Die heimlichen Sieger der ADAC MX Masters 2026
Die Pokale der ADAC MX Masters Sonderwertungen. / Foto: Steve Bauerschmidt
Meistertitel erzählen nur einen Teil einer Saison. Wer regelmäßig als Erster um die erste Kurve biegt, im Qualifying die schnellste Runde auspackt oder als Rookie sofort vorne mitmischt, taucht in der normalen Meisterschaftstabelle nicht unbedingt auf. Genau dafür gibt es bei den ADAC MX Masters einige Zusatzwertungen – und die bringen teilweise mehr als nur einen Pokal fürs Regal.
Nach dem Finale in Fürstlich Drehna stehen auch dort die Sieger fest. Jörgen-Matthias Talviku erwies sich als bester Starter der Masters, Roan van de Moosdijk war nicht nur Meister, sondern auch der Mann fürs Qualifying. Und Lucas Leok hat gleich mehrere Argumente dafür geliefert, warum man sich seinen Namen merken sollte.
Talviku weiß, wie man ein Startgatter verlässt
21 Möglichkeiten hatte ein Fahrer in der Masters-Klasse, sich 2026 einen Red Bull Holeshot zu schnappen. Sieben davon gingen an Talviku.
Besonders deutlich machte der Este seine Stärke in Vellahn. Drei Rennen, drei Holeshots – viel besser lässt sich ein Startwochenende kaum erwischen.
Max Nagl und Noah Ludwig kamen jeweils auf vier Startsiege und damit nicht mehr an Talviku heran.
Die Belohnung ist durchaus brauchbar. Red Bull übernimmt für die jeweiligen Gewinner der Holeshot-Wertungen die Gebühren für den Startplatz in der kommenden Saison.
Im Youngster Cup entwickelte sich der Kampf um den Titel des besten Starters deutlich enger. Saku Mansikkamäki kam auf sieben Holeshots, Bence Pergel auf sechs.
Und dann wären da noch die Cirulis-Zwillinge.
Martins und Patriks ließen im Junior Cup 85 schlicht niemand anderen zum Zug kommen. Alle zwölf Holeshots der Saison gingen an einen der beiden Letten. Martins gewann dieses kleine Familienduell mit 7:5 und nahm nebenbei auch noch den Meistertitel mit.
Lucas Leok sammelt weiter
Im Junior Cup 125 war Lucas Leok fünfmal als Erster an der ersten Kurve und damit erneut Holeshot-Sieger einer ADAC-Saison. Bereits 2025 hatte er diese Wertung im Junior Cup 85 gewonnen. Der Klassenwechsel hat daran also nicht besonders viel geändert.
Noch bemerkenswerter ist allerdings eine andere Auszeichnung. Bridgestone kürte Leok zum Rookie of the Year im Junior Cup 125. Das allein klingt zunächst nett. Der entscheidende Zusatz lautet aber: Leok war nicht einfach bester Neueinsteiger, sondern wurde in seinem ersten Jahr auf der 125er direkt Meister. Dafür gibt es von Bridgestone noch einmal 500 Euro Bonus.
Im Junior Cup 85 ging die Rookie-Auszeichnung an den Ungarn Gergö Horvath, der ebenfalls 500 Euro erhält.
Van de Moosdijk brauchte selten lange für eine schnelle Runde
Wenn Roan van de Moosdijk 2026 zum Qualifying ausrollte, wussten seine Konkurrenten ziemlich genau, wen sie schlagen mussten. Bei fünf der sieben Veranstaltungen setzte der spätere Masters-Champion die schnellste Zeit. Nur zweimal gelang das einem anderen Fahrer: Nagl beim Saisonauftakt in Grevenbroich und Talviku in Vellahn.
Fünf Poles aus sieben Wochenenden sind eine ziemlich deutliche Quote. Damit ging der Acerbis Best Qualifier Award folgerichtig an van de Moosdijk. Neben den Gutscheinen für die schnellsten Qualifier bei den einzelnen Veranstaltungen gibt es für die Jahressieger zusätzliche Sachpreise.
Im Youngster Cup setzte Nicolai Skovbjerg drei Bestzeiten und gewann die Wertung vor seinem SixtySeven-Teamkollegen Scott Smulders mit zwei.
Emil Ziemer war im Junior Cup 125 dreimal Schnellster, während Patriks Cirulis ebenfalls drei Poles im Junior Cup 85 sammelte. Der Lette beendete die Saison dabei mit zwei Qualifying-Bestzeiten hintereinander.
Auch das Last Chance Race lohnt sich
Nicht jede Zusatzwertung dreht sich um die Fahrer an der Spitze. GoldFren belohnt ausgerechnet diejenigen, für die es nach dem Qualifying zunächst nicht direkt ins Hauptrennen geht. Masters und Youngster fahren gemeinsam im Last Chance Race, werden für die Prämie allerdings getrennt gewertet.
In der Masters-Klasse holten Adrien Wagener und Axel Billottet entsprechende Siege. Bei den Youngstern schafften es Ben-Lukas Bremser, Jonathan Frank, Linus Jung, Mick Kennedy und Gilen Albisua jeweils einmal, sich durchzusetzen. Dafür gibt es keinen großen Scheck, aber etwas, das ein Motocross-Fahrer tatsächlich gebrauchen kann: einen Satz Bremsscheiben und Bremsbeläge.
Kosak Racing verteidigt den Teamtitel
Und natürlich geht es nicht ausschließlich um einzelne Fahrer. Das Kosak Racing Team verteidigte die Masters-Teamwertung, in die Ergebnisse aus allen vier Klassen einfließen. Schmicker Silve Racing wurde Zweiter, KTM Sarholz Racing belegte Rang drei.
Bei den Nachwuchsteams drehte sich die Reihenfolge etwas. Die Young Talents Teamwertung ging an MX-Handel Husqvarna Racing vor Schmicker Silve Racing und KTM MX Futures.
Auch abseits dieser Wertungen gab es etwas zu holen. Weber-Werke stattete die jeweils drei Besten der beiden Junior-Klassen mit Motorradhebebühnen, Werkstattwagen und Werkzeugkisten aus. Ortema vergab Gutscheine an die Top Drei des Youngster Cups.
Damit zeigt der Blick auf die Zusatzwertungen vor allem eines: Eine ADAC-MX-Masters-Saison lässt sich auf ziemlich unterschiedliche Arten erfolgreich beenden.
Van de Moosdijk kombinierte Meistertitel und Qualifying-Speed. Martins Cirulis holte den Titel und sieben Holeshots. Und Lucas Leok schaffte ein besonders ordentliches Paket: Meister im ersten 125er-Jahr, Rookie of the Year und gleichzeitig der beste Starter seiner Klasse.
Für einen Fahrer, der gerade erst aus der 85er aufgestiegen ist, kann man eine Saison durchaus schlechter erwischen.
