Paris Supercross 2026: Ken Roczen trifft auf starke Konkurrenz

Das Supercross Paris 2026 steht vor der Tür.

Das Supercross Paris 2026 steht vor der Tür. / Foto: SX Paris

Ken Roczen gegen die amerikanische Konkurrenz, Tom Vialle vor heimischem Publikum und die Coenen-Zwillinge erstmals auf einer Supercross-Strecke: Beim Paris Supercross am 21. und 22. November 2026 dürfte es an interessanten Geschichten nicht mangeln. Die Veranstalter haben nun weitere Einzelheiten zum Starterfeld und zum Programm bekannt gegeben. Dabei wird deutlich, dass die traditionsreiche Veranstaltung auch in diesem Jahr weit mehr als ein gewöhnliches Einladungsrennen werden soll.

Zum neunten Mal ist die Paris La Défense Arena Schauplatz des Events, dessen Geschichte bis ins Jahr 1984 zurückreicht. Damals wurde der Supercross noch im Palais Omnisports de Paris-Bercy ausgetragen. Nach zwischenzeitlichen Veranstaltungen in Lille hat das Rennen längst seine neue Heimat in der größten überdachten Veranstaltungshalle Europas gefunden.

Ken Roczen reist als US-Champion nach Paris

Im Mittelpunkt steht einmal mehr Ken Roczen. Der Deutsche kehrt nach seinem Erfolg von 2022 nach Paris zurück und reist diesmal als amtierender amerikanischer Supercross-Champion an.

Nach seinem Titelgewinn in einem spannenden Finale gegen Hunter Lawrence gehört Roczen zweifellos zu den größten Attraktionen des Wochenendes.

Ein weiterer Erfolg in Paris hätte dabei auch einen historischen Aspekt. Bereits mehrere amerikanische Supercross-Champions konnten wenige Monate nach ihrem Titelgewinn auch in der französischen Hauptstadt triumphieren. Zu ihnen gehören Johnny O’Mara, Jean-Michel Bayle, Jeff Stanton, Jeremy McGrath, Jeff Emig und Jason Anderson.

Für Roczen wäre es der zweite Paris-Sieg seiner Karriere.

Ein Selbstläufer dürfte das allerdings nicht werden. Die Konkurrenz ist prominent besetzt, und einige Fahrer haben in Paris noch etwas zu beweisen.

Plessinger und Smith erstmals gemeinsam für Triumph

Besonders interessant wird der Auftritt von Aaron Plessinger. Der Amerikaner soll in Paris erstmals offiziell auf einer Triumph an den Start gehen. Mit Jordon Smith bekommt er einen weiteren Fahrer aus dem Triumph-Lager an seine Seite. Smith übernimmt den Platz von Malcolm Stewart, der ursprünglich für das Rennen vorgesehen war.

Stewarts Absage hängt nach Angaben der Veranstalter damit zusammen, dass er mit seinem künftigen Team noch keine Gelegenheit hatte, gemeinsam zu testen. Ein Start in Paris kommt deshalb nicht zustande. Der Amerikaner soll allerdings bereits eine Rückkehr für 2027 ins Auge gefasst haben.

Für Smith bietet sich damit eine zusätzliche Gelegenheit, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren. In der jüngsten SMX-Gesamtwertung belegte er Rang acht und landete damit unmittelbar vor Stewart.

Dass Triumph gleich mit beiden Fahrern in Paris vertreten sein wird, unterstreicht die Bedeutung, die der Hersteller seinem neuen Engagement beimisst.

Jo Shimoda wagt den Sprung in die 450er-Klasse

Ein weiterer Kandidat für die vorderen Plätze ist Jo Shimoda. Der Japaner kennt die besondere Atmosphäre in Paris bereits bestens. 2023 sicherte er sich mit vier Siegen aus sechs Finals den Titel „Prince of Paris“.

Diesmal wartet allerdings eine neue Herausforderung. Shimoda wird in Paris erstmals im Supercross auf einer 450er-Maschine antreten. Sein präziser und kontrollierter Fahrstil könnte ihm dabei entgegenkommen. Wie schnell er sich auf das leistungsstärkere Motorrad einstellen kann, wird eine der interessanten Fragen des Wochenendes sein.

Tom Vialle und Lucas Coenen gegen die Amerikaner

Aus europäischer Sicht richten sich die Blicke vor allem auf Tom Vialle und Lucas Coenen. Vialle bringt inzwischen reichlich Erfahrung aus dem amerikanischen Supercross mit. Der Franzose gewann dort bereits zwei Titel und beendete seine erste Saison in der 450er-Klasse auf Gesamtrang vier. Zudem wurde er als bester Rookie ausgezeichnet.

