ADAC MX Masters Dreetz – Zurück im Sand

Max Nagl reist als Tabellenführender in Dreetz an

Max Nagl reist als Tabellenführender in Dreetz an

Wenn das ADAC MX Masters am 9. und 10. Mai in Dreetz in die zweite Runde geht, ist eines klar: Diese Strecke sortiert. Der märkische Tiefsand gehört zu den anspruchsvollsten Stopps im Kalender – physisch brutal, technisch fordernd und selten verzeihend. Wer hier liefert, hat mehr als nur Speed.

Nagl mit perfektem Start – aber keine Ruhe an der Spitze

Max Nagl reist mit der Maximalpunktzahl und entsprechend Rückenwind an. Der Auftakt hat gezeigt, dass der Routinier im Paket funktioniert – Start, Rhythmus, Rennmanagement. Doch Dreetz ist kein Ort, um zu verwalten. Gerade im Sand kann ein kleiner Fehler schnell teuer werden.

Direkt dahinter lauert Roan van de Moosdijk. Der amtierende Champion hat beim Saisonstart nicht viel liegen lassen und kommt mit genau der Haltung nach Brandenburg, die man von ihm kennt: ruhig, effizient, aber jederzeit bereit, das Momentum zu drehen. Wenn einer Nagl früh unter Druck setzen kann, dann er.

Längenfelder als X-Faktor – erstes 450er-Rennen im Sand

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Simon Längenfelder. Der Red Bull KTM Factory Racing-Pilot nutzt den Gaststart – und steigt dabei erstmals im Rennbetrieb auf eine 450er KTM um. Talent und Speed stehen außer Frage, aber Dreetz ist kein einfacher Übergang. Tiefsand + neue Klasse = Lernkurve unter Rennbedingungen. Genau das macht ihn zum X-Faktor dieses Wochenendes.

Breite Spitze: Koch, Spies – und die internationale Dichte

Tom Koch ist zurück – und wie. Nach einem Jahr Pause direkt wieder auf Topniveau, mit der nötigen Aggressivität im Racing. Maximilian Spies bringt ohnehin das Profil für Sandstrecken mit, kennt Dreetz und weiß, wie man sich dort durchbeißt.

Dahinter wird es eng. Jörgen-Matthias Talviku, Jere Haavisto, Jordi Tixier und Harri Kullas – alles Namen, die an einem guten Wochenende auf dem Podium stehen können. Genau diese Leistungsdichte macht das Masters aktuell so interessant: Es gibt nicht den einen klaren Favoriten hinter Nagl.

Spannend wird auch der Blick auf die zweite Reihe: Marcel Stauffer, Jakub Terešák, Dave Kooiker oder Nico Greutmann bringen internationale Qualität ins Feld. Mit Yuki Okura kommt zudem ein weiterer HRC-gestützter Fahrer nach Europa, um Rennpraxis zu sammeln – solche Gastauftritte sind oft unberechenbar, gerade auf unbekanntem Terrain.

Deutsche Hoffnungsträger – Heimspiel mit Druck

Für die deutschen Fahrer ist Dreetz mehr als nur ein weiterer Lauf. Peter König als Lokalmatador, dazu Namen wie Nico Koch, Paul Haberland, Cato Nickel oder Toni Hoffmann – sie alle kennen die Bedingungen, aber genau das erhöht auch die Erwartungshaltung. Heimstrecke bedeutet nicht automatisch Vorteil – im Sand entscheidet oft der Kopf.

Nachwuchs mit internationaler Note

Neben der Masters-Klasse lohnt sich der Blick auf die Nachwuchskategorien. Der ADAC MX Youngster Cup, der Junior Cup 125 und der Junior Cup 85 bringen Fahrer aus über 25 Nationen an den Start – ein klares Signal, wie international die Serie mittlerweile aufgestellt ist.

Scott Smulders kommt als Führender im Youngster Cup nach Dreetz. Im Junior Cup 125 ist die Lage besonders eng: Emil Ziemer und Lucas Leok teilen sich die Spitze punktgleich. Im Junior Cup 85 trägt Kenzo Jaspers das Red Plate. Gerade auf einer Strecke wie Dreetz zeigt sich oft früh, wer mehr kann als nur schnelle Rundenzeiten.

Drei Läufe, zwei Tage – und wenig Zeit zum Atmen

Die Masters- und Youngster-Klasse gehen jeweils über drei Wertungsläufe – das erhöht den Druck auf Konstanz. In den Junior-Klassen stehen zwei Rennen auf dem Programm. Die ersten Punkte werden bereits am Samstag vergeben, was die Wochenendstrategie verändert: kein Abtasten, sondern direkt liefern.

Mehr als Racing – Eventcharakter bleibt

Dreetz liefert traditionell auch abseits der Strecke. Autogrammstunde mit Nagl, Längenfelder, van de Moosdijk, Koch und König, dazu die ADAC MX Academy „on tour“, bei der Kinder erste Erfahrungen sammeln können. Für Fans vor Ort also ein volles Paket – inklusive Livestream für alle, die nicht anreisen.

Der entscheidende Punkt: Wer kommt mit dem Sand klar?

Am Ende läuft in Dreetz vieles auf eine einfache Frage hinaus: Wer kann Sand – und zwar über die Distanz? Starts helfen, aber sie entscheiden nicht alles. Linienwahl, Kraftmanagement und Fehlervermeidung werden den Unterschied machen.

Oder anders gesagt: Dreetz ist kein Ort für schöne Geschichten. Dreetz ist ein Ort für Antworten.

Zeitplan des ADAC MX Masters Dreetz 2026