Haiden Deegan lernt schnell – und weiß genau, wo er noch Zeit verliert

Haiden Deegan mischte in Hangtown erneut in der 450er Klasse ganz vorn mit

Haiden Deegan mischte in Hangtown erneut in der 450er Klasse ganz vorn mit

Beim zweiten Rennen in der 450er-Klasse schaffte es Haiden Deegan auf das Podiums. Trotzdem klang er nach dem Hangtown National nicht wie ein Fahrer, der bereits zufrieden ist. Während viele Beobachter vor allem auf die Ergebnisse schauen, beschäftigt den Yamaha-Piloten derzeit etwas anderes. Er versucht herauszufinden, wie die Spitze der 450er-Klasse ihre Rennen gewinnt.

Genau deshalb waren die Runden hinter Jett und Hunter Lawrence für ihn fast genauso wertvoll wie das Podium.

Der Abstand ist kleiner geworden

Im Vergleich zum Saisonauftakt in Pala fühlte sich Deegan in Hangtown deutlich wohler. Ein Grund dafür waren die Starts. Bereits unter der Woche hatte er gezielt daran gearbeitet, besser aus dem Gatter zu kommen. Das zahlte sich aus.

Mehrfach befand sich der Rookie direkt in der Spitzengruppe und konnte das Tempo der Favoriten zumindest über längere Phasen mitgehen. „Wenn ich vorne starte, kann ich sehen, was die Jungs dort anders machen“, erklärte Deegan. „Das ist im Moment das Wichtigste für mich.“

Gerade in der Königsklasse sei das Lernen im Rennen entscheidend. Statt allein durch das Feld zu fahren, könne er direkt beobachten, welche Linien die erfahrenen Fahrer wählen und wie sie ihre Rennen aufbauen.

Geduld statt Brechstange

Auffällig war dabei, dass Deegan trotz seines aggressiven Fahrstils vergleichsweise kontrolliert unterwegs war. Der 20-Jährige sprach mehrfach davon, sich nicht zu viel vorzunehmen. Die Saison sei noch lang und er wolle vermeiden, sich selbst unter unnötigen Druck zu setzen.

„Es ist erst mein zweites Rennen“, sagte er nach dem Wochenende. „Ich muss Schritt für Schritt vorgehen.“ Diese Herangehensweise überrascht. Schließlich gilt Deegan seit Jahren als Fahrer, der selten zurücksteckt und sich auch vor großen Namen nicht versteckt.

In Hangtown wirkte er jedoch deutlich strategischer. Statt alles auf eine Karte zu setzen, konzentrierte er sich darauf, weitere Erfahrungen zu sammeln und konstant Punkte einzufahren.

Die 450er verlangt einen anderen Fahrstil

Auch auf dem Motorrad selbst lernt Deegan noch dazu. So sprach er nach dem Rennen in Hangtown darüber, dass sich die 450er anders fahren lässt als die Motorräder, die er bislang gewohnt war. Besonders in den Sprüngen müsse er sich weiterhin an das höhere Gewicht und die Leistungsentfaltung gewöhnen.

Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, einige spektakuläre Manöver zu zeigen. Nach einem Überholvorgang im zweiten Lauf musste selbst Deegan über seinen eigenen Fahrstil schmunzeln. „Manchmal werfe ich das Motorrad einfach quer rein. Die 450er lässt sich da ziemlich cool bewegen.“

Das Podium ist nicht mehr die Überraschung

Noch vor wenigen Wochen wurde darüber diskutiert, wie schnell sich Deegan an die 450er-Klasse gewöhnen würde. Nach zwei Rennwochenenden scheint die Frage inzwischen eher zu lauten, wann er um seinen ersten Gesamtsieg kämpfen kann.

Der Yamaha-Pilot selbst vermeidet solche Diskussionen. Stattdessen spricht er fast ausschließlich über Fortschritte, Starts und Rennrhythmus. Genau das macht seine bisherigen Ergebnisse bemerkenswert.

Denn obwohl Deegan immer wieder betont, noch zu lernen, bewegt er sich bereits mitten in der Spitzengruppe der stärksten Motocross-Serie der Welt.