Justin Barcia zurück bei Suzuki: Nach Ducati beginnt 2027 noch einmal etwas Neues
Justin Barcia wechselt zu Twisted Tea Suzuki
Justin Barcia wechselt nach nur einer Saison bei Ducati erneut die Marke. 2027 sitzt der 34-Jährige auf der Suzuki RM-Z450 von Pipes Motorsports Group. Der Vertrag läuft zunächst über ein Jahr, eine gemeinsame Option für 2028 ist bereits vereinbart. Für Barcia ist es gleichzeitig eine Rückkehr: Suzuki kennt er aus seiner früheren Karriere bereits.
Die Bestätigung kommt nur kurze Zeit nach der Trennung von Troy Lee Designs Red Bull Ducati. Damit ist eine der offenen Fahrerfragen für die kommende US-Saison geklärt.
Barcia wird die komplette SuperMotocross-Saison bestreiten und bereits am 9. Januar beim Auftakt in Anaheim erstmals für Suzuki am Start stehen.
„Für mich ist das ein Neustart“, sagt Barcia. „Dustin, das Team und alle Beteiligten haben eine richtig starke Mannschaft aufgebaut. Ich bin bereit, in der Offseason die Arbeit reinzustecken, alles zu geben und Ergebnisse zu liefern.“
Nach seinem schwierigen Jahr 2026 kann er einen solchen Neustart gebrauchen.
Das Ducati-Jahr lief anders als geplant
Barcias erste Saison auf der Ducati bekam bereits beim Supercross-Auftakt einen heftigen Dämpfer. Nach einer Kollision in Anaheim fiel er für einen großen Teil der SX-Saison aus. Später zeigte er durchaus wieder gute Rennen, doch aus dem Wechsel zur neuen Desmo450 MX wurde nie eine wirklich konstante Saison.
Nach dem SMX-Finale trennten sich die Wege wieder.
Dass Barcia nun bei Suzuki landet, ist deshalb interessant. Er wechselt nicht zu einer Mannschaft, die erst beweisen muss, dass sie Rennen oder Titel gewinnen kann. Pipes Motorsports Group geht als Supercross-Meisterteam des Jahres 2026 in die neue Saison.
Das Motorrad ist ebenfalls kein Experiment.
Die RM-Z450 mag technisch nicht das jüngste Konzept im Fahrerlager sein. Auf der Rennstrecke zählt am Ende allerdings weniger das Alter eines Datenblatts als das, was Fahrer und Team daraus machen. Pipes Motorsports hat 2026 ziemlich deutlich gezeigt, dass sich die Suzuki deshalb noch lange nicht zum alten Eisen zählen lassen muss.
Nun bekommt Barcia dieses Paket.
Pipes will Barcia nicht neu erfinden
Dustin Pipes scheint dabei ziemlich genau zu wissen, welchen Fahrer er verpflichtet hat.
„Ich war schon immer ein Fan davon, wie viel Einsatz er in jedes Moto steckt und was für ein Kämpfer er auf der Rennstrecke ist“, sagt der Teamchef.
Barcia fährt seit Jahren aggressiv und mit viel Körpereinsatz. An guten Tagen kann genau das für seine Gegner ziemlich unangenehm werden. Manchmal schießt er dabei über das Ziel hinaus, aber ein vorsichtiger Verwalter war „Bam Bam“ noch nie.
Mit 34 Jahren wird sich daran vermutlich auch nicht mehr viel ändern.
Suzuki Motorsport Manager Chris Wheeler nennt Barcias Erfahrung, Racecraft und Entschlossenheit als Gründe für die Verpflichtung. Barcia soll zeigen, was mit der RM-Z450 auf höchstem Niveau möglich ist.
Dabei bekommt nicht nur Suzuki einen erfahrenen Fahrer. Barcia bekommt seinerseits ein Motorrad, dessen Potenzial das Team gerade unter Beweis gestellt hat.
Nach einer Saison wie 2026 ist das keine schlechte Ausgangslage.
Anaheim wird gleich doppelt interessant
Bis zum ersten Rennen bleiben etwas mehr als drei Monate, um die RM-Z450 auf Barcia abzustimmen. Gerade für einen Fahrer mit seinem körperlichen und aggressiven Stil dürfte entscheidend werden, wie schnell er sich auf dem Motorrad wohlfühlt.
Seine grundsätzliche Geschwindigkeit muss Barcia kaum noch jemandem beweisen. Interessanter ist, ob er daraus 2027 wieder regelmäßig Ergebnisse machen kann.
Der erste Test dafür könnte kaum passender gewählt sein.
Am 9. Januar 2027 rollt Barcia im Angel Stadium erstmals unter Rennbedingungen mit der Suzuki ans Gatter. Genau dort begann zwölf Monate zuvor sein Ducati-Abenteuer – und nahm ziemlich schnell eine Richtung, die damals niemand geplant hatte.
Diesmal kommt Barcia mit einem bewährten Motorrad, einem Meisterteam im Rücken und einer ziemlich einfachen Aufgabe nach Anaheim: wieder regelmäßig der Fahrer zu sein, den seine Konkurrenten nur ungern direkt neben sich am Startgatter sehen.
