Pauls Jonass bleibt bei Kawasaki: Vom möglichen Karriereende zum neuen Vertrag
Pauls Jonass bleibt auch 2027 im Kawasaki Factory Team
Pauls Jonass bleibt der MXGP erhalten. Der 29-Jährige hat seinen Vertrag mit dem Kawasaki Racing Team für 2027 verlängert und geht damit in seine dritte Saison auf der KX450-SR. Das war vor einigen Monaten keineswegs selbstverständlich, denn der Lette hatte durchaus darüber nachgedacht, seine Karriere zu beenden.
Jonass machte dabei deutlich, dass er nicht um jeden Preis weitermachen wollte. Für eine weitere Saison musste das Gesamtpaket stimmen. Diese Entscheidung ist nun gefallen – und zwar zugunsten einer Mannschaft, mit der er zuletzt sichtbar besser zurechtkam.
Nach einer Verletzung, durch die Jonass zwei Grands Prix verpasste, arbeitete er sich im weiteren Saisonverlauf wieder nach vorne. In den jüngsten WM-Runden war der MX2-Weltmeister von 2017 regelmäßig in den Top Fünf zu finden.
Für Kawasaki ist das offenbar Grund genug, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Gleichzeitig spricht einiges dafür, dass auch Jonass die gewachsene Basis nicht noch einmal gegen einen kompletten Neustart eintauschen wollte.
„In diesem Jahr haben wir bei meinem Gefühl für das Motorrad einen guten Schritt gemacht“, sagt er. „Für die Zukunft bin ich sicher, dass wir gemeinsam mit Kawasaki noch größere Schritte machen können.“
Jonass übernimmt bei Kawasaki eine größere Rolle
Mit der Vertragsverlängerung verändert sich gleichzeitig seine Position innerhalb von KRT.
Romain Febvre verlässt Kawasaki nach sieben gemeinsamen Jahren. Einen zweiten MXGP-Werksfahrer stellt das Team 2027 nicht an seine Seite. Jonass wird damit allein auf der KX450-SR in der Königsklasse antreten.
In der MX2 setzt Kawasaki dagegen auf Mathis Valin und Francisco Garcia.
Für Jonass bedeutet das nicht nur mehr Verantwortung an den Rennwochenenden. Kawasaki will seine inzwischen zweijährige Erfahrung mit der KX450-SR stärker für die Weiterentwicklung nutzen.
Teammanager Antti Pyrhönen macht deutlich, dass Jonass neben dem Rennbetrieb zusätzliche Testarbeit übernehmen soll. Dabei geht es sowohl um die SR-Werksmaschine als auch um Erkenntnisse, die später in die Serien-KX450 einfließen können.
Das ist durchaus eine interessante Entwicklung. Jonass kam als zweiter MXGP-Fahrer neben Febvre zu KRT. Zwei Jahre später wird ausgerechnet er zum Fixpunkt des 450er-Aufgebots.
Kontinuität statt Neustart
Sportlich lässt sich die Entscheidung ebenfalls nachvollziehen. Jonass und KRT haben in dieser Saison offenbar eine Basis gefunden, mit der größere Änderungen am Motorrad nicht mehr ständig notwendig waren. Gerade nach seiner Verletzungspause wurden die Ergebnisse wieder stärker.
Und genau diese Entwicklung will Jonass fortsetzen. „Es ist immer schön, mit denselben Leuten weiterzuarbeiten und gemeinsam Fortschritte zu machen“, erklärt er. Angesichts des hohen Niveaus in der MXGP sei eine stabile Basis besonders wichtig.
Kawasaki sieht das ähnlich. Masanori Kinuhata von Kawasaki Motors hebt neben Jonass‘ Geschwindigkeit vor allem dessen Fähigkeit hervor, Veränderungen am Motorrad präzise einzuschätzen und entsprechendes Feedback zu geben.
Damit wird auch klar, warum KRT trotz der Verkleinerung seines MXGP-Aufgebots nicht nach einem neuen Namen gesucht hat. Jonass kennt das Motorrad, die Techniker kennen Jonass – und beide Seiten sehen offenbar noch Luft nach oben.
Bevor die gemeinsame dritte Saison beginnt, wartet allerdings noch das Motocross of Nations in Ernée. Dort startet Jonass zum sechsten Mal für Lettland, während seine KRT-Teamkollegen Febvre und Valin für Frankreich antreten.
Danach beginnt für Jonass die Vorbereitung auf 2027. Dass es diese Saison überhaupt geben wird, war vor einigen Monaten noch nicht sicher. Jetzt geht es nicht mehr um die Frage, ob er weitermacht, sondern darum, was er als alleiniger Kawasaki-Werksfahrer aus der KX450-SR herausholen kann.
