Eli Tomac greift Lapper-Debatte erneut auf
Eli Tomac gehört seit Jahren zu den Top Piloten der 450SX Klasse im AMA Supercross. / Foto: Align Media
Die Diskussion über Überrundete Fahrer im Supercross bekommt neue Nahrung – und erneut kommt sie von Eli Tomac. Nachdem der KTM-Pilot bereits in der Pressekonferenz nach dem Indianapolis Supercross Kritik am Umgang mit langsameren Fahrern auf der Strecke geäußert hatte, meldete er sich nun auch in den sozialen Medien zu Wort.
Auf der Plattform X griff Tomac das Thema erneut auf und widersprach dabei einer verbreiteten Meinung innerhalb der Szene: Dass die Problematik der Überrundungen vor allem mit der technischen Entwicklung der Motorräder zusammenhänge.
„Mit Serienbikes wäre es nicht besser“
In seiner Stellungnahme machte Tomac deutlich, dass er diese Argumentation für falsch hält. Einige Beobachter vertreten die Ansicht, dass die großen Leistungsunterschiede zwischen Topteams und kleineren Programmen durch immer stärker entwickelte Motorräder entstehen – und dass sich das Problem der Überrundeten entschärfen würde, wenn alle Fahrer auf seriennahen Maschinen unterwegs wären.
Tomac sieht das anders.
Seiner Einschätzung nach wäre das Gegenteil der Fall. Besonders in der 250er-Klasse sei es für kleinere Teams extrem schwierig, über eine komplette Saison hinweg konkurrenzfähig zu bleiben. Der Grund liegt aus seiner Sicht in der enormen Entwicklungsarbeit der Werksteams, die versuchen, aus den kleinen Motoren das Maximum an Leistung herauszuholen.
Große Entwicklungsunterschiede
Gerade in dieser Klasse würden die Unterschiede zwischen Werksteams und privaten Programmen besonders sichtbar. Teams mit umfangreichen Ressourcen investieren viel Zeit und Geld in Forschung und Entwicklung, um jedes mögliche Leistungsplus aus den Motoren herauszuholen.
Für private Teams bedeutet das einen enormen Aufwand. Neben der reinen Performance spielt auch die Haltbarkeit eine große Rolle, da Motoren und komplette Rennmaschinen regelmäßig im Rotationssystem eingesetzt werden müssen, um die Belastung über die Saison hinweg zu kontrollieren.
Ohne entsprechend große finanzielle Mittel sei es daher schwierig, dauerhaft auf Augenhöhe mit den großen Teams zu fahren.
Tomacs Vorschlag: Mehr Freiheit in der 450-Klasse
Interessant ist auch Tomacs Blick auf die 450er-Klasse. Dort sieht er die Situation deutlich anders. Seiner Meinung nach ist es aktuell sogar leichter, in dieser Kategorie konkurrenzfähig zu sein als in der 250er-Klasse.
Der KTM-Pilot geht noch einen Schritt weiter und bringt eine grundsätzliche Idee ins Spiel: Die 450-Klasse könnte sich seiner Ansicht nach stärker von serienbasierten Motorrädern lösen und den Herstellern mehr Freiheiten für echte Werks-Bikes geben. „Wenn wir schon Performance-Unterschiede haben, dann lasst uns gleich echte Werks-Bikes bauen“, so der 33-Jährige.
Die Vorstellung dahinter: Maschinen ohne die strikten Produktionsvorgaben der Serienmodelle – mit maximaler technischer Entwicklung und Performance.
Am Ende entscheidet immer noch der Fahrer
Trotz dieser Überlegungen bleibt Tomac bei einem Grundgedanken: Am Ende entscheidet im Motocross und Supercross weiterhin vor allem eines – der Fahrer.
Selbst mit noch stärker entwickelten Werksmaschinen würden Talent, Training und harte Arbeit weiterhin den Unterschied machen. Genau diese Mischung sei es schließlich auch, die den Reiz des Sports ausmache. Und vielleicht, so deutete Tomac selbst an, funktioniert das System am Ende doch ganz gut so, wie es aktuell ist.
„Vielleicht lassen wir auch einfach alles so, wie es ist“, schrieb er sinngemäß – „denn unser Sport ist ziemlich großartig.“
