Eli Tomac über MXGP, Sandstrecken und einen ziemlich wilden Plan

Eli Tomac überrascht nicht nur in der aktuellen AMA Supercross Sasion

Eli Tomac überrascht nicht nur in der aktuellen AMA Supercross Sasion. / Foto: Align Media

Würde Eli Tomac ein MXGP-Rennen fahren? Die ehrliche Antwort: nicht ausgeschlossen – aber ganz sicher nicht jetzt. Im RacerX-Gespräch macht der US-Star deutlich, dass er aktuell nicht darauf brennt, neben seinem ohnehin dichten Supercross- und Motocross-Programm noch zusätzliche Baustellen aufzumachen. Ein spontaner GP-Start steht für ihn derzeit schlicht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Fokus auf den 450er-Job

Tomac erklärt offen, dass sein Fokus im Moment klar definiert ist. Er will sich im hochkarätig besetzten 450er-Feld unter den Top-2 etablieren und damit die bestmögliche Ausgangsposition schaffen – auch mit Blick auf das Motocross of Nations, das für ihn weiterhin ein großes Ziel darstellt. Extra-Abenteuer oder Nebenprojekte passen aktuell nicht in diesen Plan.

Wenn MXGP, dann bitte Sand

Ganz vom Tisch ist das Thema MXGP aber nicht. Sollte es irgendwann dazu kommen, dann hätten es Tomac vor allem die europäischen Sandstrecken angetan. Er sagt sogar, dass er sich wünscht, die US Nationals hätten mehr richtig tiefe Sandtracks. Genau dieses Terrain reizt ihn – weniger aus Prestigegründen, sondern wegen der fahrerischen Herausforderung.

Ein konkreter GP-Track fällt dabei nicht als Must-Do-Name, aber die Richtung ist eindeutig: Sand statt Show, Herausforderung statt PR-Tour.

Blick in die Zukunft: Enduro statt Gate-Drop?

Besonders spannend wird es, wenn Tomac über seine langfristigen Ambitionen spricht. Nach dem Kapitel Supercross und Motocross kann er sich gut vorstellen, wieder stärker in technische Disziplinen einzutauchen – Hard Enduro, längere Distanzen, anspruchsvolles Gelände. Dinge, bei denen nicht nur Sprint-Speed zählt, sondern Technik, Ausdauer und mentale Härte.

Ein Name fällt dabei ganz bewusst: Erzberg. Tomac weiß genau, dass er dort vermutlich ordentlich Lehrgeld zahlen würde – spricht aber dennoch mit ehrlichem Respekt und sichtbarer Neugier über diese Art von Herausforderung. Kein PR-Gag, sondern echtes Interesse.

Tomac nennt die Red Bull Erzbergrodeo als „super cool“, weiß aber gleichzeitig genau, was das bedeutet: Er würde sich dort vermutlich erstmal „den Hintern versohlen lassen“. Trotzdem klingt es nicht wie ein Witz, sondern wie ein echter Gedanke für die Zeit danach – ein persönliches Abenteuer, fernab von Gate-Drops, Triple-Crowns und Stadionlicht.

Und jetzt? Zurück in den Titelkampf

So spannend der Blick nach vorn auch ist – die Gegenwart ist klar definiert. Für den 33-Jährigen geht es an diesem Wochenende zur fünften Runde der AMA Supercross Meisterschaft nach Glendale, wo er das Red Plate verteidigen will, das er aktuell inne hat. Abenteuer, Sand-GPs oder Erzbergträume müssen warten – jetzt zählt erst einmal nur eines: liefern, wenn es darauf ankommt.