Supercross Glendale: Zahlen, Statistiken & der Zeitplan

Ken Roczen bei der Fahrervorstellung des AMA Supercross Gelndale im Jahr 2025

Ken Roczen bei der Fahrervorstellung des AMA Supercross Gelndale im Jahr 2025. / Foto: Feld Entertainment

Vorschau auf das AMA Supercross Glendale – Wenn am Samstagabend im State Farm Stadium, dem zu Hause der Arizona Cardinals, das Flutlicht angeht, rollt der Supercross-Zirkus an einen Ort mit besonderer Historie. Arizona war schon mehrfach Bühne für Titelentscheidungen – und ebenso oft für gebrochene Serien. Genau dieses Spannungsfeld macht das Supercross Glendale so reizvoll: starke Zahlen, klare Muster, aber kaum Garantien.

450SX

Mit einem ungewöhnlichen, aber effektiven Triple-Crown-Auftritt (4-2-3) meldete sich Cooper Webb zurück an der Spitze. Sein 31. 450SX-Sieg war zugleich sein erster der Saison – und historisch in mehrfacher Hinsicht: Zum vierten Mal in der 450SX-Geschichte gewann ein Fahrer die Gesamtwertung, ohne einen einzelnen Lauf zu gewinnen. Webb selbst hatte dieses Kunststück bereits 2024 in Anaheim vollbracht.

Der Erfolg brachte ihm außerdem den 50. SMX-League-Sieg (13. Fahrer überhaupt) und seinen sechsten Triple-Crown-Gesamtsieg, womit er nun alleiniger Zweiter der Alltime-Liste ist. Auf Yamaha-Ebene zog Webb gleich doppelt mit Legenden gleich – Platz fünf bei den SMX-Siegen und Platz acht bei den 450SX-Erfolgen. Dass Yamaha damit erst zum zweiten Mal überhaupt ein Triple-Crown-Wochenende komplett dominierte, passt ins Bild.

Doch Glendale ist tückisch. Seit Einführung des Rennens im State Farm Stadium gewann nur ein Fahrer dort und holte im selben Jahr auch den Titel: Eli Tomac im Jahr 2022. Acht weitere Sieger gingen leer aus. Ein Muster, das Webb nun herausfordert.

Die Verfolger mit Rückenwind

Hunter Lawrence kam dem ersten 450SX-Sieg zuletzt bedrohlich nahe. Mit den Scores 7-1-2 stand am Ende das fünfte Podium in der Königsklasse, das dritte in Folge. Lawrence erreicht damit 70 SMX-Podien und steht nur vier Punkte hinter der Tabellenführung – bei seinem 150. 450SX-Start.

Ken Roczen sicherte sich im ersten Triple-Crown-Lauf seinen achten Lauf-Sieg (drittbester Wert aller Zeiten) und blieb mit Rang zwei in der Gesamtwertung erneut ganz vorne dabei. Es war Podium Nummer 79 in der 450SX-Klasse und 166 im SMX-Gesamt .

Tomac selbst sammelte trotz durchwachsener Läufe weiter Meilensteine: 19. Triple-Crown-Laufsieg, 135. Top-5-Resultat in der 450SX-Klasse – Rang vier der Geschichte. Dahinter bleiben Sexton, Anderson und Stewart konstant präsent, während Malcolm Stewart mit seinem 150. SMX-Top-10 eine starke Karrierequote unterstreicht.

250SX

In der 250SX-Klasse reist der Titelverteidiger mit maximalem Selbstvertrauen an. Haiden Deegan gewann alle drei Läufe (1-1-1) und feierte damit seinen zehnten 250SX-Sieg – gleichauf mit Ryan Dungey auf Platz 19 der Allzeitliste. Ligaübergreifend steht Deegan nun bei 28 SMX-Siegen, womit er auf Yamaha-Ebene sogar Jeremy McGrath einholt.

Mit 20 250SX-Podien ist Deegan inzwischen fest in den Top-20 der Historie angekommen. Die nächste Marke ist greifbar: Ein weiterer Sieg würde ihn auf Platz zwei der Yamaha-Bestenliste bringen; zwei Siege fehlen noch bis zum Rekord von Ernesto Fonseca.

Konstanz als Gegengewicht

Levi Kitchen meldete sich nach dem Rückschlag von Anaheim 2 eindrucksvoll zurück. Die Serie 2-2-3 brachte sein erstes Podium der Saison, Podium Nummer 13 in der 250SX-Klasse und seinen 40. SMX-Top-5-Platz.

Auch Cameron McAdoo bleibt ein Dauerfaktor. Mit seinem 25. 250SX-Podium zog er an Davalos und Roncada vorbei und liegt nur noch einen Podestplatz hinter Hampshire und McElrath auf Rang drei der Alltime-Liste. Der Rekord von Nathan Ramsey rückt langsam näher.

Arizona-Faktor: Geschichte mit Gewicht

Arizona blickt auf 31 Supercross-Rennen in der 450SX-Klasse zurück – verteilt auf Tempe, Phoenix und Glendale. Die Titelquote ist auffällig: 45 % der Arizona-Sieger wurden am Ende Champion. In Glendale selbst liegt sie niedriger, was den Ruf des „Winner’s Curse“ erklärt.

In der 250SX-Klasse ist das Bild ähnlich gemischt: 42 % Titelquote über alle Arizona-Venues, 44 % speziell in Glendale. Zuletzt nutzten die Lawrence-Brüder und RJ Hampshire den Sieg hier als Sprungbrett – ein Beweis, dass das Muster gebrochen werden kann.

Glendale ist kein Selbstläufer. Die Zahlen sind präsent, die Historie offensichtlich – doch sie garantiert nichts. Webb kämpft gegen den Stadion-Fluch, Tomac und Lawrence um die Kontrolle im Titelrennen, Roczen bleibt der konstante Störfaktor. In der 250SX-Klasse stellt Deegan die Dominanzfrage, während Kitchen und McAdoo auf Konstanz setzen.

Samstagabend entscheidet nicht über Titel – aber darüber, wer sie realistisch anpeilen darf.

Zeitplan des Supercross Glendale 2026

Qualifying / Practice (MEZ)

  • 18:30 – 18:42 250SX Gruppe C Qualifying 1
  • 18:47 – 18:59 250SX Gruppe B Qualifying 1
    19:04 – 19:16 250SX Gruppe A Qualifying 1
  • 19:21 – 19:33 450SX Gruppe A Qualifying 1
  • 19:38 – 19:50 450SX Gruppe B Qualifying 1
  • 19:55 – 20:07 450SX Gruppe C Qualifying 1
  • 21:15 – 21:27 250SX Gruppe C Qualifying 2
  • 21:32 – 21:44 250SX Gruppe B Qualifying 2
  • 21:49 – 22:01 250SX Gruppe A Qualifying 2
  • 22:06 – 22:18 450SX Gruppe A Qualifying 2
  • 22:23 – 22:35 450SX Gruppe B Qualifying 2
  • 22:40 – 22:52 450SX Gruppe C Qualifying 2

Rennen (MEZ) – (In der Nacht von Samstag auf Sonntag)

  • 01:06 – 01:14 250SX Heat #1
  • 01:20 – 01:28 250SX Heat #2
  • 01:34 – 01:42 450SX Heat #1
  • 01:48 – 01:56 450SX Heat #2
  • 02:21 – 02:28 250SX LCQ – 5 Min
  • 02:33 – 02:40 450SX LCQ – 5 Min
  • 02:56 – 03:13 250SX Main Event
  • 03:29 – 03:51 450SX Main Event