Nachdem er im vergangenen Jahr in Paris erstmals auf einer 450er-Maschine angetreten war, kehrt er nun mit deutlich mehr Erfahrung zurück. Entsprechend hoch dürften seine eigenen Erwartungen sein. Dazu kommt die Unterstützung des französischen Publikums, das Vialle bei seinem Heimauftritt sicherlich lautstark begleiten wird.

Noch mehr Fragezeichen stehen hinter Lucas Coenen.

Der Belgier wird in Paris sein Supercross-Debüt geben. Nach einer starken MXGP-Saison, in der eine hartnäckige Verletzung seine Titelambitionen beeinträchtigte, wagt er nun den Wechsel auf die technisch anspruchsvolle Supercross-Strecke.

Dass Coenen trotz seiner Beschwerden beim Motocross of Nations in Ernée zum belgischen Erfolg beitrug, zeigte zuletzt seinen Kampfgeist. Wie gut sich seine enorme Geschwindigkeit aus dem Motocross auf enge Kurven, Rhythmussektionen und Sprungkombinationen übertragen lässt, bleibt allerdings abzuwarten.

Mit Blick auf seinen geplanten Einstieg in den amerikanischen Supercross im Januar könnte Paris bereits eine wichtige Standortbestimmung werden.

Sacha Coenen sorgt in der SX2 für Spannung

Während Lucas in der SX1 antritt, wird sein Zwillingsbruder Sacha Coenen in der SX2-Klasse starten. Auch für ihn ist es das erste Supercross-Rennen. Der KTM-Werksfahrer hat in dieser Saison mit seiner aggressiven und kompromisslosen Fahrweise mehrfach für Aufsehen gesorgt. Besonders eindrucksvoll waren seine Auftritte in den USA, wo er drei seiner vier bestrittenen Outdoor-Rennen gewann.

Dass er sich bei einem dieser Rennen sogar das Schlüsselbein brach, unterstreicht allerdings auch, wie schmal bei seinem Fahrstil der Grat zwischen spektakulärer Geschwindigkeit und Risiko sein kann. In Paris wird sich zeigen, wie schnell der 20-Jährige die besonderen Anforderungen einer Supercross-Strecke verinnerlicht. Gerade die Kombination aus seinem enormen Grundspeed und seinem offensiven Fahrstil könnte für reichlich Unterhaltung sorgen.

Die Konkurrenz in der SX2 ist allerdings keineswegs zu unterschätzen.

Bud Racing schickt Michael Harrison und Henry Miller ins Rennen. GSM Yamaha setzt auf den jungen Australier Reid Taylor, während KTM France Calvin Fonvieille in seiner bevorzugten Klasse antreten lässt.

Triumph Germany bringt mit Hamden Hudson ein weiteres Nachwuchstalent an den Start. SR Honda arbeitet zudem daran, entweder den mehrfachen Arenacross-Champion Kyle Peters oder Isaiah Clark zu verpflichten.

Mit Michael Hicks auf der elektrischen Stark steht außerdem ein weiterer interessanter Teilnehmer auf der Liste.

Auch die französische Elite ist vertreten

Neben den internationalen Stars wird die SX1 durch zahlreiche erfahrene Fahrer ergänzt. Cédric Soubeyras gehört dabei längst zum festen Inventar des Paris Supercross. Der Franzose hält mit 19 Teilnahmen den Rekord und schaffte es im vergangenen Jahr sogar noch an einem der beiden Abende aufs Podium.

Mit Hayden Mellross bekommt er beim Yamaha-VHR-Team einen weiteren erfahrenen Fahrer an seine Seite.

Auch die Spitzenfahrer der französischen SX-Tour-Meisterschaft werden vertreten sein. Maxime Desprey, Jordi Tixier und Tom Guyon gehören ebenso zum Starterfeld.

Damit treffen internationale Supercross-Spezialisten auf Fahrer, die mit den besonderen Anforderungen französischer Hallenrennen bestens vertraut sind.

Neues Rennformat mit doppelten Punkten im Finale

Auch sportlich haben die Veranstalter einige Anpassungen vorgenommen. Sowohl in der SX1 als auch in der SX2 werden an beiden Veranstaltungstagen jeweils drei Wertungsläufe ausgetragen. Neu ist, dass das längere abschließende Finale doppelte Punkte bringt. Dadurch könnte sich die Gesamtwertung auch spät am Abend noch deutlich verändern.

Die Junioren bestreiten jeweils ein großes Finale zum Auftakt des Rennprogramms. In dieser Klasse steht unter anderem Lonny Ferrer auf der Starterliste.

