Ken Roczen: „Plötzlich siehst du alles den Bach runtergehen“

Ken Roczen und aaron Plessinger erlebten in Indianapolis einen Schreckmoment

Ken Roczen und Aaron Plessinger erlebten in Indianapolis einen Schreckmoment. / Foto: Chase Lennemann

Der Abend beim Indianapolis Supercross begann für Ken Roczen nahezu perfekt – und endete dennoch mit einem bitteren Beigeschmack. Der Suzuki-Pilot gewann das erste Finale des Triple-Crown-Rennens souverän und fühlte sich den gesamten Tag über wohl auf seinem Motorrad. Doch ein Fehler im zweiten Lauf sorgte für einen spektakulären Crash mit Aaron Plessinger und zerstörte seine Chancen auf den Gesamtsieg.

„Der erste Lauf war fast wie ein Traumrennen“, erklärte Roczen später. „Ich habe mich den ganzen Tag über richtig gut auf dem Bike gefühlt. Ich konnte einige gute Überholmanöver setzen und das Rennen gewinnen – solche Läufe braucht man manchmal einfach.“

Ein Fehler zur falschen Zeit

Im zweiten Finale änderte sich das Bild jedoch schlagartig. Kurz nach dem Start geriet Roczen in einer Spurrille in der Rhythm Section kurz vor der Ziellinie außer Kontrolle.

„Direkt nach dem Start bin ich in einer Spur hängen geblieben und hatte einen Highsider über das Tabletop“, schilderte Roczen die Situation. „Ich konnte den nächsten Sprung nicht mehr sauber fahren und musste praktisch zweieinhalb Sprünge abbrechen.“

Während er versuchte, das Motorrad wieder unter Kontrolle zu bringen, befand sich Aaron Plessinger bereits direkt hinter ihm – mit dramatischen Folgen. „Als ich gerade wieder hochkam, war Aaron direkt hinter mir und ist praktisch unter mein Motorrad gefahren. Dadurch habe ich mich komplett überschlagen.“

Heftiger Einschlag – beide Fahrer am Boden

Der Zusammenstoß zwischen Roczen und Plessinger führte zu einem spektakulären Sturz, bei dem beide Fahrer hart zu Boden gingen. Für einen Moment hielt das Publikum im Lucas Oil Stadium den Atem an. „Wir sind beide ziemlich hart eingeschlagen“, sagte Roczen. „Das war definitiv keine ideale Situation.“

Während Plessinger sein Rennen anschließend vorzeitig beenden musste, konnte Roczen das zweite Finale zumindest noch auf Rang zehn beenden.

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Schadensbegrenzung im dritten Rennen

Trotz des Crashs ging Roczen auch im dritten Finale wieder an den Start. Dort zeigte der Deutsche erneut seine starke Pace und fuhr auf Platz drei. „Im letzten Rennen hatte ich keinen besonders guten Start, aber ich konnte mich noch auf Rang drei nach vorne arbeiten.“

Am Ende blieb für Roczen Rang fünf in der Gesamtwertung – ein Ergebnis, das nach dem starken Beginn des Abends dennoch enttäuschend wirkt.

„Eine verpasste Chance“

Roczen selbst weiß, dass an diesem Abend deutlich mehr möglich gewesen wäre. „Nach dem Crash sieht man natürlich plötzlich alles den Bach runtergehen“, erklärte er. „Aber nachdem ich gecheckt hatte, dass alles okay ist, habe ich einfach versucht, das Beste daraus zu machen.“

Trotz der verpassten Chance zieht der Deutsche auch Positives aus dem Wochenende. „Mein Speed war wirklich gut und ich habe mich auf dem Motorrad stark gefühlt. Darauf können wir aufbauen.“

Mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf kommt Roczen die kurze Pause im Kalender gelegen. Nach dem intensiven Rennabend in Indianapolis geht die AMA Supercross-Meisterschaft nun in ein Off-Weekend, bevor die Serie in die nächste Runde startet.