Schmicker-Silve Racing holt in Grevenbroich erstes Podium

Patriks und Martins Cirulis standen für as Schmicker Silve Racing Team in Grevenbroich auf dem Podium

Patriks und Martins Cirulis standen für as Schmicker Silve Racing Team in Grevenbroich auf dem Podium

Ein Name, der im deutschen Motocross lange für Struktur, Nachwuchsarbeit und Verlässlichkeit stand, ist zurück im Fahrerlager der ADAC MX Masters – aber in veränderter Form. Marko Schmicker kehrt 2026 nicht einfach mit einem klassischen Team zurück, sondern bringt gemeinsam mit dem finnischen Silve Racing Projekt eine neue Ausrichtung in die Serie. Internationaler gedacht, breiter aufgestellt – und vor allem sofort konkurrenzfähig.

Neustart mit klarer Idee

Der Zusammenschluss mit Silve Racing ist nicht zufällig gewählt, sondern eine strategische Entscheidung. Während Schmicker die gewohnte Struktur und Erfahrung aus der deutschen Szene einbringt, liefert das finnische Umfeld genau das, was im modernen Motocross immer wichtiger wird: eine starke Fahrerschule, aggressive Rennkultur und internationale Perspektive.

Schon in Grevenbroich zeigt sich, dass dieser Ansatz funktioniert. Schmicker Silve Racing tritt nicht als klassisches Aufbauprojekt auf, sondern als Team, das direkt im vorderen Bereich mitmischt – ohne Anlaufphase.

Haavisto bringt Stabilität ins Projekt

Jere Haavisto übernimmt dabei früh eine Schlüsselrolle. Mit Rang fünf in der Gesamtwertung liefert er genau die Konstanz, die ein neu formiertes Team braucht. Die Einzelresultate wirken unspektakulär, sind aber in ihrer Summe extrem wertvoll.

Auffällig: Haavisto fährt seine Ergebnisse aus dem Rennen heraus. Schwächere Starts zwingen ihn immer wieder zur Aufholarbeit, die er kontrolliert und ohne unnötiges Risiko umsetzt. Der Speed ist vorhanden, die Linie stimmt. Was fehlt, ist aktuell vor allem die Track Position in der Anfangsphase.

Der Sturz im letzten Lauf kostet ein noch besseres Ergebnis, ändert aber nichts an der Einordnung: Haavisto ist sofort ein stabiler Faktor im Feld.

Kullas zeigt das eigentliche Potenzial

Noch klarer wird das Leistungsniveau des Teams bei Harri Kullas. Der 34-Jährige zeigt im ersten Lauf, was möglich ist: Holeshot, Führungsrunden, Podiumskurs. Es ist genau das Szenario, das die interne Erwartungshaltung bestätigt.

Dann reicht ein kleines Detail, um das Wochenende zu kippen. Ein Stein auf der Absprungkante, ein harter Abflug, das Motorrad landet direkt auf dem Knie. Die Folge: Schmerzen, Schwellung, eingeschränkte Beweglichkeit.

Trotzdem bringt Kullas am Sonntag noch einen fünften Platz ins Ziel – fahrerisch stark, aber sichtbar limitiert. Im dritten Lauf folgt der nächste Rückschlag, erneut am Knie, diesmal mit Ausfall kurz vor Rennende.

Das Ergebnis wirkt auf dem Papier durchschnittlich, ist aber eigentlich das Gegenteil. Kullas zeigt, dass das Tempo für ganz vorne reicht. Was fehlt, ist ein Wochenende ohne Zwischenfälle.

Mansikkamäki setzt ein erstes Statement

Im ADAC MX Youngster Cup wird der internationale Ansatz des Teams noch deutlicher sichtbar. Saku Mansikkamäki gehört zu den auffälligsten Fahrern des gesamten Wochenendes.

Podium im ersten Lauf, dazu zwei Holeshots am Sonntag – das ist kein Zufall, sondern Ausdruck von Geschwindigkeit und Rennverständnis. Dass es am Ende „nur“ für Rang sieben reicht, liegt an den Umständen: gesundheitlich angeschlagen, dazu ein Sturz im entscheidenden Moment des dritten Laufs.

Trotzdem bleibt der Eindruck klar: Mansikkamäki bringt das Profil mit, um in dieser Klasse eine Rolle zu spielen. Vor allem die Starts sind ein Faktor, der ihn konstant in gute Ausgangspositionen bringt.

Stenberg zwischen Speed und Fehlern

Nico Stenberg rundet das Gesamtbild ab – und steht exemplarisch für die Phase, in der sich viele junge Fahrer befinden. Ein starkes Ergebnis im zweiten Lauf zeigt, was möglich ist, zwei fehlerhafte Rennen begrenzen das Gesamtresultat.

Genau diese Mischung macht ihn aber interessant. Die Geschwindigkeit ist da, die Konstanz fehlt noch. Für das Team ist das weniger ein Problem als vielmehr ein Entwicklungsthema.

Cirulis-Zwillinge waren die Erfolgreichsten

Mit den Plätzen zwei und drei haben die Cirulis-Zwillinge für das stärkste Teamergebnis gesorgt. Im ADAC MX Junior Cup 85 waren die beiden Letten über das ganze Wochenende vorne mit dabei und haben sich am Ende verdient mit einem Doppelpodium belohnt.

Gerade in dieser Klasse geht es eng zu, kleine Fehler werden sofort bestraft. Umso mehr fällt auf, wie konstant die beiden unterwegs waren. Sie haben sich aus Trouble rausgehalten, ihre Rennen sauber durchgezogen und waren immer zur Stelle, wenn es darauf ankam.

Für das Team ist das ein wichtiger Schritt. Erstes Podium der Saison, und das direkt doppelt. Vor allem aber ein Zeichen, dass die Richtung stimmt und man auch im Nachwuchsbereich vorne mitmischen kann.

Ein Comeback mit Substanz

Nach dem ersten Rennwochenende steht Schmicker Silve Racing auf Rang vier der Teamwertung. Das ist kein Zufall und auch kein kurzfristiger Ausreißer, sondern das Resultat eines durchdachten Konzepts.

Der Wiedereinstieg von Marko Schmicker wirkt vorbereitet. Die Verbindung aus deutscher Struktur und finnischer Fahrerschule bringt eine Dynamik ins Team, die sich direkt in Ergebnissen widerspiegelt. Geschwindigkeit, Kadertiefe und die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen konkurrenzfähig zu bleiben, sind vorhanden.

Was noch fehlt, sind die Details, die über Top-3 oder Top-5 entscheiden: Starts, Rennverlauf, Fehlerfreiheit über alle Läufe. Genau dort wird sich zeigen, wie schnell aus einem stabilen Projekt ein echtes Spitzenteam wird.

Der Auftakt in Grevenbroich liefert jedenfalls eine klare Richtung. Dieses Comeback ist nicht auf Sicht gefahren – es ist darauf ausgelegt, sofort mitzuspielen.