Mads Fredsøe: Trotz schwieriger Saison führt sein Weg in die MX2-WM

Mads Fredsøe mit seinem Vater (links) und seinem Mechaniker (rechts)

Mads Fredsøe mit seinem Vater (links) und seinem Mechaniker (rechts). / Foto: Privat

Mads Fredsøe hat sein Ziel erreicht, wenn auch nicht auf dem Weg, den er sich vermutlich einmal vorgestellt hatte. Nach drei Jahren in der EMX250 steigt der Däne 2027 in die MX2-Weltmeisterschaft auf. Er fährt die europäischen Grands Prix für Becker KTM. Ein Werksplatz ist es nicht geworden – und Fredsøe nennt selbst einen Grund dafür: Bei fünf von elf EMX-Runden 2026 machten ihm technische Probleme das Leben schwer.

Für einen Fahrer, der sich für den nächsten Schritt empfehlen will, ist das eine denkbar schlechte Ausgangslage. Gerade in der EMX250 sind elf Veranstaltungen nicht besonders viel. Wenn fast die Hälfte davon technisch nicht sauber läuft, fehlen Ergebnisse, Punkte und vor allem Gelegenheiten, sich vor den richtigen Leuten zu zeigen.

Fredsøe redet diesen Umstand nicht klein. „Natürlich wäre das Traumszenario gewesen, beim Aufstieg in die Weltmeisterschaft in einem Werksteam unterzukommen. Nach technischen Problemen bei fünf der elf EMX-Runden war das allerdings nicht gerade einfach.“

Das ist bemerkenswert offen. Vor allem, weil Fredsøe damit nicht versucht, seine Saison im Nachhinein schöner aussehen zu lassen. Der gewünschte Werksplatz kam nicht. Trotzdem steht am Ende der Aufstieg.

Bei CAT-Moto war die Zeit offenbar abgelaufen

Drei Jahre war Fredsøe in der EMX250 unterwegs. Nach seiner Zeit bei Beddini GasGas wechselte er 2025 zu CAT-Moto Bauerschmidt Racing und blieb dort auch 2026.

Eigentlich hätte die Zusammenarbeit offenbar noch etwas länger laufen sollen. Die Trennung erfolgte jedoch vorzeitig, weshalb Fredsøe bereits jetzt mit Becker Racing arbeitet.

Über die Gründe wird er nicht konkret, eine seiner Aussagen lässt aber durchaus erkennen, dass er zuletzt einen Tapetenwechsel brauchte. „Ich hatte das Gefühl, dass in Holland zuletzt alles etwas grau geworden war. Deshalb bin ich mehr als glücklich, weiterzuziehen und neu anzufangen.“

Was genau mit „grau“ gemeint ist, lässt Fredsøe offen. Mehr hineinzuinterpretieren wäre Spekulation. Zusammen mit seiner Aussage über die technischen Probleme wird allerdings deutlich, dass er seine letzte EMX-Saison nicht gerade mit einem guten Gefühl beendet.

Der Neustart kommt deshalb früher als geplant. Mit seinem früheren Mechaniker Sławek Wilk arbeitet Fredsøe bereits am neuen Motorrad und bereitet sich auf den ersten gemeinsamen Renneinsatz vor. Der findet ausgerechnet auf einer ziemlich großen Bühne statt.

Ernée wird zum ersten Test mit Becker Racing

Beim Motocross of Nations in Ernée startet Fredsøe für Dänemark. Zusammen mit Mikkel Haarup und Nicolai Skovbjerg bildet er das dänische Trio.

Fredsøe sitzt dabei auf einer 350er KTM. Mit seinem künftigen MX2-Einsatz hat das technisch also nur bedingt zu tun, für die Zusammenarbeit mit Becker Racing ist das Wochenende trotzdem interessant. Neues Umfeld, bekannte Mechaniker und gleich das MXoN vor vermutlich ziemlich voller Hütte in Ernée – viel Eingewöhnungszeit gibt es nicht.

Danach richtet sich der Blick endgültig auf 2027.

Eine komplette Weltmeisterschaft inklusive der Oversea-Rennen ist zunächst nicht vorgesehen. Fredsøe soll sämtliche europäischen MX2-Grands-Prix bestreiten. Für ihn ist das trotzdem ein erheblicher Schritt gegenüber der EMX250.

Und vielleicht ist genau diese Lösung momentan wichtiger als der Name eines Werksteams auf dem Truck.

Fredsøe bekommt seinen Platz in der MX2-WM. Er kennt die Mannschaft bereits frühzeitig, hat seinen vertrauten Mechaniker an seiner Seite und weiß, dass die kommende Saison für seine weitere Karriere ziemlich wichtig werden dürfte. „Die MX2-Weltmeisterschaft wird eine große Herausforderung und ein wichtiger Schritt in meiner Entwicklung“, sagt er. „Sie gibt mir die Möglichkeit, auf dem Motorrad noch schneller zu werden.“

Nach drei Jahren EMX250 ist damit Schluss mit der Nachwuchsserie. 2027 muss Fredsøe nicht mehr zeigen, ob er bereit für die MX2-WM ist. Dann muss er zeigen, was er dort tatsächlich daraus machen kann.