Franzosen dominieren den ersten Tag beim Supercross Stuttgart

Cedric Soiubeyras gewinnt den Freitag beim Superceross Stuttgart

Cedric Soubeyras beim Supercross Stuttagrt 2022, Hans-Martin-Schleyer-Halle / Foto: SevenOnePictures

Beim Betrachten der Fahreraufstellung des SX1 und SX2 Finales beim Supercross Stuttgart konnte man meinen, in Frankreich ein regionales Rennen zu betrachten. In der SX2 Klasse waren von den 12 Finalisten, ganze 9 Franzosen. In der SX1 war die Dominanz mit 11 französischen Finalisten noch gravierender.

Die deutschen Hoffnungen Dominique Thury, Paul Bloy oder Stefan Ekerold starteten mit großen Ambitionen in den Abend, doch kam keiner der drei Piloten über den Hoffnungslauf der Abendveranstaltung hinaus.

Die Deutschen

Dominique Thury haderte den ganzen Tag über mit der Strecke und teilte dies auch den Zuschauern in einem live geführten Interview mit. Ein miserabler Start in seinem Heat Race und ein „Umfaller“ im Hoffnungslauf beendeten frühzeitig seinen Arbeitstag.

Paul Bloy fehlten auf die Spitze gut 1.5 Sekunden und so war nach Platz 13 im freien, und Platz 8 im Zeittraining der Gruppe A war der Weg in das Finale nur über den Hoffnungslauf möglich. Hier schoss der großgewachsene KTM Pilot als Erster aus dem Gatter und führte die Meute in die erste Runde. Doch wenig später kam er zu Fall und kam nur auf Platz 9 liegend in das Ziel.

Paul Bloy (#252) beim Supercross Stuttagrt 2022, Hans-Martin-Schleyer-Halle / Foto: SevenOnePictures

Stefan Ekerold, beeindruckte beim freien Training mit einer Top Zeit, auch wenn das Ergebnis anderes vermuten ließ. Doch nur knapp 1 Sekunde hinter Greg Aranda zu liegen, war mehr als nur gut. Platz 8 im Zeittraining bedeutete den Einzug in das Abendprogramm und so ging es in sein erstes Heat Race des Wochenendes. Leider lief es hier nicht so rund und die Teilnahme am Last Chance Rennen wurde zur Pflicht, um den Einzug in das Finale zu erreichen. Doch auch für Ekerold war hier der Abend beendet, denn nach einem Sturz im ersten Lauf, war der zweite für die Fans, denn er Einzug in das Finale war hoffnungslos.

Die übermächtigen Franzosen

Das Kawasaki Elf Team Pfeil setzte nach zwei Jahren Pause erneut auf Altbewährtes und verpflichtete den Franzosen, Julien Lebeau. Lebau dominierte die SX2 Klasse an Tag eins beim Supercross Stuttgart. Der Supercross Spezialist, der sich nur seinem Landsmann Brice Maylin im Zeittraining geschlagen geben musste, ließ im Heat Race und dem Finale nichts anbrennen. Vom Fallen des Startgatters, bis zum Erreichen der Zielflagge konnte ihn kein anderer Pilot in Bedrängnis bringe“n. Mit seinem Sieg am ersten Tag ist er heißer Anwärter auf den Titel „Prinz von Stuttgart“.

„Auch wenn es einfach aussah, war es kein leichtes Rennen. Es ist schwer, wenn man vorne ist, die Führung zu behalten“, sagte Lebeau bei der Siegerehrung. „Aber ich hatte einen perfekten Start, der mir für das Rennen sehr geholfen hat.“

Julien Lebeau beim Supercross Stuttagrt 2022, Hans-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart / Foto: SevenOnePictures

„King von Stuttgart“ möchte der ebenfalls aus Frankreich kommende Cedric Soubeyras werden. Soubeyras lieferte sich einen heißen Kampf mit Supercross Urgestein Greg Aranda (FRA). Doch im Heat Race und Finale des Freitages zeigte Soubeyras seine ganze Klasse und fuhr zu einem sicheren Tagessieg.

Cedric Soubeyras

„Ich wusste, dass es zu Beginn eng werden würde mit den vielen französischen Fahrern, die ich sehr gut kenne. Daher musste ich wirklich konzentriert bleiben.“

Die französische Dominanz kommt nicht von ungefähr, denn bereits im Sommer beginnt hier die französische SX Tour Meisterschaft. Der entsprechende Trainingsvorsprung war gestern offensichtlich und lässt den Schluss zu, Deutschland ist kein Supercross Land. Wenig Trainingsmöglichkeiten, eine fehlende Meisterschaft und Unterstützung der Industrie verhindern die Weiteren Wicklung des Supercross Sportes in Deutschland.

Mit Ken Roczen, Carl Ostermann und Dominique Thury haben wir nur wenig Supercross affine Piloten, und daran wird sich auch nichts ändern sofern der Sport nicht populärer wird. Das die Fans diesen Sport lieben, lässt sich anhand der ausverkauften Hallen klar erkennen, also warum ist Supercross bei den Piloten eher zweitrangig? Ein Training 3-4 Wochen vor den in Deutschland stattfindenden Rennen zu beginnen führt bekanntermaßen nicht zum Erfolg.

Ergebnis Finale SX1 – Freitag

  1. Soubeyras, Cédric (FRA, HON), 20 Runden
  2. Aranda, Greg (FRA, KTM), +3.261
  3. Lefrancois, Charles (FRA, HON), +4.397
  4. Desprey, Maxime (FRA, YAM), +5.689
  5. Tixier, Jordi (FRA, HON), +7.367
  6. Maillard, Boris (FRA, SUZ), +14.752
  7. Bourdon, Anthony (FRA, YAM), +15.860
  8. Escoffier, Adrien (FRA, HUS), +22.160
  9. Clermont, Jason (FRA, KAW), +1 Rnd.
  10. Malaval, Adrien (FRA, HON), +1 Rnd.
  11. Roussaly, Julien (FRA, YAM), +1 Rnd.
  12. Bowers, Taylor (USA, KAW), +2 Rnd.

Ergebnis Finale SX2 – Freitag

  1. Lebeau, Julien (FRA, KAW), 15 Runden
  2. Imbert, Lucas (FRA, YAM), +6.760
  3. Irsuti, Yannis (FRA, KAW), +7.630
  4. Lamarque, Mickael (FRA, KTM), +10.744
  5. Smith, Magnus (DNK, YAM), +12.413
  6. Do, Thomas (FRA, HON), +19.909
  7. Maylin, Brice (FRA, HUS), +24.088
  8. Charlier, Maxime (FRA, KTM), +27.509
  9. Ballanger, Kevin (FRA, YAM), +1 Rnd.
  10. Sanford, Maxwell (USA, HON), +1 Rnd.
  11. Manzato, Hugo (FRA, HUS), +3 Rnd.
  12. Xurxo, Prol (ESP, GAS), +5 Rnd.
Text: MXN
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