VENT bringt drei neue Nachwuchscrosser

Vent bringt drei neue Motocross Bikes für den Nachwuchs auf den Markt

Vent bringt drei neue Motocross Bikes für den Nachwuchs auf den Markt

Ein Jahr nach den ersten Prototypen zeigt VENT auf der EICMA 2026 die seriennahen Versionen seiner Nachwuchsmodelle RV 65, RV 65 H und RV 85. In den vergangenen zwölf Monaten wurden die Motorräder mit jungen Rennfahrern weiterentwickelt. Neben eigenen Motoren mit Elektrostarter setzt der italienische Hersteller auf Aluminiumrahmen und ein mitgeliefertes Ersatzteilpaket.

Die Entwicklung ist nach Herstellerangaben inzwischen nahe am endgültigen Serienstand angekommen. Preise und Liefertermine stehen allerdings noch aus. Diese will VENT zum offiziellen Verkaufsstart bekannt geben.

Zwei Größen für die 65er-Klasse

Mit der RV 65 H greift VENT einen Punkt auf, den viele Familien im Nachwuchssport kennen: Gleichaltrige Kinder sind längst nicht gleich groß. Gerade in der 65er-Klasse kann die passende Sitzposition deshalb zum Problem werden, obwohl Hubraum und Leistung grundsätzlich zum Fahrer passen.

Neben der regulären RV 65 kommt deshalb eine höhere Variante für größere Nachwuchsfahrer. Die RV 65 H besitzt eine Sitzhöhe von 823 Millimetern und rückt damit näher an die RV 85 heran, deren Sitzbank auf 892 Millimetern liegt. Eine Sitzhöhe für die normale RV 65 nennt VENT in der vorliegenden Mitteilung nicht.

Bei der RV 65 lassen sich außerdem die Fahrwerkshöhe und die Lenkerposition anpassen. Damit bestehen zusätzliche Möglichkeiten, das Motorrad auf die Körpergröße abzustimmen. Welche weiteren Unterschiede zwischen der Standardversion und der H-Ausführung bestehen, geht aus den Angaben noch nicht hervor.

Eigene Motoren mit Elektrostarter

Die beiden Motoren wurden von der technischen Abteilung in Introbio entwickelt. Das 65-cm³-Aggregat trägt die Bezeichnung M3R, der 85-cm³-Motor heißt M2R. Beide bringen eine Ausstattung mit, die im Nachwuchsrennsport einige Einstellmöglichkeiten eröffnet.

Dazu gehört eine programmierbare ECU, über die sich die Leistungsentfaltung an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen lässt. Eine elektronisch gesteuerte Auslasssteuerung soll die Leistungsabgabe im mittleren und oberen Drehzahlbereich optimieren. Der modulare Zylinderkopf ermöglicht Änderungen an der Verdichtung und damit ebenfalls am Motorcharakter.

Eine hydraulische Kupplung und ein Elektrostarter gehören zum Konzept. Gerade nach einem Sturz oder einem abgewürgten Motor kann der Start per Knopfdruck jungen Fahrern helfen, schneller wieder ins Rennen zu kommen. Die RV 85 besitzt außerdem einen 30-mm-Vergaser.

Leistungswerte und Gewichte nennt VENT bislang nicht. Wie gut sich die Motoren dosieren lassen und wie breit das nutzbare Drehzahlband ausfällt, muss sich deshalb erst auf der Strecke zeigen.

Aluminiumrahmen und Umlenkung

Beim Chassis setzt VENT auf einen Aluminium-Brückenrahmen. Die vollständig einstellbaren Federelemente werden hinten mit einer Umlenkung kombiniert. Damit bietet die Konstruktion Möglichkeiten, das Setup an Fahrergewicht, Tempo und Strecke anzupassen.

Für die RV 85 nennt der Hersteller 278 Millimeter Federweg vorne und 289 Millimeter hinten. Bei der RV 65 stehen vorne 215 Millimeter und hinten 253,5 Millimeter zur Verfügung. Separate Fahrwerksdaten für die höhere RV 65 H enthält die Ankündigung nicht.

Verzögert wird mit hydraulischen Scheibenbremsen und Wave-Bremsscheiben. Optisch treten die drei Modelle in Rot mit neu gestalteten Dekoren an.

Entwicklung mit Pietro Riganti

An der Erprobung der RV 85 war Pietro Riganti beteiligt. Der Fahrer des Manetta Teams, den VENT als italienischen Juniorenmeister der 85er-Klasse vorstellt, lieferte während Trainings und Rennen Rückmeldungen zu Motor, Chassis und Ergonomie.

Diese Erfahrungen flossen laut Hersteller direkt in die Weiterentwicklung ein. Damit blieb es seit der ersten Präsentation nicht bei Arbeiten am Prototypen auf dem Prüfstand. Wie konkurrenzfähig das fertige Motorrad gegenüber den etablierten Marken ist, wird sich allerdings erst mit dem Serienmodell beurteilen lassen.

Ersatzteile gehören zum Lieferumfang

Für den Rennalltag liefert VENT zu jedem Motorrad ein umfangreiches Ersatzteilpaket mit. Darin befinden sich ein hinteres Kettenrad, ein Luftfilter, ein kompletter Kolbensatz samt Nadellager, ein Kupplungspaket, eine Zündkerze, ein seitlicher Schwingenschutz und ein Dichtungssatz.

Für Familien und Teams sind das Teile, die während einer Saison ohnehin gebraucht werden können. Das Paket kann die ersten Wartungsarbeiten erleichtern und erspart zumindest einen Teil der separaten Bestellungen. Wie die Ersatzteilversorgung darüber hinaus organisiert wird, erläutert VENT in der Ankündigung noch nicht.

Mit zwei unterschiedlich großen 65ern und einer 85er stellt sich VENT im Nachwuchsbereich breiter auf. Eigene Motoren, Elektrostarter und das Ersatzteilpaket geben den Motorrädern dabei ein eigenständiges Profil. Für die Kaufentscheidung fehlen nun vor allem Preise, Liefertermine und die endgültigen Seriendaten.