ZX Moto: Wer bekommt einen Platz bei Jacky Martens?

ZX Moto startet zusammen mit Jacky Martens 2027 in die Motocross Weltmeisterschaft

ZX Moto startet zusammen mit Jacky Martens 2027 in die Motocross Weltmeisterschaft. / Foto: ZX Moto

Drei Namen, ein neues Werksteam und bislang keine bestätigte Fahrerpaarung. Rund um das ZX Moto Factory Team wird für die MXGP-Saison 2027 fleißig spekuliert. Nachdem bereits Kevin Horgmo und Brent van Doninck mit dem chinesischen Hersteller in Verbindung gebracht wurden, taucht nun auch Oriol Oliver als möglicher Kandidat auf.

Der Spanier soll zum engeren Kreis der Fahrer gehören, mit denen sich das von Jacky Martens geführte Team beschäftigt. Eine Verpflichtung ist allerdings ebenso wenig bestätigt wie bei den beiden anderen Kandidaten. Fest steht dagegen die geplante Teamgröße: Firmengründer Zhang Xue hat angekündigt, 2027 gemeinsam mit JM Racing und zwei Fahrern in die MXGP einzusteigen.

Gerade Oliver wäre eine interessante Wahl. Nach dem Ende beim GABRIEL SS24 KTM Team muss er sich für die kommende Saison neu orientieren. Ein Platz bei ZX Moto könnte ihm nicht nur den Verbleib in der Weltmeisterschaft ermöglichen, sondern auch den Wechsel in ein offiziell unterstütztes Factory-Team. Wie attraktiv ein solches Angebot sportlich wäre, hängt allerdings wesentlich vom Entwicklungsstand des Motorrads ab.

Ein Factory Bike ist nicht automatisch ein Vorteil

Mit Jacky Martens hat ZX Moto einen Mann an seiner Seite, der die Motocross-Weltmeisterschaft seit Jahrzehnten kennt. Der Belgier weiß, was ein Team benötigt, um auf diesem Niveau bestehen zu können. Trotzdem bleibt ZX Moto ein neues Projekt, dessen Konkurrenzfähigkeit sich derzeit kaum unabhängig beurteilen lässt.

Ein Factory-Status klingt zunächst verlockend, garantiert aber weder ein ausgereiftes Bike noch Ergebnisse auf Anhieb. Für einen Fahrer wie Oliver wäre ein Wechsel deshalb auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Andererseits könnte er bei einem Hersteller, der sich erst in der Weltmeisterschaft etablieren muss, eine deutlich wichtigere Rolle bei der Entwicklung spielen als in einem bereits bestehenden Team.

Genau diese Aufgabe sollen die künftigen WM-Piloten übernehmen. Zhang erklärte im Interview mit GateDrop, dass die Entwicklung direkt mit den verpflichteten MXGP-Fahrern vorangetrieben werden soll. Die Fahrerwahl entscheidet damit auch darüber, wer die technische Richtung des neuen Projekts mitbestimmt.

Ein Podestplatz würde die Erwartungen übertreffen

Für die Debütsaison formuliert Zhang zunächst ein klares technisches Ziel: Das Motorrad soll bei Handling, Leistung und Stabilität die Anforderungen der Weltmeisterschaft erfüllen und konkurrenzfähig sein. Ein Podestplatz würde seine Erwartungen für 2027 bereits übertreffen. Der Hersteller hat hohe Ambitionen, rechnet im ersten Jahr aber offenbar mit einer anspruchsvollen Entwicklungsaufgabe.

Dabei könnte ein Fahrer wie Brent van Doninck wertvoll sein. Der Belgier bringt reichlich Erfahrung aus der MXGP mit und kennt die Anforderungen an ein Motorrad, das über eine komplette WM-Saison funktionieren muss. Für ein neues Werksteam kann diese Erfahrung auch dann entscheidend sein, wenn ein Fahrer nicht regelmäßig um Podiumsplätze kämpft.

Und was wird aus Kevin Horgmo?

Bei Kevin Horgmo ist die Ausgangslage etwas anders. Der Norweger hatte sich erst kürzlich über fehlende Angebote für die kommende Saison beklagt. Dass sein Name inzwischen im Zusammenhang mit ZX Moto fällt, könnte ihm eine Perspektive eröffnen. Aus den kursierenden Namen lässt sich allerdings noch keine fertige Fahrerpaarung ableiten.

Horgmo, van Doninck und Oliver bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Für Martens dürfte deshalb neben der sportlichen Leistungsfähigkeit auch eine Rolle spielen, wer die Entwicklung des Motorrads voranbringen kann. Zhangs Ankündigung, dafür direkt auf die späteren Einsatzfahrer zu setzen, verleiht dieser Frage zusätzliches Gewicht.

Für Oliver könnte sich nach dem Ende bei seinem bisherigen Teams eine unerwartete Möglichkeit ergeben. Doch zwischen einem Namen auf der Kandidatenliste und einem unterschriebenen Werksvertrag liegt noch einiges. Klarheit soll die EICMA in Mailand bringen: Im Rahmen der Motorradmesse vom 3. bis 8. November soll die Fahrerpaarung für 2027 vorgestellt werden. Für welche Kombination sich Martens entscheidet, dürfte auch zeigen, wie ZX Moto seine sportlichen und technischen Ziele in der ersten WM-Saison miteinander verbinden will.