Ernecker bleibt cool und baut Führung in der EMX125 aus
Moritz Ernecker behält auch nach dem MXGP of Sardegna das Red Plate des EMX125 Tabellenführer. / Foto: Ralph Marzahn
Der MXGP of Sardegna hat in der EMX125 genau das geliefert, was diese Klasse aktuell ausmacht: Tempo, Fehler, Wendungen – und am Ende gewinnt nicht unbedingt der Schnellste, sondern der, der es durchbringt. Genau das macht der Österreicher Moritz Ernecker an diesem Wochenende besser als alle anderen. Während Sleny Goyer mit purem Speed auffällt, bleibt Ernecker einfach konstant – und genau das reicht für den Gesamtsieg.
Erstes Rennen: Alles unter Kontrolle – bis es kippt
Der erste Lauf startet eigentlich nach Plan. Riccardo Pini holt sich den Holeshot, führt das Feld an und bringt die Zuschauer direkt rein ins Rennen. Dahinter sortiert sich alles, aber lange bleibt es nicht ruhig.
Goyer taucht relativ schnell vorne auf – nicht über den Start, sondern über sein Tempo. Er arbeitet sich nach vorne, geht an Ernecker vorbei und übernimmt schließlich sogar die Führung. In dem Moment wirkt es so, als könnte er das Ding kontrollieren.
Aber Riola bleibt Riola.
Mitten in dieser Phase kommt das Aus. Technisches Problem, Rennen vorbei. Genau so schnell kann es hier gehen. Und plötzlich ist der Weg frei für Ernecker, der bis dahin einfach sein Rennen gefahren ist. Kein großes Risiko, kein unnötiger Druck – einfach sauber geblieben.
Am Ende zieht er das Ding durch. Hinter ihm hält Pini Platz zwei, während Emil Ziemer still und sauber auf Position 3 ins Ziel fährt.
Zweites Rennen: Goyer dreht komplett auf
Der zweite Lauf fühlt sich dann komplett anders an. Goyer kommt schlecht aus dem Gatter, ist erstmal hinten drin – und entscheidet sich dann einfach, das Rennen selbst zu machen. Überholmanöver, Linie wechseln, Druck aufbauen – das ist kein vorsichtiges Zurückkommen, das ist Vollgas, Runde für Runde. Der Franzose arbeitet sich nach vorne, während vorne Ernecker wieder sein Ding durchzieht.
Diesmal geht es aber nicht gut für ihn aus. Goyer kommt ran, setzt den Move und übernimmt die Führung. Und diesmal bringt er es auch zu Ende. Kein Fehler, kein Problem – einfach durchgezogen bis zum Sieg. Ernecker bleibt dahinter stabil auf Platz zwei, Teamkollege Ricardo Bauer holt sich Platz drei. Ziemer bestätigt seinen ersten Lauf und bleibt dran.
Am Ende gewinnt das „Langweilige“
Und genau hier liegt der Unterschied. Goyer ist an diesem Wochenende wahrscheinlich der schnellere Fahrer – aber er hat eben auch den Ausfall, wie schon in der Schweiz.
Ernecker nicht.
Zwei Läufe, beide sauber durchgebracht, keine großen Fehler. Das wirkt unspektakulär, ist aber genau das, was in Riola funktioniert. Während andere kämpfen, reagiert er einfach richtig. „Es war ein richtig gutes Wochenende. Ich habe viele Punkte gesammelt und bin immer noch mit dem Red Plate unterwegs“, sagt er selbst. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Zwei Ansätze, ein Ergebnis
Was dieses Wochenende interessant macht, ist der Kontrast. Auf der einen Seite Goyer – schnell, aggressiv, immer am Limit. Auf der anderen Seite Ernecker – ruhiger, kontrollierter, weniger Risiko.
Beides funktioniert. Aber nur eines reicht für den Gesamtsieg. Und genau deshalb geht der an Moritz Ernecker.
