Jeremy Seewer und Ducati trennen sich – führt der Weg zu Suzuki?
Jeremy Seewer und Ducati gehen getrennte Wege
Die Zusammenarbeit zwischen Jeremy Seewer und Ducati ist deutlich früher beendet als es die ursprüngliche Vertragslaufzeit vermuten ließ. Ausschlaggebend für die Trennung dürfte vor allem der jüngste MXGP of France in Lacapelle-Marival gewesen sein. Dort erreichte der Schweizer zwar fünf WM-Punkte und Rang 19 in der Tageswertung, blieb damit aus Sicht von Ducati jedoch erneut klar hinter den Erwartungen zurück.
Kurz darauf bestätigte der italienische Hersteller offiziell das sofortige Ende der Zusammenarbeit.
Schwierige Saison für Seewer
Sportlich verlief 2026 für den Schweizer bislang weit hinter den Erwartungen.
Nach sechs absolvierten Grand Prix konnte Seewer gerade einmal 34 WM-Punkte einfahren. Für einen Fahrer seines Formats ist das eine Bilanz, die kaum zu den Ansprüchen eines Werkspiloten passt.
Über weite Strecken der Saison wirkte der ehemalige MXGP-Vizeweltmeister nie wirklich im Einklang mit dem Motorrad. Während Ducati mit Andrea Bonacorsi und Calvin Vlaanderen zumindest phasenweise konkurrenzfähig wirkte, blieb Seewer meist deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Umso überraschender kommt die Trennung intern vermutlich nicht.
Wechsel in die USA rückt weiter in den Fokus
Interessant ist vor allem der Zeitpunkt der Trennung.
Denn Seewer wird bereits seit längerer Zeit mit Suzuki und einem möglichen Programm in den USA in Verbindung gebracht. Dort startet bereits am kommenden Wochenende in Pala die AMA Pro Motocross Meisterschaft.
Genau deshalb dürfte die nun bestätigte Trennung nur wenige Tage vor Saisonbeginn in den USA die Gerüchte zusätzlich befeuern. Im Fahrerlager gilt der Schritt inzwischen durchaus als möglicher Hinweis darauf, dass sich Seewer tatsächlich auf ein neues Kapitel in Amerika vorbereitet.
Offiziell bestätigt wurde ein entsprechendes Engagement bislang allerdings noch nicht.
Zwei Podestplätze bleiben trotzdem Teil des Projekts
Trotz der schwierigen aktuellen Saison erinnerte Ducati in seiner Mitteilung ausdrücklich an die gemeinsamen Erfolge mit dem Schweizer.
So gelangen Seewer im vergangenen Jahr unter anderem Podiumsplätze in Frauenfeld und Ernée — wichtige Ergebnisse in der frühen Phase des MXGP-Projekts der Italiener.
Ducati bedankte sich entsprechend bei Seewer für die gemeinsame Zeit und wünschte ihm alles Gute für den weiteren Karriereweg.
Ducati setzt Saison mit zwei Fahrern fort
Die restliche MXGP-Saison 2026 wird Ducati nun mit Andrea Bonacorsi und Calvin Vlaanderen bestreiten. Bereits beim kommenden MXGP of Germany in Teutschenthal soll das neue Line-up erstmals gemeinsam an den Start gehen.
Damit konzentriert sich der Hersteller vorerst vollständig auf die Weiterentwicklung des Projekts mit den beiden verbliebenen Fahrern.
Wie geht es für Seewer weiter?
Offen bleibt nun vor allem, wie schnell Jeremy Seewer tatsächlich wieder an einem Startgatter stehen wird.
Denn unabhängig vom schwierigen Ducati-Kapitel gehört der Schweizer weiterhin zu den erfahrensten Fahrern im MXGP-Paddock. Sollte sich das USA-Gerücht bestätigen, könnte die überraschende Trennung am Ende sogar nur der Beginn eines deutlich größeren Karrierewechsels gewesen sein.
