USA lassen sich auch vom Schlamm in Zschopau nicht stoppen

Fred Hoess dominiert die 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau

Fred Hoess dominiert die 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau. / Foto: Future7Media

Aus 15 Sekunden sind mehr als 1:13 Minuten geworden. Die USA haben am dritten Tag der FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau genau das gemacht, was bei wechselhaftem Wetter und zunehmend schwierigen Bedingungen alles andere als selbstverständlich ist: Sie sind nicht ins Verwalten geraten, sondern haben ihren Vorsprung in der Vintage Veterans Trophy kräftig ausgebaut. Vor dem abschließenden Final Cross Test spricht deshalb vieles für die Amerikaner.

Nach dem trockenen Donnerstag änderte der Regen den Charakter der Veranstaltung. Der Boden wurde schwieriger, Fehler ließen sich auf den alten Motorrädern noch weniger gebrauchen als ohnehin schon. Gerade an einem solchen Tag hätte die bis dahin knappe Führung der USA schnell weg sein können.

Passiert ist das Gegenteil.

Das amerikanische Team kam mit dem Schlamm am besten zurecht und setzte sich deutlich von Österreich ab. Mehr als eine Minute liegt nun zwischen beiden Mannschaften. Da am Samstag nur noch der Final Cross Test gefahren wird, hat sich die Ausgangslage an der Spitze ziemlich eindeutig verschoben.

Fred Hoess legt noch einmal nach

Dass die USA vorne liegen, hat auch viel mit Fred Hoess zu tun. Der Husqvarna-Pilot war bereits am Donnerstag der schnellste Fahrer der Vintage Veterans Trophy und setzte am dritten Tag noch einen drauf. Diesmal betrug sein Vorsprung in der Einzelwertung 23 Sekunden.

Dahinter ging es wesentlich enger zu. Tullio Pellegrinelli und Uwe Weber trennten gerade einmal zwei Zehntelsekunden. Der Italiener brachte seine Puch-Frigerio knapp vor Webers MZ ins Ziel.

Für Deutschland war der Freitag ohnehin deutlich erfreulicher als der Vortag. Nach dem Absturz aus den Top Fünf arbeitete sich die Mannschaft wieder auf Rang vier nach vorne. Italien liegt auf Position drei, die Tschechische Republik folgt hinter Deutschland auf Rang fünf.

Die Titelverteidigung ist damit zwar noch nicht rechnerisch erledigt, vor dem kurzen Abschlusstest müsste an der Spitze aber schon einiges passieren. Österreich hält derweil weiterhin Platz zwei – obwohl es bei Christian Kaiser kurzzeitig nach einem ziemlich bitteren Ende aussah.

Als der Puch-Frigerio-Fahrer den Service erreichte, ging sein Motor komplett aus. „Wir sind im Regen gut gefahren und haben ordentliche Zeiten gesetzt. Aber als ich zum Service kam, blieb mein Motor plötzlich komplett stehen.“

Kaiser hatte Glück im Unglück. Der Defekt trat genau dort auf, wo er sein Motorrad noch in den Arbeitsbereich schieben konnte. Ein defekter beziehungsweise problematischer Bolzen war die Ursache, Kaiser konnte das Teil wechseln und blieb im Wettbewerb.

Ein paar hundert Meter früher hätte dieselbe Geschichte womöglich ganz anders ausgesehen.

Italien hat die Silver Vase im Griff

Während die USA bei den Veterans inzwischen komfortabel führen, sieht es in der Vintage Silver Vase noch deutlicher aus. Italien geht mit 1:50 Minuten Vorsprung auf Silver Vase 17 Kramer Werkxx in den letzten Test. MC Simpson Suhl hält Rang drei vor MC Scuderia Norelli und Silver Vase Germany 1.

Auch Giuseppe Gallino ließ sich vom Wetter nicht beeindrucken. Der Puch-Fahrer gewann die Einzelwertung zum zweiten Mal hintereinander. Hinter ihm setzte sich Manuel Rüger auf Kramer gegen Andrea Rastrelli durch. Elf Sekunden trennten den Deutschen vom Italiener.

Noch größer ist das Polster bei den Club Teams. Tagliamento 1 hat seinen Vorsprung auf mehr als vier Minuten ausgebaut und führt vor Club Team Germany 12.

Interessanter ist dort inzwischen der Kampf um Rang drei. Club Team Germany 2 machte zwei Positionen gut und liegt nun auf dem letzten Podiumsplatz. Sicher ist der allerdings noch nicht: U.S. Leonessa D’Italia 1903 fehlen lediglich 33 Sekunden. MSC Mauer ist Fünfter.

Nach seinem Tagessieg am Donnerstag musste Marcel Triebel diesmal einem anderen Fahrer den Vortritt lassen. Mario Graziani gewann auf Maico, Triebel wurde mit seiner KTM Zweiter. Johnny Barber belegte auf Husqvarna Rang drei.

Auch in der Vintage Individual-Wertung gab es erstmals einen anderen Sieger. Francesc Puey hatte die ersten beiden Tage bestimmt, am Freitag war Michal Korpas schneller. Der Pole gewann auf Honda mit 18 Sekunden Vorsprung vor Alex Pringle auf Husqvarna. Puey kam mit seiner Suzuki diesmal auf Rang drei.

Am Samstag entscheidet der Final Cross Test über die endgültigen Platzierungen. In einigen Wertungen kann dabei noch ordentlich Bewegung entstehen.

Für die USA ist die Aufgabe dagegen ziemlich klar: Nach drei starken Tagen müssen sie ihre Vintage-Motorräder nur noch sauber durch den letzten Test bringen. In Zschopau hat diese Woche allerdings schon oft genug gezeigt, wie schnell aus einem „nur noch“ ein Problem werden kann.