Max Anstie: „Für mich war es der richtige Schritt“
Max Anstie erklärt den Grund für die Trennung von Star Racing Yamaha. / Foto: Octopi - Yamaha
Die überraschende Trennung von Max Anstie und Monster Energy Yamaha Star Racing sorgte in dieser Woche für viele Spekulationen. In einem ausführlichen Gespräch mit Lewis Phillips hat der amtierende World-Supercross-Champion nun seine Sicht der Dinge geschildert – und dabei deutlich gemacht, dass die Entscheidung nicht aus einer sportlichen Krise heraus entstanden sei.
Vielmehr habe sich seine persönliche Zukunftsplanung mit den Vorstellungen des Teams nicht mehr vereinbaren lassen.
World Supercross rückte in den Mittelpunkt
Nach seinem Sturz zum Auftakt der AMA Pro Motocross Championship musste Anstie mehrere Rennen aussetzen. Während seiner Reha liefen gleichzeitig die Planungen für die zweite Saisonhälfte.
Der Brite wollte sich frühzeitig auf die World Supercross Championship konzentrieren. Als amtierender Titelträger besitzt die Serie für ihn einen hohen Stellenwert – sportlich ebenso wie wirtschaftlich.
Nach seinen Schilderungen sei jedoch deutlich geworden, dass sich die Vorstellungen von Star Racing und seine eigenen Pläne nicht miteinander vereinbaren ließen. Während das Team den Fokus auf Pro Motocross und SMX legen wollte, entschied sich Anstie dafür, den Weg Richtung World Supercross einzuschlagen.
Keine Suspendierung
Nach der Bekanntgabe der Trennung machten schnell Gerüchte die Runde, Anstie sei vom Team aus dem Programm genommen worden. Diesen Spekulationen trat der 33-Jährige entschieden entgegen.
Er betonte, dass er sich bereits auf eine Rückkehr in die AMA Pro Motocross-Serie vorbereitet habe und sogar wieder auf dem Motorrad gesessen sei. Die Gespräche über seine Zukunft hätten unabhängig davon stattgefunden.
Nach seiner Darstellung sei die Vertragsauflösung in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt, nachdem beide Seiten ihre unterschiedlichen sportlichen Prioritäten erkannt hatten.
Supercross statt Motocross
Anstie machte im Gespräch keinen Hehl daraus, wo seine Leidenschaft inzwischen liegt.
Nach vielen Jahren im Motocross sieht er seine Zukunft klar im Supercross. Bereits sein Wechsel in die USA sei mit genau diesem Ziel erfolgt. Die World Supercross Championship passe aus seiner Sicht ideal in diese Planung, da sie ihm Rennen auf internationalem Niveau ermögliche und gleichzeitig eine optimale Vorbereitung auf die AMA Supercross-Saison darstelle.
Ob er künftig noch einmal eine komplette Motocross-Saison bestreiten wird, ließ der Brite offen. Ein Engagement auf einem 450er könne er sich grundsätzlich vorstellen. Im Moment richte sich sein Fokus jedoch klar auf den Hallensport.
Lob für Star Racing
Trotz der Trennung fand Anstie ausschließlich positive Worte für sein bisheriges Team.
Er sprach von zwei erfolgreichen Jahren, in denen er viele Rennen gewinnen konnte und wertvolle Erfahrungen gesammelt habe. Besonders die Professionalität innerhalb der Organisation hob er hervor. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass ein so großes Team zwangsläufig nach festen Strukturen arbeite.
Mit zunehmender Erfahrung wünsche er sich inzwischen mehr Freiraum, um sein Training gezielt auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Nach über einem Jahrzehnt auf höchstem Niveau kenne er seine Stärken und Schwächen sehr genau und wolle diese künftig individueller bearbeiten.
Die nächsten Wochen entscheiden
Sportlich richtet sich der Blick nun auf die World Supercross Championship. Bis zum Saisonauftakt in Kanada möchte Anstie sein neues Programm festlegen und klären, für welches Team er an den Start gehen wird. Sein Ziel für 2027 hat sich dabei nicht verändert. Der Brite möchte sich erneut in Position bringen, um um einen Supercross-Titel zu kämpfen.
Für ihn beginnt damit ein neues Kapitel – diesmal mit dem klaren Fokus auf Supercross und der Titelverteidigung in der World Supercross Championship.
