entscheidenden Faktor
Laut Payton war es vor allem die Supercross-Thematik, die den Wechsel verhinderte. „Er hatte Bedenken wegen Supercross und entschied sich letztlich dafür, in Europa zu bleiben“, erinnerte sich der Amerikaner.
Eine Entscheidung, die rückblickend kaum als Fehler bezeichnet werden kann. Herlings entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer festen Größe der Motocross-Weltmeisterschaft, gewann mehrere WM-Titel und schrieb Motorsportgeschichte.
Dennoch bleibt die Frage spannend, wie eine Karriere in den USA verlaufen wäre. Viele Beobachter sind bis heute überzeugt, dass Herlings auch in der AMA Pro Motocross Meisterschaft um Siege und Titel hätte kämpfen können.
Amerika blickt weiterhin nach Europa
Die Aussagen zeigen zugleich, wie aufmerksam die amerikanischen Teams die Entwicklung in Europa verfolgen. Das wird nicht nur in diesem Gespräch deutlich. Auch im MXGP-Fahrerlager ist längst bekannt, dass die US-Teams den europäischen Nachwuchs genau beobachten und potenzielle Kandidaten für einen Wechsel in die AMA-Serie frühzeitig auf dem Schirm haben.
Payton erklärte, dass er die Motocross-Weltmeisterschaft bis heute regelmäßig verfolgt und insbesondere die Nachwuchsklassen aufmerksam beobachtet. Das europäische Ausbildungssystem genießt dabei einen hervorragenden Ruf. „Die jungen Fahrer sammeln dort auf echten Motocross-Strecken und in längeren Rennen unglaublich viel Erfahrung“, sagte Payton.
Kay de Wolf ebenfalls auf dem Radar
Ein Fahrer, der aktuell besonderes Interesse weckt, ist Kay de Wolf. Der Niederländer wurde ebenfalls auf einen möglichen Wechsel in die USA angesprochen. Payton bestätigte dabei, dass bereits Kontakt bestand. „Absolut. Ich habe vor etwa anderthalb Jahren mit ihm gesprochen.“
Konkrete Pläne gibt es aktuell zwar nicht, dennoch zeigt die Aussage, dass die amerikanischen Teams den Husqvarna-Piloten genau beobachten. Während Herlings den Schritt über den Atlantik nie gewagt hat, könnte diese Frage für die nächste Generation europäischer Spitzenfahrer noch einmal aktuell werden.
Die Geschichte von Jeffrey Herlings zeigt allerdings auch, dass man nicht zwingend nach Amerika wechseln muss, um zu einer Legende des Sports zu werden.
