6DAYS Portugal: Italien übernimmt die Führung

Start bei den 6Days in Portugal

Start bei den 6Days in Portugal. / Foto: Future7Media

270 Kilometer, sechs Sonderprüfungen und jede Menge Staub: Die 100. Ausgabe der International Six Days Enduro (6DAYS) hat in Grândola, Portugal, begonnen. Rund 500 Fahrer aus 37 Nationen nahmen am Montag den ersten Fahrtag in Angriff. Nach den ersten sechs Prüfungen führt Titelverteidiger Italien sowohl die World Trophy als auch die Junior World Trophy an. Bei den Frauen liegen erwartungsgemäß die USA vorne.

Der Auftakt verlangte den Teilnehmern einiges ab. Die trockenen Bedingungen sorgten insbesondere auf den späteren Startpositionen für erhebliche Sichtprobleme. Wer früh auf die Strecke durfte, hatte deshalb einen spürbaren Vorteil. Dennoch gab es bereits am ersten Tag einige Überraschungen und einen prominenten Ausfall.

Italien setzt sich ab – Australien früh geschlagen

Für Australien war der Kampf um den World-Trophy-Titel praktisch schon nach der ersten Sonderprüfung beendet. Korey McMahon stürzte mit seiner KTM und schied aus. Da in der World Trophy die Ergebnisse aller vier Teamfahrer zählen, war damit auch die Chance auf eine vordere Platzierung in der Mannschaftswertung erheblich beeinträchtigt.

An der Spitze übernahm Italien früh die Kontrolle. Die Titelverteidiger lagen zunächst rund 30 Sekunden vor Frankreich und Schweden, bauten ihren Vorsprung im weiteren Tagesverlauf aber deutlich aus. Nach sechs Sonderprüfungen betrug der Abstand zu Frankreich bereits 1:23 Minuten.

Schweden beendete den Auftakt auf Rang drei. Dahinter folgte Großbritannien, das allerdings bereits weitere 50 Sekunden auf die Schweden verloren hatte. Besonders knapp ging es zwischen den USA und Spanien zu: Weniger als eine Sekunde trennte die beiden Mannschaften auf den Plätzen fünf und sechs.

Großen Anteil an der italienischen Führung hatte Andrea Verona. Der KTM-Pilot gewann nicht nur die Tageswertung, sondern war auch in den ersten drei Sonderprüfungen der Schnellste. Seine frühe Startposition half ihm zunächst, dem aufgewirbelten Staub aus dem Weg zu gehen. In der zweiten Runde wurden die Bedingungen jedoch auch für ihn deutlich schwieriger.

Verletzung sorgt bei Italiens Junioren für Sorgen

Auch in der Junior World Trophy steht Italien nach dem ersten Tag an der Spitze. Alberto Elgari und Manuel Verzeroli brachten ihre TM-Maschinen auf die Plätze 17 und 21 der fahrerübergreifenden Tageswertung. Teamkollege Kevin Cristino erreichte Rang 34.

Allerdings verlief der Tag nicht ohne Probleme. Cristino stürzte in der vorletzten Sonderprüfung und verletzte sich an der Schulter. Zwar konnte er den Fahrtag beenden, doch ob ihn die Verletzung im weiteren Verlauf der Veranstaltung beeinträchtigen wird, bleibt abzuwarten.

Italien nimmt einen Vorsprung von knapp einer Minute auf Frankreich mit in den zweiten Tag. Die Franzosen liegen damit weiterhin in Schlagdistanz und könnten von möglichen Problemen bei Cristino profitieren.

Auf Rang drei folgen die USA, die sich bereits 40 Sekunden Vorsprung auf Spanien erarbeitet haben. Australien belegt Platz fünf, muss sich allerdings gegen Chile und Schweden behaupten. Zwischen diesen drei Mannschaften liegen lediglich rund 30 Sekunden.

US-Frauen mit deutlichem Vorsprung

In der Women’s World Trophy deutet sich dagegen schon früh eine klare Kräfteverteilung an. Die USA, Siegerinnen der vergangenen drei Austragungen, liegen nach dem ersten Tag bereits 3:02 Minuten vor Australien.

Korie Steede hatte zunächst Schwierigkeiten, sich auf die staubigen Verhältnisse einzustellen. Veränderungen am Setup ihrer Husqvarna brachten jedoch die gewünschte Verbesserung, sodass sie den Tag mit einem starken Ergebnis abschließen konnte.

Auch in der Einzelwertung bestimmten die Amerikanerinnen das Geschehen. Brandy Richards gewann auf KTM vor Steede, während die Australierin Danielle McDonald mit ihrer Yamaha den dritten Platz belegte. Ihr Rückstand auf Steede betrug 38 Sekunden.

In der Mannschaftswertung folgt Großbritannien auf Rang drei, allerdings bereits mit mehr als vier Minuten Rückstand auf Australien. Frankreich liegt auf Platz vier, Gastgeber Portugal belegt den fünften Rang.

Verona schlägt García – Lesiardo auf Rang drei

Neben den Mannschaftswertungen lieferte der erste Tag auch in der Einzelwertung einige interessante Ergebnisse. Andrea Verona gewann die Tageswertung mit knapp 30 Sekunden Vorsprung auf Josep García.

Der Spanier hatte nach den ersten drei Prüfungen noch zurückgelegen, konnte sich in der zweiten Runde jedoch steigern und die Sonderprüfungen vier und fünf für sich entscheiden. Für den Tagessieg reichte es dennoch nicht.

Hinter den beiden KTM-Piloten belegte Morgan Lesiardo auf Triumph den dritten Gesamtrang. Der Italiener setzte sich dabei mit lediglich zwei Sekunden Vorsprung gegen den Franzosen Zach Pichon auf TM durch.

In der Enduro1-Wertung sicherte sich García den Tagessieg vor Lesiardo und Samuele Bernardini auf Honda. Verona war dagegen in der Enduro2 nicht zu schlagen. Sein Vorsprung auf Pichon betrug 54 Sekunden, während Max Ahlin auf Honda den dritten Platz belegte.

Besonders eng ging es in der Enduro3 zu. Julien Roussaly gewann auf Sherco mit 15 Sekunden Vorsprung vor Brad Freeman auf Beta. Der Schwede Albin Norrbin belegte mit seiner Husqvarna Rang drei, lediglich vier Sekunden hinter Freeman.

Rabaconda führt die Clubwertung an

Auch in der Club Team Award-Wertung steht nach dem ersten Tag ein Führender fest. Team Rabaconda setzte sich mit einem Vorsprung von 30 Sekunden vor Team Italy an die Spitze. Die Missouri Mudders belegen Rang drei, gefolgt von Cymru Wales A und GTBN.

Bei den Veteranen führt das tschechische Team Motokrosova Skola CZ mit acht Sekunden Vorsprung auf das Gottbros Team. Auf Rang drei liegt Cone Valve Team M.C. Sitge, allerdings bereits mehr als elf Minuten zurück.

Am zweiten Fahrtag erwartet die Teilnehmer erneut dieselbe Strecke mit denselben Sonderprüfungen. Nach dem ersten Durchgang dürfte der Untergrund weiter aufbrechen, während der Staub auch am Dienstag zu einem entscheidenden Faktor werden könnte.

Für Italien geht es darum, die Führung in beiden Trophy-Wertungen zu verteidigen. Besonders aufmerksam wird man dabei auf Kevin Cristino schauen müssen. Seine Schulterverletzung könnte für die italienischen Junioren noch zum Problem werden.