Zwischen den Rennen sorgt die traditionelle Bud-Racing-Superpole für zusätzliche Spannung. Und natürlich gehört auch Freestyle-Motocross wieder fest zum Programm.

Freestyle-Show mit Vanstippen und Canosa

Mit Julien Vanstippen und José „Mincha“ Canosa haben die Veranstalter zwei der derzeit spektakulärsten Freestyle-Fahrer verpflichtet. Beide konnten in dieser Saison bei verschiedenen X-Games-Wettbewerben überzeugen und sollen sich in Paris unter anderem in einem Best-Trick-Contest gegenüberstehen.

Ergänzt wird das Monster Energy Freestyle Show-Programm durch Nicolas Texier und einen weiteren internationalen Spitzenfahrer, dessen Name noch bekannt gegeben werden soll.

Zwei Tage Supercross in Paris

Das Paris Supercross findet am 21. und 22. November 2026 in der Plenitude Arena in Paris La Défense statt. Am Samstag beginnt die Abendveranstaltung um 19:00 Uhr, am Sonntag startet das Programm bereits um 14:00 Uhr.

Wer auch das Training verfolgen möchte, kann die Halle am Samstag ab 14:00 Uhr und am Sonntag ab 10:30 Uhr betreten. Nach Angaben der Veranstalter sind für beide Tage nur noch wenige Tickets erhältlich.

Sportlich dürfte vor allem die Frage interessant werden, ob Ken Roczen seiner Favoritenrolle gerecht werden kann. Mit Plessinger, Shimoda und Vialle stehen ihm mehrere erfahrene Konkurrenten gegenüber.

Die vielleicht spannendsten Unbekannten sind allerdings die Coenen-Zwillinge. Lucas und Sacha haben im Motocross längst bewiesen, dass sie zu den schnellsten Fahrern ihrer Generation gehören. Ob sie dieses Tempo auch auf einer Supercross-Strecke umsetzen können, wird sich in Paris erstmals unter Rennbedingungen zeigen.

SX1 International
Nr.FahrerNationMotorrad / Team
7Aaron PlessingerUSATriumph
16Tom VialleFrankreichHonda HRC
30Jo ShimodaJapanAmerican Honda
31Jordon SmithUSATriumph
45Hayden MelrossAustralienYamaha VHR
49Tom GuyonFrankreichTriumph
72Lucas ImbertFrankreichHonda
79Lucas CoenenBelgienKTM Red Bull Factory
85Cédric SoubeyrasFrankreichHonda MB
94Ken RoczenDeutschlandSuzuki HEP Progressive
141Maxime DespreyFrankreichYamaha GSM
225Charles LefrançoisFrankreichSuzuki SR75
384Lorenzo CamporeseItalienFantic
491Paul HaberlandDeutschlandKawasaki
831Brice MaylinFrankreichYamaha
911Jordi TixierFrankreichYamaha GSM
SX2 – Französische Meisterschaft / SX Tour
Nr.FahrerNationMotorrad / Team
11Calvin Fonvieille*FrankreichKTM France
22Mickaël LamarqueFrankreichKTM
27Hugo ManzatoFrankreichHusqvarna
29Henry Miller*USABud Racing Kawasaki Venum
41Mitchell Harrisson*USABud Racing Kawasaki Venum
64Sacha Coenen*BelgienKTM Red Bull Factory
66Yannis LopezFrankreichStark Future
86Reid Taylor*AustralienGSM Yamaha
172Mathys BoisraméFrankreich737 Performance KTM
188Hamden Hudson*USATriumph
259Julien LebeauFrankreichGasGas
301Liam BruneauFrankreichKTM
335Enzo Polias*FrankreichHusqvarna
389Jules PietreFrankreichYamaha
460Michael HicksUSAStark Future
589Killian PollFrankreichKTM
606Killian VincentFrankreichKawasaki
744Saad SoulimaniMarokkoTM FTO
851Clément BriatteFrankreichKTM
Junioren – Französische Meisterschaft / SX Tour
Nr.FahrerNationMotorrad / Team
41Lucas Dos SantosFrankreichTM
85Tim Lopes*FrankreichKawasaki Bud Racing
251Paul MaigneFrankreichKTM
253Leny MullerFrankreichYamaha
300Thomas MunozFrankreichTM
373Steeve BouveyronFrankreichKTM
398Kyliane RoccaFrankreichTM
518Tim FortanierFrankreichYamaha
613Lonny FerrerFrankreichKTM
712Mathéo AngelvinFrankreichHusqvarna
715Raphaël MennilloFrankreichKTM
* Wildcard-Starter.