Sturz, Aufholjagd, Platz zwölf: Eli Tomac bleibt im Titelrennen

Eli Tomac struggelte beim Supercross Glendale, hielt seine Titelchancen aber am Leben

Eli Tomac struggelte beim Supercross Glendale, hielt seine Titelchancen aber am Leben. / Foto: Feld Entertainment

Der Abend von Eli Tomac in Glendale war kein Rennen für die Highlight-Reels – sondern einer dieser typischen Meisterschaftsabende, an denen es darum geht, Schaden zu begrenzen und den großen Blick nicht zu verlieren.

Früher Treffer, falscher Ort

Schon in der ersten Kurve war klar: Das wird heute kein entspannter Spaziergang. Tomac geriet in eine enge Situation, kollidierte mit Christian Craig und ging zu Boden. Statt kontrolliert im Vorderfeld mitzumischen, fand er sich plötzlich ganz am Ende des Feldes wieder. Platz 22 beim Wiederaufnehmen des Rennens – und damit genau dort, wo man als Titelanwärter eigentlich nie stehen will.

Tomac ordnete die Szene später sachlich ein: „Ich habe mich selbst in eine Position gebracht, in der schlechte Dinge passieren können. Ich wurde eingeklemmt und dann von Craig getroffen – danach war ich erst einmal raus.“

Kein Chaos, sondern Kontrolle

Was dann folgte, war kein wildes Draufhalten. Tomac blieb ruhig, nahm sich Zeit, ließ Körper und Rhythmus wieder zusammenfinden. Runde für Runde arbeitete er sich nach vorne, sammelte Positionen ein und vermied genau das, was einen solchen Abend endgültig ruinieren kann: unnötige Risiken. „Ich brauchte einen Moment, um wieder reinzukommen, meinen Körper locker zu machen und den Rhythmus zu finden. Danach habe ich einfach versucht, Position um Position aufzuholen.“

Die Top Ten rückten zwischenzeitlich in Sichtweite, doch am Ende stand Platz zwölf zu Buche. Kein Ergebnis, das man feiert – aber eines, das Schlimmeres verhinderte.

Titelchance wackelt – kippt aber nicht

Klar: Mit Rang zwölf verlor Tomac Dias Red Plate und rutschte in der Meisterschaft auf Platz drei ab. Acht Punkte Rückstand auf die Spitze klingen nach einem Dämpfer, sind in dieser frühen Saisonphase aber alles andere als ein Knockout. Viel entscheidender: Aus einem potenziell katastrophalen Abend wurde ein Resultat, das den Titelkampf offen hält. „Das Gute ist: Wir liegen noch nicht weit zurück. Jetzt müssen wir einfach weiterarbeiten.“

Selbstkritik statt Ausreden

Entsprechend nüchtern fiel auch Tomacs Fazit aus. Kein Fingerzeigen, kein Drama – sondern die klare Analyse eines Fahrers, der genau weiß, wie lang eine Supercross-Saison ist. „Das war nicht der Abend, den wir wollten, aber wir haben das Beste daraus gemacht.“

Ein typischer Meisterschaftsabend

Glendale war kein Abend, an dem Eli Tomac glänzte. Aber es war einer, an dem er zeigte, warum er seit Jahren zu den konstantesten Titelkandidaten gehört. Nicht jedes Rennen gewinnt man. Manche muss man einfach überstehen. Und genau das hat Tomac in Glendale getan.

Meisterschaftsstand 450SX nach 5 Runden

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