Max Nagl: 20 Jahre später wieder im Titelkampf

Max Nagl gehört auch 2026 zu den Titelanwärtern der ADAC MX Masters Serie

Max Nagl gehört auch 2026 zu den Titelanwärtern der ADAC MX Masters Serie. / Foto: Sebastian Wolter

Wenn im Frühjahr das Startgatter der ADAC MX Masters fällt, gehört ein Name weiterhin zu den Konstanten der Serie: Max Nagl. Zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Titel greift der mittlerweile 38-Jährige erneut nach der Meisterschaft – und könnte dabei Motorsportgeschichte schreiben. Sein Ziel ist klar: Triumph zum ersten ADAC-MX-Masters-Titel führen.

Nach einem starken zweiten Platz in der Saison 2025 geht Nagl mit viel Motivation in das neue Rennjahr. Die Ausgangslage ist diesmal deutlich stabiler als noch im vergangenen Winter.

„Die Vorbereitung lief deutlich entspannter“

Der größte Unterschied zur Vorsaison liegt für Nagl in der Vorbereitung. Während das Projekt mit Triumph und Dörr Motorsport im vergangenen Jahr noch ganz am Anfang stand, konnte das Team diesmal auf bestehende Strukturen aufbauen. „Die Vorbereitung läuft ganz gut und ich bin zufrieden“, erklärt Nagl im Gespräch mit Sebastian Wolter. „Das Wichtigste ist immer, gesund durch den Winter zu kommen – und das hat diesmal geklappt.“

Auch technisch konnte früher gearbeitet werden. „Letztes Jahr war vieles neu und das Material kam teilweise sehr spät. Diesen Winter war alles rechtzeitig da und ich konnte teilweise sogar mit den Motorrädern vom letzten Jahr arbeiten. Das hat die Vorbereitung deutlich entspannter gemacht.“

Lehren aus der Saison 2025

Der Blick zurück auf die vergangene Saison fällt bei Nagl entsprechend nüchtern aus. Der Titel blieb ihm zwar verwehrt, doch angesichts der Umstände bewertet er das Ergebnis positiv. „Natürlich hätte ich lieber den Titel gewonnen“, sagt er offen. „Aber wenn man bedenkt, dass wir ein komplett neues Projekt hatten – neues Team, neues Motorrad – dann ist der zweite Platz absolut in Ordnung.“

Hinter den Kulissen sei im ersten Jahr des Projekts viel Entwicklungsarbeit nötig gewesen. Dinge, die von außen kaum sichtbar waren, aber dennoch Einfluss auf die Ergebnisse hatten.

Für 2026 sieht Nagl sein Team jedoch deutlich besser aufgestellt. „Wir haben viel gelernt und wollen ganz klar wieder um den Titel fahren.“

Erfahrung als Schlüssel

Dass Nagl auch mit 38 Jahren noch zu den Topfahrern der Serie zählt, hat für ihn einen klaren Grund: Erfahrung und Disziplin.

„Ich lebe sehr gesund und sehr strukturiert“, erklärt er. „Von der Ernährung über das Training bis zur Regeneration – das gehört alles dazu, damit ich den Sport in meinem Alter noch auf diesem Niveau betreiben kann.“ Ein Vorteil gegenüber der jüngeren Konkurrenz sei vor allem die Routine. „Ich weiß genau, wie ich mich auf Rennen vorbereiten muss und was im Training wichtig ist.“

Ganz ohne Herausforderungen bleibt das Alter jedoch nicht. „Was mit den Jahren etwas nachlässt, ist die Spritzigkeit“, sagt Nagl. „Gerade beim Start oder in den ersten Runden merkt man das. Ich werde eher zum Diesel: Je länger das Rennen dauert, desto besser werde ich.“

Noch kein Ende der Karriere in Sicht

Auch wenn Max Nagl in dieser Saison 39 Jahre alt wird, denkt er aktuell noch nicht an einen Rücktritt. Sein Vertrag mit Triumph läuft zwar zum Ende der Saison aus, doch Entscheidungen über die Zukunft will er erst später treffen.

„Im Moment entscheide ich das von Jahr zu Jahr“, sagt er. „Solange ich mich gut fühle, motiviert bin und Spaß habe, kann ich diesen Sport machen.“ Der Fokus liegt zunächst klar auf der aktuellen Saison. „Ich möchte dieses Jahr einfach so gut wie möglich fahren.“

Titelduell mit bekannten Namen

Im Kampf um die Meisterschaft erwartet Nagl ein ähnliches Feld wie im vergangenen Jahr. Namen wie Roan van de Moosdijk gehören für ihn erneut zu den größten Konkurrenten.

Gleichzeitig könnten auch neue Fahrer ins Titelrennen eingreifen. „Wir haben viele Sandrennen im Kalender“, erklärt Nagl. „Da könnten auch Fahrer aus Skandinavien stark sein.“ Eine klare Einschätzung sei jedoch erst nach den ersten Rennen möglich.

Neue Strecke, neue Motivation

Besonders gespannt ist Nagl auf eine neue Station im Rennkalender. „Am meisten freue ich mich auf Bitche in Frankreich“, sagt er. „Neue Strecken sind immer spannend. Das Layout gefällt mir, weil es sich wie eine Hartbodenstrecke fährt, aber Sandboden hat. Dadurch entstehen sehr tiefe Löcher – das macht es anspruchsvoll.“

Technische Entwicklung geht weiter

Auch technisch wurde im Winter weitergearbeitet. Während im vergangenen Jahr vor allem die Zuverlässigkeit im Fokus stand, ging es diesmal stärker um Performance. „Mein Motorrad wird dieses Jahr etwas mehr Leistung haben“, verrät Nagl. „Am Chassis haben wir ebenfalls Veränderungen vorgenommen und beim Fahrwerk arbeite ich jetzt mit ORS Suspension zusammen.“

Viele dieser Änderungen sind kleine Details – für einen erfahrenen Fahrer wie Nagl jedoch entscheidend.

Der sechste Titel im Visier

Zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Triumph gehört Max Nagl weiterhin zu den zentralen Figuren der ADAC MX Masters. Erfahrung, Fitness und Motivation sind weiterhin vorhanden – und das Ziel ist klar formuliert.

Der sechste Titel ist möglich.

Und vielleicht wird genau diese Saison zu einem besonderen Kapitel in der langen Karriere des deutschen Motocross-Routiniers.