Haiden Deegan fährt davon – Levi Kitchen zahlt den Preis für schlechte Starts
Haiden Deegan setzt in Glendale seine Siegesserie fort. / Foto: Feld Entertainment
Haiden Deegan fährt aktuell in seiner eigenen Liga – und Glendale lieferte dafür den bislang deutlichsten Beweis. Der fünfte Lauf der 250SX West entwickelte sich früh zu einer Machtdemonstration des amtierenden Champions. Start, Führung, Kontrolle – Deegan setzte vom ersten Meter an den Ton und ließ keinen Zweifel daran, wer momentan das Maß der Dinge ist.
Deegan: Start – weg – erledigt
Kaum war das Gatter gefallen, war Deegan vorne. Der Holeshot saß, der Rhythmus passte, und schon nach wenigen Runden hatte sich der Yamaha-Pilot mehrere Sekunden Luft verschafft. Kein Zögern, kein Risiko, kein Blick zurück. Während hinter ihm um Positionen gerungen wurde, fuhr Deegan sein Rennen wie aus einem Guss – konstant, schnell und völlig unbeirrt. Am Ende stand ein Start-Ziel-Sieg, der vierte in Folge, und der elfte seiner Karriere. Mehr Dominanz geht kaum.
Deegan selbst sprach danach von harter Arbeit, die sich auszahle – und genau das sieht man auf der Strecke. Das Bike funktioniert, der Kopf ist klar, die Starts kommen. In dieser Form zwingt er die Konkurrenz nicht zu Fehlern – sie macht sie freiwillig.
Kitchen: Spektakulär – aber selbst verschuldet
Der Gegenpol dieses Rennens hieß Levi Kitchen. Was der Kawasaki-Pilot nach einem Start jenseits der Top 15 zeigte, war beeindruckend. Überholen, Linien finden, Tempo gehen – Kitchen pflügte sich durch das Feld und machte in kürzester Zeit 17 Positionen gut. Von Platz 19 bis auf Rang zwei, inklusive Überholmanöver gegen Teamkollegen und den bis dahin zweitplatzierten Michael Mosiman. Ein Ritt, der Standing Ovations verdient hätte.
Und trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn Kitchen brachte sich erst selbst in diese Lage. Schlechte Track-Position zu Rennbeginn, unnötiger Rückstand – genau die Art von Fehlern, die man sich nicht leisten darf, wenn vorne jemand alles richtig macht. Kitchen weiß das selbst. Er sprach nach dem Rennen davon, dass solche Abende immer auch einen negativen Teil hätten. Übersetzt heißt das: Die Speed ist da, aber die Grundlage fehlt.
Dahinter: Kampf statt Kontrolle
Während Deegan vorne einsam seine Runden zog, ging es dahinter zur Sache. Cameron McAdoo und Ryder DiFrancesco lieferten sich ein wechselhaftes Duell um Platz drei, ehe McAdoo im Schlussdrittel noch einmal zulegte und sich erneut einen Podestplatz sicherte. Mosiman, lange Zweiter, musste sich am Ende mit Rang vier begnügen – und sieht den Titelkampf zunehmend aus dem Rückspiegel.
Tabellenbild spricht Klartext
Nach fünf Rennen liegt Deegan komfortabel vorne. 27 Punkte Vorsprung auf Mosiman, 29 auf DiFrancesco – das ist mehr als nur ein Polster, das ist eine klare Ansage. Kitchen und McAdoo folgen weiter hinten, obwohl vor allem Kitchen mit seiner Rennpace zeigt, dass er eigentlich näher dran sein müsste.
Haiden Deegan fährt derzeit fehlerfrei, kompromisslos und mit einer Selbstverständlichkeit, die beeindruckt. Levi Kitchen liefert die spektakulären Momente – macht sich das Leben aber selbst schwer. Und genau darin liegt der Unterschied. Solange Deegan keine Einladung ausspricht, bleibt der Rest der Klasse Statist im eigenen Titelrennen.
