Daniela Guillen übernimmt beim WMX-Auftakt das Red-Plate

Daniela Guillen gewinnt WMX-Auftakt beim MXGP of France 2026

Daniela Guillen gewinnt WMX-Auftakt beim MXGP of France 2026. / Foto: Ray Archer

Der Sonntag beim MXGP of France begann für die Fahrerinnen der Women Motocross World Championship (WMX) alles andere als einfach. Bereits vor dem zweiten Lauf präsentierte sich die Strecke in Lacapelle-Marival erneut extrem nass und tief.

Teilweise wirkten die Fahrerinnen schon nach wenigen Runden, als hätten sie ein komplettes Schlammrennen hinter sich. Vor allem die zahlreichen Spurrillen und die aufgeweichte Oberfläche machten den ersten WMX-Grand-Prix der Saison körperlich enorm anspruchsvoll.

Trotzdem entwickelte sich an der Spitze schnell ein intensiver Kampf um die ersten wichtigen Meisterschaftspunkte des Jahres.

Guillen sichert sich den Gesamtsieg

Am Ende war es Daniela Guillen, die sich den Gesamtsieg in Frankreich sicherte und damit gleichzeitig das Red Plate für die nächste Runde in Teutschenthal übernimmt. Die Spanierin zeigte über das gesamte Wochenende eine starke Mischung aus Geschwindigkeit und Kontrolle. Besonders im zweiten Lauf arbeitete sie sich nach keinem optimalen Start konsequent nach vorne und übernahm schließlich die Führung.

„Ich hatte keinen perfekten Start, aber danach habe ich meinen Rhythmus gefunden“, erklärte Guillen später. „Dann konnte ich mich Stück für Stück nach vorne arbeiten.“

Entsprechend zufrieden zeigte sie sich nach dem ersten Grand Prix der neuen Saison. „Wir haben über den Winter sehr gut gearbeitet. So in die Saison zu starten, ist einfach unglaublich.“

Fontanesi bestätigt ihre starke Form

Kiara Fontanesi gehörte ebenfalls zu den auffälligsten Fahrerinnen des Wochenendes. Die Italienerin gewann am Samstag souverän den ersten Lauf und präsentierte sich erneut extrem stark auf der schwierigen französischen Strecke.

Im zweiten Rennen musste sie allerdings etwas vorsichtiger agieren. Besonders die Bedingungen am Sonntag machten ihr sichtbar mehr Probleme als noch am Vortag.

„Gestern war einfach perfekt“, sagte Fontanesi. „Heute war die Strecke komplett nass und flach präpariert. Ich musste schon in der ersten Runde ein paar Risiken eingehen.“

Danach habe sie bewusst etwas kontrollierter gefahren, weil sich das Motorradgefühl nicht mehr ganz so gut angefühlt habe. Trotzdem zeigte sich die Italienerin mit Platz zwei insgesamt zufrieden.

„Wenn schlechte Tage mit Platz zwei enden, dann würde ich das sofort unterschreiben“, erklärte sie.

Heim-Podium für April Franzoni

Für die Überraschung des Wochenendes sorgte allerdings April Franzoni. Die Französin sicherte sich mit zwei konstanten Rennen erstmals ein WMX-Podium – und das ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix.

Bereits 2025 gehörte Franzoni zwar regelmäßig zu den soliden Fahrerinnen im Feld, ein Podestplatz fehlte bislang jedoch noch.

Entsprechend emotional fiel ihre Reaktion nach dem Rennen aus. „Das ist mein erstes Podium überhaupt und dann auch noch bei meinem Heimrennen“, sagte Franzoni sichtbar bewegt. „Meine Familie war hier, das ganze Team war da und die Fans an der Strecke waren unglaublich.“

Frühes Problem für Titelverteidigerin van Drunen

Deutlich schwieriger verlief das Wochenende dagegen für Titelverteidigerin Lotte van Drunen. Nach ihrem Sturz am Samstag und einem katastrophalen Start im zweiten Lauf verlor die Niederländerin bereits beim Saisonauftakt wichtige Punkte.

Gerade weil die WMX-Saison 2026 nur aus wenigen Veranstaltungen besteht, könnte dieser Rückstand schnell zu einem ernsthaften Problem werden. Nach dem Frankreich-GP liegt van Drunen bereits 15 Punkte hinter Daniela Guillen zurück. Bei nur noch vier ausstehenden Runden dürfte sich die Titelverteidigerin damit kaum noch größere Fehler erlauben können.

Vor allem dann nicht, wenn Fahrerinnen wie Guillen oder Fontanesi ihre aktuelle Konstanz beibehalten.

Teutschenthal bekommt früh große Bedeutung

Dadurch bekommt die zweite Runde im Talkessel von Teutschenthal bereits früh enorme Bedeutung für die Meisterschaft.

Während Guillen mit viel Momentum und dem Red Plate nach Deutschland reist, steht van Drunen schon jetzt unter Druck, den Rückstand möglichst schnell wieder zu verkleinern.

Nach dem Auftakt in Frankreich scheint klar: Der Kampf um den WMX-Titel könnte 2026 deutlich enger und komplizierter werden als noch im vergangenen Jahr.

Ergebnis WMX MXGP of France – Lacapelle-Marila 2026