USA bauen Führung bei der Enduro Vintage Trophy aus

Fred Hoess bei der 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau

Fred Hoess bei der 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau. / Foto: Future7Media

Der kurze Beschleunigungstest zum Auftakt hatte nur einen ersten Hinweis geliefert. Am zweiten Tag der FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau mussten die alten Motorräder erstmals richtig ins Gelände – und auch dort waren die US-Amerikaner die stärkste Mannschaft. Für Titelverteidiger Deutschland lief der Donnerstag dagegen deutlich schlechter als der Auftakt.

426 Fahrer nahmen den ersten langen Fahrtag in Angriff. Auf sie wartete eine anspruchsvolle Runde mit drei Sonderprüfungen, die jeweils zweimal gefahren wurden. Das Wetter spielte mit, der trockene Boden machte die Strecke aber nicht automatisch einfach.

Der Portugiese Antonio da Silva bezeichnete den Tag anschließend sogar als einen der härtesten, die er bislang bei einer Enduro Vintage Trophy erlebt habe.

„Es war ein richtig schöner und harter Enduro-Tag. Die Strecke war fantastisch und auch die Sonderprüfungen haben richtig Spaß gemacht. Die Veranstalter haben das sehr gut hinbekommen.“

Ganz problemlos kam da Silva trotzdem nicht durch. Neben einem Sturz beschäftigte ihn der Vergaser seiner Puch-Frigerio. Das Problem bekam er nach eigener Aussage in den Griff. Müde war er anschließend trotzdem.

Die USA funktionieren auch im Gelände

Nach dem Acceleration Test lagen die USA bereits vorne. Die Frage war allerdings, wie viel diese Führung wert sein würde, sobald aus wenigen Sekunden Beschleunigung ein kompletter Enduro-Tag wird.

Die Antwort fiel ziemlich deutlich aus.

Das US-Team gewann auch den Donnerstag und nahm Österreich acht Sekunden ab. Italien wurde Dritter und machte damit in der Gesamtwertung gleich vier Positionen gut.

Nach zwei Tagen führen die USA die Vintage Veterans Trophy nun mit 15 Sekunden Vorsprung vor Österreich an. Italien liegt auf Rang drei, Frankreich ist Vierter und die Tschechische Republik folgt auf Position fünf.

Deutschland fehlt dagegen in dieser Gruppe.

Das ist nach dem starken Auftakt durchaus eine Überraschung. Der Titelverteidiger war als Zweiter in den Donnerstag gegangen, und Bert von Zitzewitz hatte mit seiner Maico am ersten Tag sogar die schnellste Einzelzeit gefahren.

Auf der langen Strecke änderte sich das Bild.

Eine genaue Ursache für das Zurückfallen Deutschlands nennt der vorliegende Bericht allerdings nicht. Mehr daraus abzuleiten wäre deshalb Spekulation.

An der Spitze der Einzelwertung übernahm dafür ein Amerikaner das Kommando. Fred Hoess war auf seiner Husqvarna der Schnellste. Tullio Pellegrinelli aus Italien brachte seine Puch-Frigerio auf Rang zwei, Lubomir Vojkuvka wurde auf Jawa Dritter.

Italien setzt sich bei der Silver Vase ab

Während es in der Veterans Trophy mit 15 Sekunden noch relativ eng zugeht, hat sich bei der Vintage Silver Vase bereits eine deutlichere Lücke aufgetan. Italien bestimmte dort den zweiten Tag und geht mit 1:08 Minuten Vorsprung auf Silver Vase 17 Kramer Werkxx in den Freitag. MC Simpson Suhl liegt auf Rang drei, 58 Sekunden hinter Platz zwei.

Dahinter folgen MC Scuderia Norelli und EMC Witzschdorf. Auch die Tageswertung ging an einen Italiener. Giuseppe Gallino setzte auf seiner Puch die schnellste Zeit vor Andrea Rastrelli auf MZ. Rüdiger Bachmann wurde mit seiner SWM Dritter.

Bei den Club Teams führt Tagliamento 1 mit 1:12 Minuten Vorsprung vor Club Team Germany 12. MSC Mauer hält Rang drei.

Einen deutschen Erfolg gab es dort ebenfalls: Marcel Triebel gewann auf KTM die Einzelwertung des Tages. Mario Graziani wurde auf Maico Zweiter, Davide von Zitzewitz belegte mit seiner KTM Rang drei.

In der Vintage Individual-Wertung blieb Francesc Puey das Maß der Dinge. Der Spanier setzte sich auf Suzuki erneut gegen Michal Korpas auf Honda und den Briten Alex Pringle auf Husqvarna durch.

Der zweite Tag hat damit erstmals gezeigt, was die Rangliste nach dem kurzen Auftakt tatsächlich wert war. Die USA haben ihre Führung auch über einen kompletten Enduro-Tag verteidigt. Deutschland dagegen weiß jetzt, dass Heimvorteil und eine schnelle Maico allein nicht reichen werden, um den Titel zu verteidigen.

Und leichter dürfte es in Zschopau nicht werden.