40 Kilometer übers Wasser: ZXMOTO-Gründer Zhang Xue stellt Weltrekord auf
Zhang Xue, Gründer von ZXMOTO stellt Guiness Weltrekord auf
Mit 22 Jahren kam Zhang Xue, Gründer von ZXMOTO gerade einmal 20 Meter weit, bevor sein Motorrad im Wasser versank. 17 Jahre später hat der Chinese die Sache noch einmal versucht. Diesmal mit deutlich mehr Erfolg: Am 25. Oktober 2026 legte der 39-Jährige auf einer speziell vorbereiteten MX450 insgesamt 40,74 Kilometer über Wasser zurück und stellte damit einen neuen Guinness-Weltrekord auf.
Die bisherige Bestmarke lag bei 31,8 Kilometern. Zhang verbesserte sie also um knapp neun Kilometer. Schauplatz war ein Fluss in Mayang, seiner Heimatregion in der chinesischen Provinz Hunan.
Eine 450er, die nicht untergehen darf
Wer schon einmal gesehen hat, wie ein Motocross-Bike mit ausreichend Geschwindigkeit über eine Wasserfläche fährt, weiß, dass das grundsätzlich funktioniert (Robbie Maddison im Jahr 2015). Über mehrere Kilometer sieht die Sache allerdings anders aus. Vor allem dann, wenn auch noch Kurven gefahren werden müssen und das Motorrad über längere Zeit kontrollierbar bleiben soll.
Genau dafür hatte Zhangs Team die MX450 umfangreich verändert. Fünf Monate flossen in die Vorbereitung, wobei vor allem der Auftrieb, die Abdichtung und die Abstimmung des Antriebs im Mittelpunkt standen. Zusätzliche Schwimmkörper sollten die Maschine stabilisieren, während verschiedene technische Anpassungen verhindern mussten, dass Wasser an empfindliche Bauteile gelangt.
Wie anspruchsvoll das Ganze war, zeigte bereits die Vorbereitung. Zahlreiche Testfahrten waren notwendig, bevor die Maschine zuverlässig genug für die geplante Distanz funktionierte.
Beim eigentlichen Rekordversuch musste Zhang einen Rundkurs auf dem Wasser sechsmal absolvieren. Dabei ging es nicht nur darum, möglichst schnell unterwegs zu sein. Entscheidend war, das Motorrad auch in den Kurven unter Kontrolle zu behalten und die körperliche Belastung über die gesamte Strecke auszuhalten.
Für den Fall eines Sturzes standen Rettungsboote und medizinische Helfer bereit. Die Fahrt selbst wurde durch offizielle Guinness-Vertreter überwacht, die anhand von GPS-Aufzeichnungen, Zeitmessung und Videomaterial die zurückgelegte Distanz überprüften. Nach der sechsten Runde bestätigte Schiedsrichter Xiong Wen den neuen Weltrekord.
Eine Rechnung, die 17 Jahre offen war
Dass Zhang ausgerechnet in Mayang zu seinem Rekordversuch antrat, hatte einen persönlichen Hintergrund. Dort hatte er bereits 2009 versucht, mit einem Motorrad übers Wasser zu fahren. Damals fehlten ihm allerdings sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Erfahrung, um sein Vorhaben erfolgreich umzusetzen.
Vier Versuche, viermal im Wasser gelandet. Nach spätestens 20 Metern war jeweils Schluss.
Heute steht Zhang an der Spitze eines eigenen Motorradunternehmens. Mit ZXMOTO hat er sich inzwischen eine Marke aufgebaut, die auch im internationalen Rennsport aktiv ist. Entsprechend anders waren diesmal die Voraussetzungen. Statt eines improvisierten Versuchs stand ihm ein Team zur Verfügung, das sich über Monate ausschließlich mit den technischen Anforderungen beschäftigte.
Was bringt der Rekord ZXMOTO?
Guinness-Weltrekorde sind mittlerweile auch für Motorradhersteller ein Mittel, um abseits des Rennsports Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nachdem bereits Ducati mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für Schlagzeilen gesorgt hatte, kann nun auch ZXMOTO mit einem offiziell bestätigten Weltrekord werben.
Für den chinesischen Hersteller kommt das nicht ungelegen. ZXMOTO versucht, sich international zu etablieren, und konnte 2026 bereits mit Erfolgen in der Supersport-Weltmeisterschaft auf sich aufmerksam machen. Nun sorgt der Firmengründer mit einem Projekt abseits der Rennstrecke für weitere Schlagzeilen.
Natürlich lässt sich aus der Rekordfahrt kaum etwas über die Leistungsfähigkeit einer serienmäßigen MX450 ableiten. Dafür wurde das Motorrad zu stark verändert. Und wer mit einer Motocross-Maschine 40 Kilometer über Wasser fahren möchte, braucht ohnehin andere Eigenschaften als bei einem normalen Rennen.
Für Zhang schließt sich damit eine Geschichte, die vor 17 Jahren ziemlich schnell im Wasser geendet hatte. Damals waren nach 20 Metern Schluss. Diesmal erst nach 40,74 Kilometern.
