Simon Längenfelder nutzt Riola
Simon Längenfelder gewinnt den MXGP of Sardegna 2026
Sandstrecken wie Riola Sardo sind selten der Ort für halbe Lösungen. Entweder du findest deinen Rhythmus – oder du kämpfst das ganze Wochenende gegen die Strecke. Simon Längenfelder hat in Sardinien genau das Gegenteil gezeigt: kein Kampf, sondern Kontrolle. Und am Ende steht ein „back-to-back“-Gesamtsieg, der mehr über seinen aktuellen Zustand aussagt als jede reine Ergebnisliste.
Der Unterschied liegt im Gefühl – nicht im Speed
Interessant ist, wo dieses Wochenende entschieden wurde. Nicht über rohe Geschwindigkeit, sondern über das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Motorrad.
Nach den Schwierigkeiten in Spanien – unerwartet viel Sand, wenig Gefühl für das Bike – hat Längenfelder mit seinem Team gezielt am Setup gearbeitet. Der Effekt war in Riola sichtbar: „Wir haben viel am Fahrwerk gearbeitet, und ich konnte viel freier fahren und das Motorrad die Arbeit machen lassen.“
Das ist ein Satz, der im MX2-Kontext Gewicht hat. Gerade im Sand entscheidet nicht, wer am meisten arbeitet – sondern wer am wenigsten gegen das Bike kämpfen muss.
Rennen zwei als Schlüssel
Während das erste Rennen noch enger war, zeigte sich im zweiten Lauf, warum Längenfelder aktuell so konstant punktet. Kein übertriebener Druck, kein unnötiges Risiko – stattdessen ein sauber aufgebautes Rennen mit klarer Linienwahl.
Auffällig: Er musste nicht ans Limit gehen, um das Rennen zu kontrollieren. Ein Punkt, der auf dieser Strecke entscheidend ist. Denn Riola bestraft jeden, der zu viel will.
Der Fehler der Konkurrenz – und die Konsequenz daraus
Sacha Coenen war über das gesamte Wochenende einer der schnellsten Fahrer im Feld. Gerade im zweiten Lauf sah es lange nach einem möglichen Gesamtsieg aus – bis ein Fehler in der Anfangsphase alles verschob. Ein für den Belgier leider typischen Sturz, frühe Position verloren, Aufholjagd aus dem Mittelfeld.
Coenen selbst ordnet das klar ein: „Ich habe einen Fehler gemacht, das ist meine Schuld.“ Genau solche Momente entscheiden in Riola. Während Coenen Zeit und Energie investieren musste, blieb Längenfelder in seiner Linie. Kein Chaos, kein Positionskampf – sondern ein Rennen, das er von vorne heraus steuern konnte.
Konstanz als neues Level
Was bei Längenfelder aktuell auffällt, ist weniger die einzelne Spitzenleistung – sondern die Breite seiner Ergebnisse. Sein schlechtestes Resultat in dieser Saison: Platz drei. Diese Konstanz ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer veränderten Vorbereitung. Neuer Trainer, neues Umfeld, ein klarer Entwicklungsschritt.
„Ich bin älter geworden, stärker geworden – ich habe definitiv einen großen Schritt gemacht.“ Das klingt nach Standardaussage, wird aber durch die Ergebnisse gestützt. Längenfelder wirkt stabiler, weniger fehleranfällig und klarer in seinen Entscheidungen.
Technik als Grundlage
Ein weiterer interessanter Punkt: Längenfelder beschreibt sich selbst als „technischen Fahrer“. Einer, der stark über das Gefühl zum Motorrad arbeitet.
Genau deshalb spielt das Setup für ihn eine größere Rolle als für viele andere Fahrer. „Ich fahre sehr mit dem Motorrad – wenn es perfekt zu mir passt, funktioniert alles.“ Riola hat genau das bestätigt. Während andere Fahrer mit den Bedingungen kämpfen, wirkt Längenfelder in seinem Rhythmus.
Everts mit Podium – trotz Handicap
Hinter den beiden KTM-Fahrern sorgte Liam Everts für eine der interessantesten Geschichten des Wochenendes. Podium in Riola – obwohl er aktuell kaum trainieren kann. „Ich bin unter der Woche gar nicht gefahren. Ich war seit Argentinien nur einmal auf dem Bike.“
Dazu kommt eine Fußverletzung, die ihn weiterhin einschränkt. Umso bemerkenswerter ist das Ergebnis. Everts selbst sieht es entsprechend pragmatisch: „Jeder Punkt ist im Moment ein Bonus.“
Ein Sieg mit Aussage
Der Erfolg von Längenfelder in Riola ist kein isoliertes Ergebnis. Er fügt sich in ein Muster ein, das sich durch die Saison zieht: Konstanz, Kontrolle, klare Entwicklung.
Kein spektakulärer Durchbruch – sondern ein Schritt, der sich über Wochen aufgebaut hat. Und genau das macht diesen Sieg so relevant. Nicht, weil er dominant war. Sondern weil er gezeigt hat, dass Längenfelder aktuell genau die Rennen gewinnt, die andere verlieren.
Die Ergebnisse des MXGP of Sardegna 2026 findest Du in unserer Übersicht
