Kovar verteidigt EMX2T-Titel vor heimischem Publikum
Vaclav Kovar bei der Autogrammstunde des MXGP of Czech Republic
Vaclav Kovar hat seinen Heimvorteil genutzt und sich in Loket erneut zum EMX2T-Europameister gekrönt. Der KTM-Pilot gewann beide Wertungsläufe und verteidigte damit erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. Besonders der zweite Lauf entwickelte sich zu einem echten Krimi, in dem Kovar nach einem misslungenen Start eine beeindruckende Aufholjagd zeigte.
Kovar kontrolliert den ersten Lauf
Den Holeshot sicherte sich zunächst Jekabs Kubulins auf seiner Yamaha. Während sich das Feld durch die ersten Kurven kämpfte und es bereits früh zu einigen Zwischenfällen kam, übernahm Kovar noch in der ersten Runde die Führung. Von dort an kontrollierte der Tscheche das Rennen souverän.
Kubulins blieb allerdings stets in Schlagdistanz und reduzierte den Rückstand gegen Rennende noch einmal deutlich. Am Ziel trennten die beiden lediglich gut eine Sekunde. Dahinter fuhr Brando Rispoli als Dritter ungefährdet aufs Podium. Auch die weiteren Positionen in den Top Fünf änderten sich nach der ersten Runde nicht mehr. Tommaso Isdraele Romano belegte Rang vier vor Marvin Salzer.
Für Gesprächsstoff sorgten dagegen einige Aufholjagden im Mittelfeld. Bryan Boulard fiel nach einer Kollision zunächst weit zurück, kämpfte sich anschließend jedoch noch bis auf Rang 13 nach vorne. Außerdem wechselten in der letzten Runde noch einmal mehrere Positionen, ehe Jaap Janssen nach Rennende wegen eines unerlaubten Ersatzmotorrads in der Boxengasse aus der Wertung genommen wurde.
Aufholjagd im zweiten Rennen
Am Sonntag präsentierte sich die Strecke deutlich schneller und bot neue Überholmöglichkeiten. Diesmal erwischte Brando Rispoli den besten Start und führte die Anfangsphase an, ehe Kubulins die Spitze übernahm und sich Stück für Stück absetzen konnte.
Ganz anders verlief das Rennen für Kovar. Nach einem mäßigen Start fand sich der Titelverteidiger zunächst nur im hinteren Bereich der Top Ten wieder. Doch der Tscheche arbeitete sich Runde für Runde nach vorne. Erst überholte er Bryan Boulard und Michael Sandner, anschließend ließ er Marvin Salzer hinter sich. Wenig später setzte er sich auch gegen Bruno Miro und anschließend gegen Rispoli durch.
Sechs Runden vor Schluss betrug der Rückstand auf Spitzenreiter Kubulins noch fast sieben Sekunden. Doch Kovar gab sich vor den heimischen Fans nicht geschlagen und schloss die Lücke Runde für Runde.
Entscheidung erst in der Schlussrunde
Die Entscheidung fiel erst auf der letzten Runde. Kubulins verteidigte sich nach Kräften und versuchte jede mögliche Linie abzudecken. Unter dem Jubel der Zuschauer fand Kovar jedoch noch eine Lücke und setzte den entscheidenden Überholvorgang. Es war gleichzeitig die einzige Runde des gesamten Rennens, die der Tscheche anführte – und genau diese brachte ihm den Laufsieg.
Kubulins musste sich mit Rang zwei zufriedengeben, während Rispoli auch im zweiten Lauf den dritten Platz verteidigte. Michael Sandner und Francesco Bassi komplettierten die Top Fünf.
Titelverteidigung perfekt
Da die EMX2T-Europameisterschaft nur im Rahmen dieses einen Rennwochenendes ausgetragen wurde, entschied das Ergebnis des zweiten Laufs gleichzeitig über den Titel. Mit zwei Laufsiegen sicherte sich Vaclav Kovar die maximale Punktzahl von 50 Zählern und verteidigte seine Europameisterschaft erfolgreich.
Hinter dem Tschechen belegte Jekabs Kubulins mit 44 Punkten den zweiten Gesamtrang, während Brando Rispoli mit 40 Punkten Bronze gewann. Bemerkenswert: Die drei Fahrer belegten in beiden Rennen jeweils dieselben Podiumsplätze.
Kovar: „Ich musste einfach alles geben“
Nach seinem Titelgewinn blickte Kovar vor allem auf den schwierigen Start ins zweite Rennen zurück: „Dieses Rennen war komplett anders als gestern. Gestern hatte ich einen guten Start und war bereits in der zweiten Kurve vorne. Heute kam ich dagegen schlecht aus dem Gatter und musste zunächst einfach versuchen, keinen Fehler zu machen und auf zwei Rädern zu bleiben. Danach begann die Aufholjagd. Ich habe einen Fahrer nach dem anderen überholt. Als ich Kubulins vor mir gesehen habe, wusste ich: Ich muss alles geben. Ich fahre hier zu Hause – und genau das habe ich getan.“
Mit seinem zweiten EMX2T-Titel in Folge setzte Kovar vor heimischem Publikum den perfekten Schlusspunkt unter ein nahezu makelloses Rennwochenende.
