Zu heiß für Motocross? Erste Vereine sagen Veranstaltungen ab
Abkühlung gehört bei den derzeitigen Temperaturen nach einem Moto zur Pflicht
Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff – und macht inzwischen auch vor dem Motocross-Sport nicht halt. Während in einigen Regionen Temperaturen von fast 40 Grad erwartet werden, stehen viele Vereine vor der Frage: Rennen und Training durchführen oder lieber absagen?
Eine einheitliche Antwort darauf gibt es nicht. Die Reaktionen fallen von Verein zu Verein unterschiedlich aus.
Thurm, Pflückuff, Frankenbach, Grevenbroich und Hainichen sagen ab
Der MSC Thurm öffnet seine Strecke am Wochenende nicht. Als Gründe nennt der Verein die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen. Mit einem Augenzwinkern empfiehlt man den Fahrern stattdessen einen Besuch im Freibad und kündigt an, sich zu melden, sobald wieder trainiert werden kann.
Auch der MSC Pflückuff zieht einen Schlussstrich. Dort bleibt die Strecke wegen der Hitze geschlossen.
Der MCC Frankenbach hat ebenfalls reagiert und seine für den 27. Juni geplante Clubmeisterschaft abgesagt. Die Begründung fällt kurz und eindeutig aus: „Sicherheit geht vor.“
Eine deutlich größere Auswirkung hat die Entscheidung des MSC Grevenbroich. Dort fällt der für das Wochenende geplante Lauf zum ADAC Nordrhein MX-CUP aus. Als Gründe nennen die Veranstalter die angekündigte Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad sowie die Möglichkeit von Hitzegewittern.
Unter diesen Voraussetzungen stünden der organisatorische und wirtschaftliche Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zu einer Veranstaltung, deren Ablauf jederzeit durch das Wetter beeinträchtigt werden könnte. Gleichzeitig wollten die Verantwortlichen Fahrern, Teams und Helfern frühzeitig Planungssicherheit geben, anstatt bis kurz vor Veranstaltungsbeginn auf eine Wetteränderung zu hoffen.
Auch der MSV Hainichen musste den vierten Lauf der Landesmeisterschaft Sachsen absagen. Die Verantwortlichen halten eine sichere Durchführung unter den angekündigten Bedingungen nicht für möglich. Gleichzeitig suchen sie bereits nach einem Ausweichtermin im August.
Andere Vereine bereiten sich auf die Hitze vor
Nicht jeder Veranstalter entscheidet sich für eine Absage.
Der MC Fichtenring Burg Stargard hält am Lauf zur Landesmeisterschaft fest und bereitet sich auf die hohen Temperaturen vor. Fahrer dürfen eigene Planschbecken und Pools mitbringen, der Verein stellt Wasser zum Befüllen bereit. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für weitere Abkühlungsmöglichkeiten an der Strecke. Davon sollen Fahrer, Helfer und Streckenposten gleichermaßen profitieren.
Auch die Endurofreunde Haselgrund reagieren auf die Wetterlage. Für den DJFM-Lauf in Viernau organisierte der Verein gemeinsam mit den Verantwortlichen einen Lkw voller Schnee sowie mehrere Pools. Zusätzlich erinnern die Organisatoren alle Teilnehmer daran, regelmäßig zu trinken, Schatten aufzusuchen und sich zwischen den Läufen ausreichend abzukühlen.
Die Hitze trifft nicht nur die Fahrer
Während die Fahrer zwischen den Läufen zumindest Pausen einlegen können, verbringen viele Streckenposten und Helfer den gesamten Tag an der Strecke. Sie stehen oft stundenlang in der Sonne und sorgen dafür, dass ein Rennwochenende überhaupt stattfinden kann.
Gerade deshalb gewinnt das Thema Hitzeschutz in diesem Sommer noch einmal an Bedeutung. Wasserstellen, Schattenplätze und regelmäßige Pausen gehören inzwischen fast genauso zur Veranstaltungsplanung wie die Streckenpräparation.
Auch die Schweiz reagiert
Nicht nur in Deutschland hat das Wetter Auswirkungen auf den Rennkalender.
Die Swiss Moto Federation musste das Supermoto-Rennen in Villars-sous-Écot absagen. Nachdem die Behörden im Département Doubs die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen hatten, untersagten sie sämtliche Veranstaltungen am Wochenende. Davon war auch das Rennen der Schweizer Meisterschaft betroffen.
Ein neues Problem für den Motorsport
Lange Zeit sorgten vor allem Regen und aufgeweichte Strecken für Verschiebungen oder Absagen. Inzwischen entwickelt sich extreme Hitze zunehmend zu einem weiteren Risikofaktor.
Die aktuelle Wetterlage zeigt, wie unterschiedlich Vereine mit dieser Herausforderung umgehen. Während einige den Rennbetrieb vorsorglich einstellen, investieren andere viel Zeit und Geld, um Fahrer, Helfer und Zuschauer bestmöglich vor den hohen Temperaturen zu schützen. Beide Wege verfolgen letztlich dasselbe Ziel: ein möglichst sicheres Rennwochenende.
