Steve Holcombe und die Sherco-Premiere
Steve Holcombe absolvierte sein erstes Rennen auf der Sherco in der Sasion 2026. / Foto: Sherco
Der Wechsel von Steve Holcombe zu Sherco gehört zu den spannendsten Personalgeschichten der aktuellen Enduro-Saison. Beim Auftakt zur Italienischen Enduro-Meisterschaft stand der Brite nun erstmals im direkten Duell mit der Konkurrenz auf der blauen SE 300 Zweitakt-Sherco – mit gemischten Eindrücken, aber auch wichtigen Erkenntnissen.
Schon vor dem Meisterschaftsstart hatte Holcombe einige Rennen absolviert, um sich an sein neues Motorrad zu gewöhnen. Siege in Sardinien und in Großbritannien deuteten bereits an, dass sich der mehrfache Weltmeister auf dem neuen Arbeitsgerät schnell zurechtfindet. Doch ein echter Gradmesser ist erst der direkte Vergleich mit der etablierten Konkurrenz.
Schnell – auch wenn es nicht danach aussieht
Holcombe gehört seit Jahren zu den Fahrern, die auf der Strecke selten spektakulär wirken und trotzdem extrem schnell sind. Genau dieses Bild zeigte sich auch bei seinem ersten großen Auftritt auf der Sherco. Die Linien wirken kontrolliert, die Bewegungen ruhig – doch auf der Uhr stimmen die Zeiten.
Der Eindruck täuscht also: Der Brite ist bereits erstaunlich gut mit der 300er Zweitakt-Sherco unterwegs.
Ein technischer Defekt wirft ihn zurück
Der Start ins Rennwochenende verlief jedoch alles andere als ideal. Am ersten Renntag stoppte ein technisches Problem Holcombes Fahrt bereits früh. Ein ungewöhnlicher elektrischer Defekt ließ den Motor überhitzen, wodurch der Einsatz nach nur zwei Sonderprüfungen beendet war.
Für Holcombe bedeutete das ein DNF am ersten Tag – und damit ein schwieriger Ausgangspunkt für den weiteren Verlauf des Wochenendes.
Das Team von CH Racing Sherco konnte das Problem zwar beheben, doch der Rückstand war bereits spürbar.
Schwieriger Einstieg am zweiten Tag
Der zweite Renntag stellte Holcombe vor eine zusätzliche Herausforderung. Während seine Konkurrenten die Sonderprüfungen bereits einmal unter Rennbedingungen gefahren waren, musste der Brite praktisch bei null beginnen.
Er hatte die Strecken zwar zuvor abgelaufen, doch die Bedingungen hatten sich durch die Belastung des ersten Tages deutlich verändert. „Es war schwierig, am zweiten Tag einzusteigen, ohne die Prüfungen vorher gefahren zu sein“, erklärte Holcombe nach dem Rennen. „Ich hatte alle Specials abgelaufen, aber das ist nicht dasselbe. Man hat nicht das gleiche Gefühl für die Linien.“
Dieser Nachteil machte sich vor allem zu Beginn bemerkbar. Holcombe fand nur langsam seinen Rhythmus und fuhr nach eigener Einschätzung nicht ganz auf seinem gewohnten Niveau.
Wichtige Erkenntnisse zum Saisonstart
Trotzdem zog der Brite ein positives Fazit aus seinem ersten offiziellen Rennwochenende mit Sherco. Für ihn ging es weniger um das Ergebnis als um eine erste Standortbestimmung. „Es war wichtig, das erste Rennen zu fahren und zu sehen, wo wir stehen“, erklärte er. „Jetzt kann ich anhand der Ergebnisse erkennen, wo wir uns verbessern müssen – sowohl ich selbst als auch mit dem Motorrad.“
Der technische Ausfall am ersten Tag war zwar ein Rückschlag, gehört für Holcombe aber zum Enduro-Sport dazu. „Die Jungs im Team waren natürlich enttäuscht wegen des Problems am ersten Tag. Aber so ist unser Sport – mechanische Dinge können passieren.“
Blick nach vorne
Der Fokus richtet sich nun bereits auf die nächste Runde der Meisterschaft. Die ersten Rennen haben gezeigt, dass Holcombe und Sherco grundsätzlich auf einem guten Weg sind – auch wenn noch Arbeit vor ihnen liegt.
Für den mehrfachen Weltmeister steht fest, dass dieses erste Rennwochenende vor allem eines war: ein wichtiger Schritt im Aufbau eines neuen Projekts. Und genau dieses Projekt dürfte in den kommenden Rennen noch deutlich an Fahrt aufnehmen.
