USA schreiben in Zschopau Geschichte – Deutschland verpasst das Heim-Podium

Das Podium der 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau

Das Podium der 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau. / Foto: Future7Media

Die USA sind als Herausforderer nach Zschopau gekommen und verlassen die Motorradstadt als Sieger. Fred Hoess, Billy Burns und Terry Cunningham haben bei der zehnten FIM Enduro Vintage Trophy den ersten amerikanischen Erfolg in der Vintage Veterans Trophy geholt. Deutschland konnte seinen Titel dagegen nicht verteidigen und beendete das Heimrennen auf Rang vier.

Eine große Überraschung war das Ergebnis am Samstag nicht mehr. Die entscheidende Arbeit hatten die Amerikaner bereits an den drei Tagen zuvor erledigt. Besonders im Regen am Freitag machten sie aus einem knappen Vorsprung von 15 Sekunden auf Österreich mehr als eine Minute.

Für den abschließenden Final Cross Test bedeutete das eine komfortable Situation. Hoess, Burns und Cunningham mussten eigentlich nur noch durchkommen.

Zumindest Hoess hatte auf reines Verwalten aber wenig Lust. Der Husqvarna-Pilot setzte auch im letzten Test die Bestzeit der Vintage Veterans Trophy. Bernhard Walzer wurde auf KTM Zweiter, Tullio Pellegrinelli brachte seine Puch-Frigerio auf Rang drei.

Danach durfte gefeiert werden. „Es war eine unglaubliche Woche“, sagte Hoess. „Wir sind als Team richtig zusammengewachsen, um dieses Ergebnis zu erreichen.“

Die Veranstaltung selbst hatte es ihm ebenfalls angetan – obwohl die Bedingungen den alten Motorrädern und ihren Fahrern einiges abverlangten. „Es war großartig, aber auch hart. Man sagt, Zschopau sei die Motorradstadt, und es war wirklich ein spektakulärer Ort für dieses Rennen.“

Für Deutschland reicht es nicht mehr

Österreich hatte vor dem Final Cross Test nur noch eine realistische Chance auf den Sieg: Die USA hätten sich einen größeren Fehler erlauben müssen. Der blieb aus.

Damit ging Platz zwei an die Österreicher. Italien hatte sich nach einem schwächeren Beginn im Laufe der Veranstaltung immer weiter nach vorne gearbeitet und komplettierte schließlich das Podium.

Deutschland blieb Rang vier.

Für den Titelverteidiger ist das vor heimischem Publikum natürlich nicht das Ergebnis, das man sich vorgenommen hatte. Nach dem zweiten Tag war die deutsche Mannschaft bereits aus den Top Fünf gefallen, kämpfte sich anschließend wieder zurück, konnte Österreich und Italien aber nicht mehr einholen. Die Tschechische Republik wurde Fünfter.

Dass die USA in Zschopau am Ende ganz oben stehen, hängt vor allem mit ihrer Konstanz zusammen. Auf den alten Motorrädern vier Tage ohne größeren Zeitverlust durchzukommen, ist schließlich ein wesentlicher Teil dieser Veranstaltung. Dazu kam ein Fred Hoess, der in der Einzelwertung immer wieder das Tempo vorgab und selbst im letzten Test nichts herschenkte.

Deutsche Teams holen zwei Podiumsplätze

Ganz ohne deutsche Podien endete das Heimspiel allerdings nicht.

In der Vintage Silver Vase wurde es in Zschopau um Rang drei sogar richtig knapp. Italien war vorne längst weg. Stefano Bosco auf Kramer, Federico Fregnan auf Fantic und Giuseppe Gallino auf Puch gewannen mit 2:40 Minuten Vorsprung auf Silver Vase 17 Kramer Werkxx.

Dahinter rettete MC Simson Suhl den dritten Platz mit gerade einmal vier Sekunden Vorsprung auf MC Scuderia Norelli. Silver Vase Germany 1 wurde Fünfter.

Gallino bestätigte seine starke Woche mit dem Sieg im Final Cross Test. Hinter ihm sorgten Frank Philippaerts und Andrea Rastrelli für ein komplett italienisches Top Drei.

Noch besser sah die deutsche Bilanz bei den Club Teams aus.

Tagliamento 1 war dort nicht mehr einzuholen und gewann mit mehr als drei Minuten Vorsprung. Dahinter gingen aber beide verbleibenden Podiumsplätze nach Deutschland: Club Team Germany 12 wurde Zweiter, Club Team Germany 2 Dritter.

Auch MSC Mauer legte am letzten Tag noch einmal nach und verdrängte U.S. Leonessa D’Italia 1903 von Rang vier.

Mario Graziani gewann auf seiner Maico den letzten Test der Club-Einzelwertung. Anton van de Wetering und Petr Dokoupil folgten auf den Positionen zwei und drei.

In der Vintage Individual-Wertung gehörte der Samstag Pavel Koncicky. Der Tscheche war auf KTM lediglich eine Sekunde schneller als der Brite Matt Yates. Michele Brezzaro wurde auf Maico Dritter.

Nach vier Tagen ist damit auch klar, wo die zehnte FIM Enduro Vintage Trophy entschieden wurde. Nicht beim kurzen Finale am Samstag, sondern auf den langen Fahrtagen davor. Die USA kamen mit trockenen Bedingungen ebenso zurecht wie mit dem Schlamm am Freitag – und genau dort konnten Hoess, Burns und Cunningham den Unterschied machen.

2027 zieht die Veranstaltung weiter. Vom 25. bis 29. August trifft sich die Vintage-Enduro-Szene in Považská Bystrica in der Slowakei.